Heide Macho und ihr Traumberuf Mit Leib und Seele Kindergartenleiterin in Venne

Von Christa Bechtel

Vennes Kindergartenleiterin Heide Macho mit einigen Kindern der Zwergengruppe. Foto: Christa BechtelVennes Kindergartenleiterin Heide Macho mit einigen Kindern der Zwergengruppe. Foto: Christa Bechtel

Venne. Heide Machos Berufswunsch war es schon als Kind, Erzieherin zu werden. Als in Venne der Kindergarten gebaut worden war und zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen hatte, sagte sich die damals 14-Jährige: ‚Das möchte ich!‘ 1975 ging sie ins Vorpraktikum, besuchte anschließend die Fachschule in Melle, absolvierte 1978/79 ihr Anerkennungsjahr in Schwagstorf und wurde 1979 Leiterin des Kindergartens in Venne.

„Kinder sind mein Ein und Alles. Das ist mein Traumberuf, sie zu begleiten, ihre Entwicklung zu sehen – es macht einfach Spaß und da brenne ich für“, betont Heide Macho, wie viel Freude es ihr bereitet, mit Kindern zu arbeiten. Als Kindergartenleiterin hält sie die Fäden in der Hand, hat die Verantwortung für alles. Zu ihren Kernaufgaben zählen die pädagogische Leitung und die Betriebsführung, die Führung und Förderung der pädagogischen Mitarbeiter, die Zusammenarbeit im Team, mit Eltern und Kooperationspartnern im Sozialraum wie mit Schulen, Kindertagespflege, kulturellen Einrichtungen, Beratungsstellen, medizinischen und therapeutischen Einrichtungen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Kinderschutzeinrichtungen.

Das Zeitmanagement 

Aber auch die Organisationsentwicklung mit allen Beteiligten, das Selbstmanagement, zu der die eigene fachliche Positionierung und Fortbildung ebenso gehören wie Arbeitsorganisation, das Zeitmanagement und die Reflexion der eigenen Führungsrolle, die Beobachtung von Rahmenbedingungen und Trends und das Ziehen von Schlussfolgerungen für die eigene Einrichtung sowie die strategische Planung für das eigene Leitungshandeln obliegen ihr.

Heide Macho ist mit Leib und Seele Leiterin im Kindergarten in Venne. Foto: Christa Bechtel


Viele Kita-LeiterInnen stehen allerdings in der Zwickmühle, zugleich Führungskraft und Kollegin, zugleich Managerin und Pädagogin zu sein. Wie geht die gebürtige Vennerin damit um? „Etliche der Kolleginnen sind schon sehr viele Jahre hier. Es ist ein gutes Miteinander und man unterstützt sich gegenseitig“, stellt die Erzieherin dar, dass Jeder für Jeden da ist.

Bevor die Kinder überhaupt in den Kindergarten kommen, werden sie Zuhause besucht. „Wir haben das für uns so entschieden, weil die Kinder uns auf heimischem Terrain erst einmal kennenlernen sollen. Dazu bringen wir ein paar Spiele, aber auch Fotos vom Kindergartenalltag mit“, erklärt die 60-Jährige, die bei diesen Besuchen zudem ihren Fragenkatalog an die Eltern abarbeitet. An ihrer Seite hat sie stets eine Kollegin, „die sich mit dem Kind befasst. Das schafft Vertrauen und die Hemmschwelle nimmt ab“, sagt sie. Wenn die Kleinen das erste Mal in den Kindergarten kommen, gibt es kurze Zeit später ein Kennenlern-Picknick mit den Eltern. „Im letzten Jahr waren es 103 Eltern“, freut sich die Pädagogin immer noch über diese tolle Resonanz.

Überhaupt ist im Kindergarten in Venne die Elterninitiative riesengroß. Das liegt vielleicht auch daran, dass Heide Macho 38 Eltern hat, die bereits als Kinder die Einrichtung besuchten. „Da hat man natürlich ein ganz anderes Verhältnis zu den Eltern, die hier auf dem Land sehr engagiert sind“, meint die Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Außerdem setze sich der Förderverein sehr für die Belange der Kita ein. „Der macht eigentlich gar nicht so viele Aktionen pro Jahr. Aber wir werden immer unheimlich gut unterstützt“, weiß die Leiterin zu schätzen. Aufgrund von Elterninitiative sei beispielsweise um 1980 ein großes Holz-Indianerfort gebaut worden.

Treppe und Rutsche 

Weiter entstand eine Matschanlage, der Berg mit Treppe und Rutsche wurde gestaltet, ein Bauwagen angeschafft, der zur Holzwerkstatt wurde. „2017 hat eine große Aktion stattgefunden, zu der der Förderverein uns viel Geld hat zukommen lassen. Wir haben mit den Kindern einen Sponsorenlauf gemacht – und sie haben 6000 Euro eingelaufen“, weist Heide Macho auf das Projekt des neuen Spielplatzes. Nachdem man das in Zeitungen publik gemacht habe, „sind Firmen, Vereine, aber auch die politische Gemeinde an uns herangetreten, die etwas spenden wollten. Somit konnten wir den Spielplatz mit all den neuen Sachen gestalten“, erzählt die Leiterin. Da man noch etwas Geld übrig hatte, sei im letzten Jahr der Berg mithilfe von Landschaftsgärtner Maik Hachmann und vielen Eltern mit Krabbelröhren und Natursteinen verschönert worden. Natürlich hofft Heide Macho: „Dass die Eltern auch weiterhin so viel Interesse an unserer Arbeit haben.“

Eine größere Mensa 

Für die Zukunft wünscht sich die Kindergartenleiterin: „Dass es so weiterläuft wie bisher und dass der An- und Umbau, der geplant ist, auch umgesetzt wird. Denn wir benötigen dringend Sozialräume - auch aufgrund unserer beiden Integrationsgruppen  -  wie einen Intensivraum für Therapeuten (jeden Tag kommen in die Einrichtung Therapeuten), einen größeren Ruheraum, eine größere Mensa und ein Mitarbeiterzimmer, wo wir alle reinpassen.“


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