Ortstermin für Aktivisten Starkes Dorf will Option für Bahnhalt Ostercappeln offen halten

Franz Kahlert (Dritter von links) erläuterte die Möglichkeiten der Reaktivierung des Bahnhaltes in Ostercappeln. Foto: Starkes DorfFranz Kahlert (Dritter von links) erläuterte die Möglichkeiten der Reaktivierung des Bahnhaltes in Ostercappeln. Foto: Starkes Dorf

Ostercappeln. Die allseitigen Bekundungen für mehr Bahn im Rahmen der Klimaschutzaktivitäten bieten nach Ansicht des Starken Dorfes Anlass, erneut über die Reaktivierung des Bahnhaltes in Ostercappeln nachzudenken. Zumindest sollte diese Option offen gehalten werden, betonte Franz Kahlert anlässlich eines Ortstermins, zu dem er Bahnaktivisten und Mitglieder des Ortsrates Ostercappeln eingeladen hatte.

Die alte Bahnstation Ostercappeln liege am Schienenstrang zwischen Wanne-Eickel und Hamburg und gelte als kürzeste und als eine der wichtigsten Eisenbahnverbindungen zwischen dem Ruhrgebiet und den Hafenstädten an der Nordsee, erläuterte Kahlert. Der 1916 am nördlichen Ortsrand eröffnete Bahnhof habe den Bürgern bis 1977 als Start in die nahe und weite Welt gedient. Heute biete sich die Möglichkeit, die Reaktivierung an den Start des Bahnhaltes in Vehrte anzugliedern, der etwa ab 2025 von der Regionalbahn aus Münster bedient werden solle. 

Aufwertung der Schiene

Die Deutschen Bahn habe mit dem gerade neu errichteten und auf einem Sonderfundament stehenden kastenförmigen fensterlosen Gebäude für ESTW-A-Module und ein Arbeitsbüro im Bahnhof ein positives Zeichen für diesen Bahnstandort gesetzt, stellte Kahlert fest. Im Zusammenhang mit der derzeitig bundespolitisch gewollten Aufwertung der Schiene spreche vieles dafür, dass hier langfristig wieder Personenzüge halten würden. Denn ohne deutliche Ausbau der Bahninfrastruktur sei das von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer verkündete Ziel einer Verdoppelung der Bahnfahrgastzahlen bis 2030 nicht zu erreichen, waren sich an Anwesenden einig.

Vier elektrifizierte Gleise

Der direkt von der Kreisstraße zugängige Schienenstrang mit vier elektrifizierten Gleisen sei eine gute Grundlage für einen umweltschonenden Schienennahverkehr. Im Umkreis von drei Kilometern erreiche man etwa 4000, bei den üblichen fünf Kilometern sogar über 6000 mögliche Fahrgäste. Ein Zughalt am alten Bahnhof würde außerdem mehr Platz auf den häufig überlasteten Straßen bringen. „Die Möglichkeit, ohne Stau, komfortabel und deutlich schneller als auf jeder Straße das Ziel zu erreichen, sollte nicht verschlafen werden“, so Kahlert.

Die nächste Chance biete der Nahverkehrsplan von Stadt und Landkreis Osnabrück, der im Dezember von Kreistag und Stadtrat Osnabrück verabschiedet werden soll. Zusammen mit den beiden anderen Wittlager Gemeinden Bohmte und Bad Essen bestehe noch die Möglichkeit, entsprechend auf die Fraktionen im Kreistag Einfluss zu nehmen.


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