Initiative traf sich in Ostercappeln-Haaren Bahnhalt Vehrte: Start bis 2025 ermöglichen

Im Clubheim des SC Haaren trafen sich die Vertreter der Initiativen "Starkes Dorf Ostercappeln" und "Ein guter Zug für Vehrte/Ostercappeln". Foto: Johannes BarteltIm Clubheim des SC Haaren trafen sich die Vertreter der Initiativen "Starkes Dorf Ostercappeln" und "Ein guter Zug für Vehrte/Ostercappeln". Foto: Johannes Bartelt

Ostercappeln-Haaren . Bei ihrem jüngsten Treffen "Ein guter Zug für Vehrte/Ostercappeln" stellten die Mitglieder der Initiative eine zuversichtliche Prognose an: Wenn alle Beteiligten engagiert ihre Arbeit machten, müsse der Start des ersten Zuges in Vehrte bis spätestens 2025 möglich sein, so die übereinstimmende Auffassung.

Dies teilte Johannes Bartelt, Mitglied der Initiative, die sich regelmäßig trifft, um die weiteren Schritte zur Reaktivierung des Bahnhaltes Vehrte zu beraten, unserer Redaktion mit. Als nächstes, so die Mitteilung, stehe die Beauftragung eines Projektsteuerers durch die Gemeinde Belm in Zusammenarbeit mit der Planungsgesellschaft Nahverkehr Osnabrück (PlaNOS) an. Außerdem sei  die Unterzeichnung einer Planbegleitvereinbarung mit der Deutschen Bahn vorgesehen. Nach Grundlagenermittlung und Vorplanung mit Kostenschätzung müsse über die weiteren Planungen entschieden werden. 

Landkreis soll sich beteiligen

Bisher seien 250.000 Euro im Haushalt der Gemeinde Belm eingestellt und ein Zuschussantrag an den Landkreis gerichtet, erklärte der Belmer Ratsherr und SPD-Kreistagsabgeordnete Erwin Schröder. Auch im Landkreis seien 50.000 Euro eingeplant. „Der Kreistag hat die Bedeutung von mehr öffentlichem Nahverkehr erkannt und ich denke, dass sich der Landkreis mit der Hälfte an den Kosten für die Reaktivierung des Bahnhaltes beteiligt“, so Schröder. Während das Land zu 100 Prozent für Bahnsteig und Wendegleis aufkomme, müsse die Gemeinde das Bahnhofsumfeld mit Parkplatz und Beleuchtung finanzieren, könne diese Kosten aber bis zu 90 Prozent nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz bezuschussen lassen.

Der alte Bahnhof in Vehrte. In absehbarer Zeit sollen in Vehrte wieder Züge halten. Foto: Michael Gründel


Verbesserungen wünscht sich die Initiative bei der Erreichbarkeit des Bahnhaltes per Rad. So müsse der aus Richtung Haaren in Höhe Waldesruh endende Radweg bis zum Bahnhalt über etwa 1,3 Kilometer fortgesetzt werden, forderte der Ostercappelner SPD-Ratsherr Johannes Klecker. Erwin Schröder sagte zu, sich für eine Höherstufung dieses Radweges in der Prioritätenliste des Landkreises einzusetzen. Sinnvoll sei außerdem die Ausgestaltung des knapp 500 Meter langen Waldweges von der Siedlung Bergfrieden mit nächtlicher Beleuchtung. Der Weg würde für die dortigen Bewohner einen Umweg zum zukünftigen Bahnhalt ersparen. Dies sei umso wünschenswerter als hier 35 weitere Wohnbauplätze geplant sind.

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Ermutigt von der gesellschaftlichen Stimmung und Sensibilität für mehr Klimaschutz und deshalb auch mehr ÖPNV, regte Franz Kahlert an, den ehemaligen Bahnhof Ostercappeln nicht gänzlich abzuschreiben. Absoluten Vorrang habe aber der Einsatz für den Bahnhalt Vehrte. Das von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer vorgegebene Ziel, bis 2030 eine Verdoppelung der Bahnfahrgastzahlen zu erreichen, sei nur mit einem erheblichem Ausbau der Bahninfrastruktur in der Fläche zu erreichen. Mit der Initiative "Starkes Dorf" will Kahlert demnächst eine Ortsbesichtigung des Bahnhofsgeländes Ostercappeln vornehmen. Johannes Klecker teilte mit, dass die Gemeinde Ostercappeln einen Antrag auf Überprüfung eines Bahnhaltes für den zukünftigen Nahverkehrsplan, der im Dezember von Kreistag und Stadtrat Osnabrück verabschiedet werden soll, eingereicht habe.

Stark renovierungsbedürftig, aber durch seine Lage zwischen Herringhausen und Ostercappeln durchaus attraktiv in Sachen Infrastruktur. Archivfoto: Oliver Krato


Aufnehmen will die Initiative die Anregung aus der Bürgerschaft, dass ÖPNV-Verbindungen in Vehrte schon vor sechs Uhr zur Verfügung stehen. Selbstverständlich, so die übereinstimmende Auffassung, müssten die Frühschicht bei VW und die Krankenhäuser in Osnabrück auch ohne Auto erreichbar sein. Auch im Interesse älterer Menschen müsse das Angebot von Bus und Bahn deutlich verbessert werden. 

Über die Bedingungen für mehr ÖPNV will die Initiative am Mittwoch, 18. September, mit dem früheren Bundesvorsitzenden des Verbandes deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), Jürgen Fenske, sprechen. Die öffentliche Veranstaltung findet um 19 Uhr im Gebäude der Stadtwerke Osnabrück, Alte Poststraße 9, in Osnabrück statt.


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