Marius Kasting ist Fischwirt Einer der Jahrgangsbesten kommt aus Ostercappeln

60 junge Frauen und Männer hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Mittwoch (6. November) in Braunschweig für ihre herausragenden Leistungen in der Ausbildung beziehungsweise in der Fortbildung ausgezeichnet. . Foto: Wolfgang Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen60 junge Frauen und Männer hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen am Mittwoch (6. November) in Braunschweig für ihre herausragenden Leistungen in der Ausbildung beziehungsweise in der Fortbildung ausgezeichnet. . Foto: Wolfgang Ehrecke/Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Ostercappeln. 60 junge Frauen und Männer sind in dieser Woche von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen im Thünen-Institut in Braunschweig für ihre herausragenden Leistungen in der Ausbildung beziehungsweise in der Fortbildung geehrt worden. Einer der Jahrgangsbesten ist Marius Kasting aus Ostercappeln.

Der 20-jährige hat im Betrieb Fischzucht Nordhauser Mühle in der Gemeinde Ostercappeln seine Ausbildung als Fischwirt - Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei - absolviert. Gemeinsam mit zwei weiteren Fischwirten aus Niedersachsen - ist er ausgezeichnet worden.

Die Urkunden überreichte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne. "Ich freue mich über die ausgezeichneten Ergebnisse und den persönlichen Erfolg – Begeisterung für den gewählten Beruf führt häufig auch zu guten Leistungen“, betonte der Kultusminister seiner Festrede. „Hoher Einsatz, viel Engagement und großes Interesse am Agrarbereich sind der Schlüssel für den Start in ein hochinteressantes Berufsleben mit dem großen Spektrum Mensch, Tier, Natur und Technik – dabei kann das Erreichte auch die Eintrittskarte zu weiteren Qualifikationen sein, zum Beispiel einem Fach- oder einem Meisterabschluss“, ergänzte der Minister. Das duale System der beruflichen Bildung sei die wesentliche Säule für die Deckung des künftigen Fachkräftebedarfs in Niedersachsen.

Breites Spektrum

Das Spektrum der Ausbildungsberufe im Bereich der Landwirtschaftskammer ist groß. Dazu zählen unter anderem Landwirte, Gärtner und Landschaftsgärtner, Pferdewirte, Milchtechnologen, Forstwirte, Hauswirtschafterin - und eben auch Fischwirte.

Marius Kasting war und ist Hobbyangler.  "Ich wohne ganz in der Nähe der Nordhauser Mühle", berichtet er. Da war die Idee, dort eine Lehre zu machen, nahe liegend. Nach zwei Praktika hatte er einen besseren Einblick und entschied sich für die dreijährige Ausbildung. In Nordhausen werden jährlich etwa 25 000 Tonen Fisch produziert. In den sieben Teichen und acht Becken schwimmen forellen-, karpfen- und barschartige Fische. Es werden Fische aus eigener Aufzucht für Freizeit und Beruf, Garten- und Angelteich, Teiche und Fließgewässer angeboten. Hauptkunden sind Fischereivereine, gastronomische Betriebe und auch die Laufkundschaft.

Nordhauser Mühle

Die Nordhauser Mühle befindet sich seit 1974 im Besitz der Familie Ruth und Helmut Schlie. Aufgrund der hervorragenden Wasserqualität des Mühlbaches wurde die Fischzucht Nordhauser Mühle gegründet. Damit entstand eine Aufzuchtstation für Forellen und Lachse. Bereits in den 1980er Jahren wurde dann verstärkt an der Entwicklung und Vermarktung verzehrfertiger Produkte gearbeitet

Was gehört zur Ausbildung? Fischwirte der Fachrichtung Aquakultur und Binnenfischerei züchten zum Beispiel in Teichanlagen Süßwasserfische und -krebse, in Tanks beziehungsweise Becken auch Garnelen, in Aquakulturanlagen an den Küsten unter anderem Miesmuscheln. In Flüssen und Seen fischen sie Aale, Barsche oder Zander. Sie überwachen die Wasserqualität, pflegen natürliche Lebensräume, füttern die Fische und achten auf Anzeichen von Krankheiten oder Parasiten. Anlagen, Tanks und Betriebseinrichtungen halten sie in hygienisch einwandfreiem Zustand und pflegen Ausrüstung und Fischereigeräte. Für den Fang verwenden sie Stell- und Zugnetze oder Reusen. Sie sortieren Fische und verarbeiten sie weiter.

Marius Kasting im Einsatz an den Fischteichen der Nordhauser Mühle. Archivfoto: mein-ausbildungsstart.de

Es ist also kein Bürojob, sondern auch körperlich fordernd. Zur Arbeit gehören auch anstrengenden Tätigkeiten, wie das Abfischen. Beim Abfischen lässt man das Wasser weitgehend aus dem Teich und fängt die Fische mit dem Zugnetz, was viel Kraft erfordert. Teil der Ausbildung ist natürlich auch die Theorie - sprich, der Besuch der Berufsschule. "Wir hatten den Blockunterricht in Hannover", so der ausgezeichnete  Azubi.

Zweite Ausbildung

Jetzt ist diese Berufsausbildung abgeschlossen. Marius Kasting hatte sich aber entschlossen, eine weitere Ausbildung zu absolvieren. Diese ist nicht ganz so nah an der Natur. Er erlernt den Beruf des Verfahrensmechanikers für Beschichtungstechnik im Unternehmen Kesseböhmer in Bad Essen-Dahlinghausen. Gibt es ein Zurück zum ersten Beruf? Das sei möglich, so Marius Kasting. Allerdings dann als Selbstständiger mit eigenem Betrieb. Ob es dann die "Fischzucht Kasting" gibt, wird die Zukunft zeigen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN