Knifflige Aufgaben für die Fahrer der Wiehengebirgs-Rallye Auf der Kirmes Ostercappeln: Aus dem Schnauferl einen Tennisball werfen

Von Helge Holz, Cornelia Müller, Andreas Wenk

Schicke alte Autos und ein Geschicklichkeitsspiel sorgten für sehenswerte Einlagen auf der Kirmes. Fotos: Helge Holzder Kirmes. Fotos: Helge HolzSchicke alte Autos und ein Geschicklichkeitsspiel sorgten für sehenswerte Einlagen auf der Kirmes. Fotos: Helge Holzder Kirmes. Fotos: Helge Holz

Ostercappeln. Höhepunkt während der Kirmes in Ostercappeln: Am Sonntag machten nicht nur die Oldtimer der Wiehengebirgs-Rallye Zwischenstation auf dem Kirchplatz, sondern die Fahrer müssen dort auch eine knifflige Aufgabe bewältigen: einen Tennisball aus dem fahrenden Auto in ein Netz zu werfen. Wer solche Herausforderungen meistert und alle fahrerischen Vorgaben einhält hat am Ende Aussicht auf einen der Pokale. Die seien, so weiß der Organisator Klaus-Heiner Wiechmann, obwohl es um den Spaß und ein Kulturgut ginge, dennoch sehr begehrt: „Einige wollen die schon gerne haben.“

Weil der Spaß im Mittelpunkt steht, haben sich die Veranstalter vom Verein Motor-Sport Vehrte im ADAC auf dem Weg nach Bad Essen und neben einer attraktiven Strecke auch einige Sonderprüfungen einfallen lassen. Dazu gehört eben auch der Stopp an der Ostercappelner Kirmes.

Foto: Helge Holz

Doch diese war auch sonst nicht arm an Reizen und Attraktionen. Zum 353. Mal öffnete die Kirmes auf dem Kirchplatz ihre Pforten. An drei Tagen warteten hier zahlreiche Angebote auf die Besucher. Gleich der Samstag wartete mit einem Luftballonstart mit kompostierbaren Ballons (wir berichteten). Anschließend stand der Nachmittag ganz im Zeichen der Senioren. Eigens im Festzelt wartete "Klönen und Klatsch" auf die Gäste. Auch an die Freunde der Brandbekämpfung war gedacht. Extra für sie hatte sich die heimische Feuerwehr zahlreiche Aktionen überlegt. Ebenso spannend ging es auf der parallel stattfindenden Freizeitmesse zu. Zudem lockte am ganzen Wochenende die Alte Mädchenschule zu einem Besuch, wo eine Hommage an den 30. Todestag des Künstlers Rudolf Englert erinnert. 

Foto: Helge Holz

Dabei zeigt die aktuell in der Mädchensdchule laufende Ausstellung übrigens eine weniger bekannte Seite des renommierten Künstlers, der von 1921–1989 lebte und vorf allem durch seine Skulpturen, in denen er sich einer dreidimensionalen Umsetzung des graphischen Elements widmet, bekannt geworden ist. Zu sehen sind hier aber auch Bilder aus den Jahren 1981 bis 1984, die Englerts Auseinandersetzung mit Grundthemen menschlicher Existenz spiegeln: dem „Sein“, dem „hier und jetzt“, dem „Mut“ zu leben und dem „Tod“.

Foto: Helge Holz

Für einen Besuch der Schau hatten die Fahrer der Oldtimer-Rallye verständlicherweise keine Zeit. Zu den ältesten teilnehmenden Fahrzeugen gehörte übrigens eine Harley Davidson vom Typ JE aus dem Jahr 1925. Nur wenig jünger ging es auf vier Rädern weiter. 

Foto: Helge Holz

Aus dem Jahr 1929 stammte ein alter Ford vom Modell „A“. Eingeladen zu dieser Rundfahrt hatte der Motor-Sport Vehrte. Dann ging die Fahrt weiter zum Ziel in Vehrte, übrigens immer im vorgeschriebenen gemütlichen Zuckeltempo von 26 km/h. Dies gilt es zu halten. Nicht wer zu langsam ist, bekommt Strafpunkte, sondern wer vorprescht.

Foto: Helge Holz

Im Alltag, so verraten die Fahrer, führen sie übrigens ganz normale Autos, einen Kia beispielsweise oder einen Ford. Getroffen hatten sich die Teilnehmer der Rallye zuvor am Hotel Kortlücke in Belm, das traditionell den Startpunkt dieser Wiehengebirgsfaht markiert. Was sich dort und in Ostercappeln alles sehen ließ, ist noch viel mehr als alte Motortechnik – vielmehr ist es Geschichte auf Rädern...


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