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Seit drei Jahren anerkannter Ausbildungsberuf „FiFis“ lernen mehr, als den Bus zu lenken

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Die künftigen Busfahrer mit den Vertretern der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück bei Winkelmann-Reisen in Venne. Foto: Rainer WestendorfDie künftigen Busfahrer mit den Vertretern der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück bei Winkelmann-Reisen in Venne. Foto: Rainer Westendorf

orf Venne. Sie sind täglich für die Sicherheit von mehreren Hundert Leuten verantwortlich, trotzdem werden sie kaum wahrgenommen und meist nur mit wütenden Gesten von Autofahrern bedacht: Busfahrer. Das hält 14 Jugendliche aber nicht davon ab, diesen Beruf zu erlernen. Die Ausbildung findet jedes Jahr in einem anderen Betrieb der VOS statt, dieses Mal ist es die Firma Winkelmann-Reisen in Ostercappeln-Venne.

VOS – das ist die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück, zu der auch die Verkehrsgesellschaft Landkreis Osnabrück (VLO) mit der ehemaligen Wittlager Kreisbahn gehört.

Alle Facetten des öffentlichen Personennahverkehrs kennenlernen, neugierig in alle Winkel schauen – und damit weit mehr lernen als nur das Lenken eines Busses: Das wollen die 14 Jugendlichen, die sich seit dem 1. August in sieben Betrieben der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) zur Fachkraft im Fahrbetrieb (FiF) ausbilden lassen.

Im mittlerweile dritten Jahr ist es schon fast eine Tradition, dass der Auftakt zum neuen Ausbildungsjahr in der VOS jedes Mal in einem anderen Verkehrsbetrieb stattfindet. Dieses Mal waren die jungen Menschen bei der Firma Winkelmann-Reisen in Venne zu Gast.

Erst seit dem Jahr 2002 gibt es übrigens diesen Ausbildungsberuf, den bisher nur wenige Betriebe in Deutschland anbieten. „Der Fachkräftemangel macht die Investition in eigenes Personal doppelt wichtig“, so Holger Winkelmann, Geschäftsführer, „diese vertiefte Ausbildung gibt eine sehr gute Basis.“ Die Vorteile für die „FiFis“ liegen auf der Hand: Neben dem Busführerschein erwerben sie in ihrer Ausbildung Kenntnisse im Kundenservice, Marketing, der Öffentlichkeitsarbeit und Disposition von Personal und Fahrzeugen. Auch soziale Kompetenzen werden vermittelt und geschult. „Es gibt sogar einen Busfahrer-Knigge. Ein rund 100 Seiten umfassendes Handbuch“, berichtet Holger Winkelmann.

„Durch die breite Basis, die die Ausbildung in drei Jahren legt, eröffnen sich den FiFlern nach der bestandenen Abschlussprüfung viele Perspektiven“, erläutert André Kränzke, Leiter Verkehrsbetrieb bei den Stadtwerken.

Beteiligt sind die Berufsschulen Am Pottgraben und Brinkstraße in Osnabrück, um den unterschiedlichen Anforderungen im Verlauf der Ausbildung gerecht zu werden. Von Beginn an erhalten die jungen Menschen so ein breites Spektrum an theoretischen Grundlagen und Berufspraxis. Die künftigen Busfahrer kommen übrigens nicht aus der hiesigen Region. Eigens für die Ausbildung nach Osnabrück gezogen sind sogar Teilnehmer aus Berlin und Nürnberg.

Dabei ist auch die Führerscheinausbildung im ersten Block ihrer Ausbildung vorgesehen. „Fachkraft im Fahrbetrieb“ (FiF) ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die umfassende dreijährige Ausbildung wird im öffentlichen Nahverkehr angeboten. Fachkräfte im Fahrbetrieb führen Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und tragen für die sichere Beförderung der Fahrgäste Sorge. Sie gestalten die Fahrzeugdisposition und Personalplanung, übernehmen Aufgaben in Kundendienst, Marketing oder Öffentlichkeitsarbeit in ÖPNV-Unternehmen und stellen die Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge sicher. „FiFis“ arbeiten in Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs, zum Beispiel in kommunalen Verkehrsbetrieben.


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