Seniorennachmittag im Kirmeszelt Nach dem Stühlerücken finden in Ostercappeln alle Platz

Man sieht's: Es gab in Ostercappeln Grund zu Heiterkeit. Foto: Karin KemperMan sieht's: Es gab in Ostercappeln Grund zu Heiterkeit. Foto: Karin Kemper

Ostercappeln. Wie schaffen es die Ostercappelner Senioren, den Ortsrat ins Schwitzen zu bringen? Ganz einfach: Zum Seniorennnachmittag im Rahmen der Cappelner Kirmes kamen statt der angemeldeten 180 Personen gleich 30 mehr, nämlich 210. Ein Rekordergebnis.

Hatte es ein Jahr zuvor für die Teilnehmer Lebkuchenherzen zum Mitnehmen gegeben, so standen jetzt Glücksgläser auf den Tischen - liebevoll gestaltet und mit einem Teelicht versehen. Die Veranstaltung begann bei strahlendem Sonnenschein. Otto Duisen, der einen nicht unerheblichen Beitrag zum vergnüglichen Programm lieferte, meinte: "Und morgens hatten wir noch überlegt, ob wir Heizstrahler brauchen". Nein, auf zusätzliche Wärme konnte gut verzichtet werden, obwohl zwischenzeitlich ein Regenschauer niederging.

Wer zeitig kommt, hat die Platzauswahl

Dass die Vorbereitung durch die Helfer zeitig begonnen hatte (teilweise bereits am Freitagabend) erwies sind als genau richtig. Die ersten Gäste, die einen ganz bestimmten Platz belegen wollten, kamen nämlich bereits vor 14 Uhr. Mit zur Veranstaltung gehörte neben der Kaffeetafel (mit Torte) ein Empfangskomitee des Ortsrats am Eingang. Ortsbürgermeister Peter Kovermann frotzelte: "Manchmal lasse ich mir den Ausweis zeigen..."


Die einen singen, der Ortsrat schunkelt. Foto: Karin Kemper


Durch das Programm führte einmal mehr Rainer Brackmann. Er meinte: "Es ist eine wahre Freude, es so volles Zelt zu sehen. Wenn noch jemand kommt, wird zusammengerückt und der Kuchen geteilt." So weit kam es selbstverständlich nicht. Die Reserve reichte  – bei der Torte und bei den Sitzgelegenheiten. Der Nachmittag stand unter dem Motto "Klön und Klatsch". Brackmann lobte den Kirmesarbeitskreis: "Die haben ein tolles Programm auf die Beine gestellt, wobei die Kirmes erstmals am Freitag startete." Er fügte hinzu: "Zum Seniorennachmittag gehören auch Darbietungen – aber erst nach dem Kaffee."

Lachen ist gesund

Was dem passieren kann, der eine Veranstaltung kritisiert, erlebte Duisen. Prompt wurde er dienstverpflichtet, selbst auf die Bühne zu treten. Das tat er bereitwillig und zur Freude der Zuhörer. Er wusste aus der katholischen Kirchengemeinde zu plaudern, gab Dönkes zum Besten. Allein schon seine Begrüßung. Die Worte: "Ich habe nichts sehnlicher erwünscht und die angenehme Hoffnung gehegt, Ihnen mit dem Gefühl der lebhaften Hochachtung allen einen schönen Nachmittag zu wünschen..." Und das war nur ein teil der verschwurbelten Worte. Da mussten die Zuhörer einfach ins Lachen geraten. Duisen: "Ihr merkt schon, Lachen ist gesund." 

Nicht zuviel klatschen...

Gesungen wurde ebenfalls. Liederheftchen lagen aus. Die Saxofonbegleitung übernahm Hubert Riese. Brackmann hatte angekündigt, dass die beiden die Köpfe zusammengesteckt und geprobt hätten, damit Party im Festzelt würde. Klassischer Konter Duisens: "Eigentlich haben wir telefoniert." Er forderte zudem in Richtung Publikum: "Klatscht nicht so viel. das geht alles von meiner Auftrittszeit ab." Eine Anfrage, einen Hund zu beerdigen, so Duisen, lehnte der katholische Geistliche ab. Als der Fragesteller zum evangelischen Kollegen gehen wollte und auf die Erbschaft des Hundes verwies, gab es einen Sinneswandel: "Ich wusste gar nicht, dass der Hund katholisch ist."

Aktiv beim Kirmes-Seniorennrachmittag: Hubert Riese, Rainer Brackmann und Otto Duisen (von links). Foto: Karin Kemper

Und sportlich wurde es ebenfalls im Zelt. Die Paulus-Tanzgruppe "Nur Die" mit Martina Schunke, Luisa Schunke, Steffi Schlarmeyer, Annika Zahn und Andrea Tietz tanzte unter der Leitung von Lydia Borgmeier einmal bayerisch (mit Schuhplatteln und kurzen Lederhosen) und einmal orientalisch angehaucht.

Foto: Karin Kemper
Foto: Karin Kemper


Im Hinblick auf den garantiert kommenden Seniorennachmittag 2020 gab es eine Bitte Brachmanns: "Mein Wunsch ist, dass die, die sich nicht angemeldet haben, wenigsten vorher kurz durchrufen." Er ergänzte: "Schön, dass Sie alle hier sind." Und Duisen reimte am Schluss seines Vortrags: "Bleibt schön artig und auch fromm, im nächsten Jahr vielleicht ich dann wiederkomm'." Zuvor hatte er Werbung in eigener Sache gemacht. Die Seniorenfreizeit in Salzbergen, die vor Jahren im Angebot war, soll 2020 eine Neuauflage erfahren – vom 16. bis 20. März. 

Foto: Karin Kemper


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN