Beitrag zur Dümmersanierung Wie der Unterhaltungsverband der Elze in Venne wieder Dynamik gibt

Von noz.de

Im Mündungsbereich des Venner Moorkanals entsteht ein Feuchtbiotop.Im Mündungsbereich des Venner Moorkanals entsteht ein Feuchtbiotop.
Unterhaltungsverband

Venne. Wie so viele Gewässer wurde auch die Elze im 20. Jahrhundert begradigt. Mit einer Renaturierung im Zug zur Dümmersanierung gibt der Unterhaltungsverband Nr. 70 „Obere Hunte“ (UHV 70) dem Flüsschen nun Auen und Schleifen zurück.

Seit ihrer Begradigung weist die Elze – das ist der Unterlauf des Venner Mühlbachs bis zur Huntemündung – einen gleichförmig gestreckten bis geraden Verlauf auf. Weitgehend ohne Eigendynamik, wie der UHV 80 anmerkt. "Es ist Anliegen und Auftrag des Unterhaltungsverbandes, die Ökologie des Gewässers zu verbessern, weshalb der Verband Flächen entlang der Elze im Mündungsbereich des Venner Moorkanals erworben hat, um hier umfassende Ausgleichs- und Renaturierungsmaßnahmen zu verwirklichen", teilt der UHV mit.

In diesen Bereichen wurden die angrenzenden Flächen bis dato landwirtschaftlich als Grünland oder für den Ackerbau genutzt. Aufgrund des Ausbaugrads, der gänzlich fehlenden Ufergehölze, der daraus resultierenden starken Verkrautung und des geringen Gefälles muss das Gewässer derzeit zweimal jährlich unterhalten werden.

Drei Abschnitte sind vorgesehen

Wie wird die Renaturierung umgesetzt? Die Maßnahmen des UHV 70 erfolgen auf drei Abschnitten. Im Abschnitt unmittelbar gegenüber der Mündung des Venner Moorkanals wird eine Abgrabung vorgenommen, die ein naturgemäßes Ausufern der Elze ermöglicht. "Dadurch wird der Druck auf unterhalb der Maßnahme liegende Flächen verringert", erläutert der Verband. Die Elze wird in diesem Abschnitt verlegt, wodurch sich beiderseits ihrer dabei entstehenden Mäander eine Sekundäraue entwickeln kann. Eine Verfüllung des bestehenden (Trapez-)Profils in diesem Abschnitt ist nicht vorgesehen, sodass bei höheren Wasserständen das Wasser weiterhin hierüber ablaufen kann. Umgekehrt werde durch den Einbau von Buhnen – geschüttete Dämme – die Fließgeschwindigkeit auch bei niedrigen Wasserständen sichergestellt, erklärt der UHV

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Die Abgrabung soll ein Ausufern der Elze ermöglichen.

In einem weiteren Abschnitt, der sich unmittelbar flussaufwärts anschließt, stehen für die Renaturierung 7,5 Meter breite Gewässerrandstreifen zur Verfügung. Daher werde hier nur eine wechselseitige Aufweitung in Form von Sekundärauen – das sind wieder hergestellte Überschwemmungsräume – geschaffen. 

In einem dritten Abschnitt soll auf einer kleineren Grünlandfläche oberhalb des Beginns der Elze-Neuverlegung  ein Stillgewässer entstehen. Für eine Sekundäraue ist die Fläche zu klein, aber eine Mulde kann hier laut UHV-Mitteilung bei höheren Wasserständen der Elze überströmt werden und ein Feuchtbiotop entstehen lassen.

Blaualgenblüte und Fischsterben

„Sämtliche der geschilderten Maßnahmen dienen zur Verbesserung der Wasserrückhaltung und der Ökologie der Elze, stehen damit aber auch und gerade im Zusammenhang mit der Dümmersanierung“, sagt UHV-Gewässerkoordinatorin Ingrid Vörckel. Hintergrund: Wie Untersuchungen des Landesamtes für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) ergeben haben, liegen die genannten Flächen überwiegend im abschwemmungsgefährdeten Bereich. Von ihnen kann also abgeschwemmter Phosphor über Elze und Hunte in den Dümmer gelangen, was dort immer wieder zu Blaualgenblüte und Fischsterben führt.


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