Aufwertung des Nüllenbusches Ein neuer Ruhe- und Erholungsort in Ostercappeln

Neue Bänke laden im Nüllenbusch zum Verweilen an. Foto: Verein Starkes DorfNeue Bänke laden im Nüllenbusch zum Verweilen an. Foto: Verein Starkes Dorf

Ostercappeln. Die Aufwertung des Nüllenbusches in Ostercappelns Ortsmitte wurde jetzt erfolgreich beendet. Bürger können nun einen neuen Ruhe- und Erholungsort nutzen. Die Initiative, das kleine Waldgrundstück westlich der Gartenstraße zu gestalten, ging vom Verein "Starkes Dorf" aus.

Der Verein hatte in Abstimmung mit dem Grundstückseigentümer – Ulrike und Thomas Nülle – und der Gemeinde Ostercappeln einen Antrag auf Gewährung einer Zuwendung nach der Zile-Richtlinie für die Aufwertung der Fläche gestellt. Zile – das sind Zuwendungen zur integrierten ländlichen Entwicklung. Das Amt für Regionale Landesentwicklung (ArL) genehmigte den Förderantrag. Die Sparkassenstiftung im Landkreis Osnabrück hatte das Vorhaben außerdem finanziell unterstützt.

Das Starke Dorf dankt besonders den Grundeigentümern. "Ein Entgegenkommen der Familie Nülle, das Gemeinwohl der Bürger uneigennützig zu fördern, ist keineswegs selbstverständlich. Nülles haben nicht nur ein Grundstück zur Nutzung der Bürger freigegeben, sondern sie haben sich auch an den Kosten beteiligt", so der Verein.

Vieles über Pflanzen, Tiere und die Geschichte des Areals erfahren Betrachter der Infotafel. Foto: Verein Starkes Dorf

Die gesamte Gestaltung des Nüllenbusches lag in Hand der Landschaftsarchitektin Nicola Thieme-Hack von der Planungsgruppe Landschaft aus Osnabrück. Der Verschönerungsverein Ostercappeln kümmert sich fortan um die Pflege des Areals. "Einen wesentlichen Anteil einer störungsfreien und zügigen Umsetzung des Projektes lag beim Fachdienst Planen und Bauen der Gemeinde unter Leitung von Michael Borgmeier", betont das Starke Dorf. Realisiert wurde das Projekt von der Firma Garten- und Landschaftsbau Hachmann aus Venne.

Viele Erinnerungen

Das Waldgrundstück hat für viele Bürger große Bedeutung und ist mit Erinnerungen verbunden." Für die Ostercappelner galt das Nüllenholz, ein alter Baum- und Buschbestand, ehemals nah des Gogerichtes und des Legge Gebäudes, heute in Nachbarschaft der Paulus Kirche und des Kindergartens Arche Noah gelegen, mehr als nur ein Wäldchen", berichtet der Verein. Drei Wege führen bis heute in den Wald hinein, von Mehrings Hufschmiede, vom Rosental und aus Norden von der Straße nach Venne. Auch zwei kleine Wasserläufe ergießen sich von St. Lambertus und von der Friedenshöhe schon seit Jahrhunderten zwischen den Bäumen herab in Richtung Westen. Sie wurden, bevor sie gemeinsam bis heute den Verlauf als Krebsburger Mühlenbach antreten, zur Bildung eines Teiches vor einer Wiese gestaut.

Waltraud Pohler, geborene Budt,  aus Barsinghausen berichtet in einem Brief an ihrem ehemaligen Klassenkameraden über das Nüllenholz, auch vielfach als Nüllenbusch bezeichnet, sogar von einem Bleiche-Weg. Eine Bleiche lange vor der Waschküchenära erwies sich gerade hier in unmittelbarer Nähe der Legge als sinnvoll. Auch Stalltiere wurden einst in den Nüllenbusch getrieben, um dort zu weiden. 

Rodeln im Winter

Und im Winter bescherte das Areal Kindern ein Vergnügen.  So rodelten die Kleinen von der Venner Straße bis zum Brandteich, rasten Bobs und Schlitten der Großen von Böhmers über die Gartenstraße links ab in Mehrings Wiesen, donnerten über Schikanen mit Karacho in das Holz hinein, um dann die Kufen geschickt über die enge Bachbrücke zu lenken. Sehr gewagt, einige landeten im Haus St. Raphael, andere spielten weiter mit Knüppeln aus dem Holz und Blechdosen auf dem zugefrorenen Teich Eishockey auf "Ostercappelner Art", berichtet das Starke Dorf.


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