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Hand in Hand kfd-Regionalverband Ostercappeln verabschiedet Agnes Bohe

Von Christa Bechtel

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<em>Wechselstimmung in der kdf Ostercappeln:</em> Agnes Bohe (links) war zwölf Jahre geistliche Begleiterin für den kfd-Regionalverband Ostercappeln und gab dieses Amt an Resi Wessel-Ellermann ab. Foto: Christa BechtelWechselstimmung in der kdf Ostercappeln: Agnes Bohe (links) war zwölf Jahre geistliche Begleiterin für den kfd-Regionalverband Ostercappeln und gab dieses Amt an Resi Wessel-Ellermann ab. Foto: Christa Bechtel

Ostercappeln. Agnes Bohe war zwölf Jahre geistliche Begleiterin des Regionalverbands der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschland (kfd) Ostercappeln. Dieses Amt hat sie jetzt an Resi Wessel-Ellermann abgegeben. „Mir war es immer ein Anliegen zu sehen: Was können die Frauen alles, und dass sie zu ihren Talenten, Aufgaben und Berufungen stehen sollen“, sagte Agnes Bohe. Sie war ausgebildete geistliche Begleiterin, Sozialtherapeutin und Sterbe- und Trauerbegleiterin.

Diese drei Aufgabengebiete habe sie ideal verbinden können. Agnes Bohe ist sich sicher: „Das tragende Element des christlichen Glaubens kann man in den Alltag bringen. Und wenn es die stickenden und häkelnden Frauen sind, die für Spes Viva einen Basar hinlegen mit 10000 Euro Einkommen. Da sind hauptsächlich kfd-Frauen beteiligt.“

Sie sehe die kfd als Netzwerk, „die ein gutes Fundament hat. Und wir sind kritisch geblieben, fordernd und machen nicht mehr alles, was Amtskirche vorschreibt oder untersagt“, hob Bohe hervor.

In ihrer 12-jährigen Amtszeit hat Agnes Bohe einiges ins Leben gerufen: Wie zum Beispiel den meditativen Übungsweg im Advent und der Fastenzeit oder ab 2004 den Aschermittwoch der Frauen. Unter ihrer Leitung fanden seit 2002 Regional-Frauengottesdienste statt, unter dem Motto: „Starke Frauen“ – Schwestern im Glauben.

Ob die Frauen bei der Sternwanderung, dem Pilgerweg über den Wittekindsweg oder zur Landesgartenschau sich aufmachten – sie blieben „in Bewegung“.

Beteiligt habe man sich auch an der Friedenskette Osnabrück–Münster (2003) oder an der größten ökumenischen Basisbewegung weltweit, dem Weltgebetstag. Die Gruppe habe auch Kontakt zu Musliminnen in der Murad-Moschee in Bad Essen-Linne aufgenommen. „Als Spes-Viva-Mitarbeiterin habe ich meine ehrenamtlichen Ämter immer verbunden und habe dort die zeitnahe Bestattung von Fehlgeborenen initiiert. Dabei habe ich die kfd-Frauen gebeten, ob sie vor Ort für die Grabstelle sorgen können; diese Verbindung hat geklappt, und die pflegen das bis heute“, sagte Bohe stolz. Auf die kfd-Frauen könne man sich verlassen, die die Grabstätten-Gestaltung und -pflege auf den kommunalen Friedhöfen übernommen haben.

„Es gibt ja dieses Ämterverbot für Frauen in der Kirche“, stellte Bohe fest. Damit spielte sie darauf an, dass sie sich kirchenpolitisch auf Bundesebene zum Thema des Diakonats der Frau eingemischt habe. Einige ‚taffe‘ Frauen hätten den Ausbildungsgang initiiert und sie als geistliche Begleiterin dazu gebeten. „Da bin ich alle vier Wochen nach Waldbreitbach ins Rheinland gefahren und habe über drei Jahre diesen Kurs begleitet“, erzählte die Ostercappelnerin. Der „Tag der Diakoninnen“ werde übrigens immer am Fest der Katharina von Siena Ende April gefeiert. „Daher rührt meine Initiative hier, dass wir Ende April diesen Frauengottesdienst feiern“, erklärte sie.

In den zwölf Jahren ihrer Amtszeit griff Bohe Themen auf wie Zwangsprostitution verhindern, Aktion gegen häusliche Gewalt oder Gefahren im Internet für Kinder. „Wenn man in dieser Aufgabe ist, hat man auch etwas davon. Aber ich will das nicht für mich allein behalten. Sie wird super Erfahrungen machen mit dieser Aufgabe“, sagte Bohe auf ihre Nachfolgerin blickend.

„Ich werde es mit Sicherheit anders machen; ich muss reinwachsen in mein Amt“, sagte Resi Wessel-Ellermann. Sie ist seit 30 Jahren in der kfd. Ihr Wunsch ist es: „Kontakt zu den Frauen aufnehmen und pflegen, Informationen weitergeben, Wünsche und Anregungen wahrnehmen. Mut haben zuzuhören, geduldig, fröhlich und ausgelassen sein, aber auch kritisch in Kirche und Politik mitmischen.“

Wessel-Ellermann möchte alle Frauen, besonders aber auch junge begeistern. „Jede Frau ist in der kfd willkommen, ob Alleinerziehende, Alleinlebende, Witwe, Hausfrau und Mutter, aber auch die Einsame. Mein Motto könnte heißen: Leben und glauben, Begegnungen und Veränderung wagen und Hand in Hand miteinander gehen.“


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