Neues SEPA-Lastschriftverfahren Knifflige Aufgabe für Vereine im Altkreis Wittlage

a:2:{s:7:"default";s:100:"Klaus Krämer kümmert sich für den OFV um die Umstellung auf SEPA. Foto: Nadine Grunewald";s:36:"f9b963e1-9e52-449a-96f4-5a2d9cf42657";s:91:"Klaus Krämer kümmert sich für den OFV um die Umstellung auf SEPA. Foto: Nadine Grunewald";}a:2:{s:7:"default";s:100:"Klaus Krämer kümmert sich für den OFV um die Umstellung auf SEPA. Foto: Nadine Grunewald";s:36:"f9b963e1-9e52-449a-96f4-5a2d9cf42657";s:91:"Klaus Krämer kümmert sich für den OFV um die Umstellung auf SEPA. Foto: Nadine Grunewald";}

Altkreis Wittlage. SEPA heißt das neue Zahlungssystem, das künftig verpflichtend gilt. Die Abkürzung steht für „Single Euro Payments Area“ und heißt auf Deutsch so viel wie einheitlicher Euro-Zahlungsraum. So kompliziert, wie der Name zunächst anmutet, so viel Aufwand bedeutet die Einführung für Vereine. Und die Zeit drängt: Bis zum 1. Februar 2014 müssen sie die technischen Umstellungen vornehmen.

„Es muss einiges unternommen werden, und es ist sehr viel Aufwand damit verbunden“, sagt Dieter Spanger, der sich in gleich drei Vereinen um die Kasse kümmert und so für diese Aufgabe zuständig ist – unter anderem beim Kulturring Bohmte. Richtig angefangen hat der Bohmter noch nicht mit der Umstellung, sammelt noch Informationen. „Langsam wird es notwendig“, sagt er mit Blick auf den Stichtag in rund vier Monaten. Auch wenn es viel Aufwand bedeutet: „Es geht ja kein Weg daran vorbei. Wahrscheinlich ist es dann im internationalen Zahlungsverkehr einfach einfacher.“

Einheitliche Nummer

Genau darauf zielen die Verantwortlichen mit der Umstellung auf das europaweit einheitliche Zahlungssystem ab, von der jeder Kontoinhaber betroffen ist. 32 Länder gehören zurzeit zu SEPA – neben den EU-Staaten sind auch die Schweiz, Monaco, Island, Norwegen und Liechtenstein dabei. All diese haben zukünftig eine einheitliche Kontonummer, die IBAN. Diese löst sowohl bei Transaktionen ins Ausland als auch im Inland die herkömmlichen Zahlenkombinationen ab. Denn nicht überall sind die Kontonummern wie in Deutschland zehnstellig, die Bankleitzahlen haben nicht überall acht Stellen. Allerdings sind SEPA-Zahlungen nur in Euro möglich. Wer in einer anderen Währung bezahlen möchte, muss wie bislang eine Auslandsüberweisung vornehmen.

Die IBAN – International Bank Account Number – besteht aus dem Ländercode (bei uns DE), einer zweistelligen Prüfziffer sowie (bei uns) Kontonummer und Bankleitzahl. Diese Nummer steht bereits seit 2003 auf jedem Kontoauszug. In Deutschland hat sie 22 Stellen. Die Anzahl der Stellen kann jedoch von Land zu Land zwischen 15 und 34 variieren.

Nach SEPA und IBAN ist es noch nicht genug mit Abkürzungen. Auch den BIC – Buisiness Identifier Code – gibt es zukünftig. Dabei handelt es sich um eine internationale Bankleitzeit, die von Banken intern bereits seit einiger Zeit verwendet wird.

Klaus Krämer, Geschäftsführer vom Ostercappelner Fußballverein (OFV), hat sich bereits mit der Thematik auseinandergesetzt. „Ich habe mich rechtzeitig damit befasst und gemerkt, dass viele sich nicht darum kümmern“, sagt er. Nachdem er sich intensiv damit beschäftigt hat, kann er anderen Mut machen. Denn: „Es ist nicht so schlimm , wie es aussieht.“ Krämer glaubt, dass die zuständigen Personen Hemmungen haben, weil die meisten keine kaufmännischen Erfahrungen haben.

Nachdem es zunächst geheißen habe, dass jeder Verein jedes Mitglied einzeln schriftlich über die Umstellung informieren muss, sei der Aufwand nun doch geringer. Beim OFV hätte das bedeutet, rund tausend Briefe herauszuschicken – jeder versehen mit der passenden Mitgliedsnummer. Krämer hat herausgefunden, dass das nicht unbedingt sein muss. Er hat ein Schreiben verfasst und dieses auf der Internetseite des Vereins veröffentlicht. Darin werden die Mitglieder über die Neuerungen informiert. Das sei ausreichend. „Die bisherigen Einzugsermächtigungen bleiben gültig“, erklärt Krämer. Die Kontonummern und Bankleitzahlen aber müssen in IBAN und BIC überführt werden. Außerdem muss der Verein jedoch mit der Bank einen neuen Vertrag abschließen, der ihn zum Einziehen der Gelder berechtigt. „Und man muss bei der Bundesbank eine Gläubiger-ID anfordern. Das ging aber ruckzuck“, sagt der OFV-Geschäftsführer. Die Gläubiger-ID muss auf jeder Einzugsermächtigung stehen.

Jeder Einzugsermächtigung musste Krämer zudem eine Mandatsreferenznummer zuordnen. Beim OFV ist das die Mitgliedsnummer. Da die Mandatsreferenznummer dem entsprechenden Konto des Mitglieds zugeordnet werden muss, würden Betrügereien erschwert. „Das Problem ist, dass das nicht alle Computerprogramme der Vereine können“, sagt er. Krämer selbst hat Glück, mit seinem Programm geht das.

Da er mit der Umstellung so weit fertig ist, probiert er anstehende Bankvorgänge schon mal mit SEPA aus. Die lange Nummer stelle eine Schwierigkeit dar. „Da kann es schneller zu einem Zahlendreher kommen. Aber bei Geldgeschäften muss man schon mal aufpassen.“

Die Vereine werden mit dieser Thematik nicht alleine gelassen. Mitarbeiter der Banken stehen zur Beratung zur Verfügung, und die Banken haben teilweise Infoveranstaltungen angeboten. Wie die Geldinstitute hat auch der Deutsche Olympische Sportbund die wichtigsten Infos zur Vorgehensweise zusammengestellt.


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