Schulprojekt startet demnächst Ein Gefühl für das Venner Platt bekommen

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Venne. „Venner Platt – gestern, heute, morgen“, so lautete das Motto der diesjährigen Gemeinschaftsveranstaltung „Venne trifft sich“.

Wie berichtet, ist in Venne vor einigen Monaten eine Initiative gestartet worden, um das Venner Platt zu erhalten und insbesondere den jüngeren Einwohnern des Ortes näherzubringen. Eine Arbeitsgruppe wurde gebildet. Eine wichtige Rolle spielt auch die Venner Schule in diesem Projekt.

Geschichte des Venner Platts

Jürgen-Eberhard Niewedde vom Kulturausschuss des Heimat- und Wandervereins sowie die Leiterin der Mühlenbachschule, Julia Bragulla, waren deshalb vor Ort und berichteten über das geplante Konzept und das weitere Vorgehen. Niewedde ging auf die Geschichte des Venner Platts ein und beleuchtete die Gründe, warum die Sprache im vergangenen Jahrhundert mehr und mehr verschwunden ist. Plattdeutsch galt als rückständig, „Und wer will das schon sein?“, so Niewedde. Jetzt sei es höchste Zeit für eine Rückbesinnung. „Der Start des Schulprojekts ist dabei ein erster Mosaikstein.“

Was ist geplant? Ein Plattsprecher soll die vierten Klassen der Grundschule besuchen. Er oder sie geht dann raus mit den Kindern in das Dorf. Auf Plattdeutsch wird dann den Mädchen und Jungen etwas über Gebäude, Plätze, Orte, Straßen und deren Geschichte vermittelt. Wichtig ist, dass es sich um Bezugspunkte im Ort handelt, die den Kindern bekannt sind. „Die Kinder sollen zunächst einmal ein Gefühl für die Sprache bekommen“, erläuterte Julia Bragulla die Idee, die dahinter steckt. Start ist im Sommer. Komme die Initiative gut an, solle daraus eine Dauereinrichtung werden, so die Schulleiterin. Nächste Schritte könnten dann das Einüben plattdeutscher Lieder oder kleiner Theaterstücke sein.

Historisches Kulturgut

„Die Sprache unserer Vorfahren – hier bei uns unser Venner Platt – ist ein historisches Kulturgut. Dieses zu pflegen und zu erhalten, ist eine ebenso große wie wichtige Aufgabe“, sagte Ortsbürgermeisterin Edeltraut Altemöller-Menke. Dass nicht nur Kinder ein Gefühl für die Sprache bekommen müssen, sondern auch Erwachsene, die das Platt nicht regelmäßig sprechen, versteht sich von selbst. „Ich habe mit meiner Mutter geübt“, gestand die Ortsbürgermeisterin. Zusammen mit Erik Ballmeyer präsentierte sie nämlich einen plattdeutschen Sketch. Texte up Platt lasen auch Gerda Uhlenborg sowie Ernst Ellermann. Vennes neuer Pastor Bodo Boenke sprach ein Schlussgebet.


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