Vertrag dient dazu, Flächen zu sichern Weichen für Gewerbepark Venne gestellt

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An der B 218 in Venne soll der Gewerbepark Venne entstehen. Foto: Oliver KratoAn der B 218 in Venne soll der Gewerbepark Venne entstehen. Foto: Oliver Krato

Ostercappeln. Ein einziger Tagesordnungspunkt der Dienstagssitzung des Gemeinderates Ostercappeln zog eine Diskussion von mehr als einer halben Stunde nach sich. Das spricht für eine weitreichende Bedeutung. Beschlossen wurde mit klarer Mehrheit bei drei Gegenstimmen der Grünen, einen Geschäftsbesorgungsvertrag abzuschließen, damit der Gewerbepark Venne an der B218 entwickelt werden kann.

Da es die finanzielle Lage der Gemeinde nicht zulässt, so Bürgermeister Rainer Ellermann, den notwenigen Grunderwerb selbst zu tätigen, erfolgt dieser über die Osnabrücker Land Entwicklungsgesellschaft (oleg). In Sachen Zusammenarbeit gibt es gute Erfahrungen im Hinblick auf den Gewerbepark in Schwagstorf.

Frank Imbusch, der SPD-Fraktionsvorsitzende und selbst Venner, ging auf Bedenken der Bürger ein, die die Fläche von 22 Hektar für zu groß halten und den ländlichen Charakter der Ortschaft in Gefahr sehen. Er hielt dem entgegen: „Um voranzukommen, müssen wir etwas tun. Wir können nicht davon ausgehen, dass uns Landkreis Osnabrück und Land Niedersachsen ständig unter die Arme greifen.“ Imbusch unterstrich, dass potenzielle Gewerbeflächen auch zur Verfügung stehen müssten. Und weiter: „Es gibt nicht genau die Fläche in der Größe, die wir suchen.“ Aber letztlich müsse nicht alles bebaut werde. Aber es gelte, zügig tätig zu werden, da in der Umgebung konkurrierende Gebiete am Start seien.

„Um nicht hintan zu stehen, müssen wir agieren“, sagte Harald Driehaus (CDU), der sich für die Entwicklung des Gewerbeparks Venne aussprach, obwohl ihn der Verlust wertvoller landwirtschaftlicher Flächen schmerzte. Er fügte hinzu: „Die Verantwortung ist uns allen bewusst.“

Zu große Fläche

Eindeutig gegen den Gewerbepark Venne sprach sich Petra Lucas (Grüne) aus. Sie hielt eine Gewerbefläche von zehn Hektar für ausreichend und wandte ein, dass Vennes Identität durch ein zu großes Gebiet schnell kippen könne. Die anvisierten Planungen hielt sie für unvereinbar mit dem Leitbild der Gemeinde Ostercappeln. Ihr Fazit: „Der Preis wäre zu hoch.“

Erhebliche Probleme sah auch Edeltraut Altemöller-Menke, die Venner Ortsbürgermeisterin (SPD). Sie kritisierte, dass im Vertrag mit der oleg von Gewerbe- und Industrieflächen die Rede ist. Sie betonte, dass eine direkt an den Ort angrenzende Gewerbefläche auf jeden Fall besonderer Gestaltung bedürfe. Sie machte deutlich, dass seitens der Venner Bürger unterschiedliche Bedenken und Sorgen bestehen. Sie sagte: „Ich wünsche nur, dass wir gemeinsam mit den Bürgern zukunftsorientiert planen und handeln, aber dabei nicht nur eine Seite sehen.“

Erik Ballmeyer (CDU) aus Venne sagte, dass er viele der Bedenken mittrage und ihm als Landwirt das Herz blute. Seine Zusammenfassung: „Ich muss zustimmen, damit die Gemeinde aus dem Schlamassel herauskommt.“

Ellermann betonte: „Wir sind heute nicht dabei, den Bebauungsplan Gewerbepark Venne zu beschließen. Der Vertrag mit der oleg ist weit von gewerblicher Tätigkeit dort entfernt.“ Der Bereich Industrie stehe im Vertrag, um alle Möglichkeiten offenzuhalten – genau wie in Schwagstorf, wo kein Teil der Gewerbefläche Industriegebiet wurde.


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