Elke Brockschmidt ist kreativ Multitalent in Sachen textiler Kunst aus Hitzhausen

Von Christa Bechtel

Elke Brockschmidt ist ein Multitalent in Sachen „textiler Kunst“. Seit November 2018 ist sie die Erste Vorsitzende der Kunstschule Bad Essen. Foto: Christa BechtelElke Brockschmidt ist ein Multitalent in Sachen „textiler Kunst“. Seit November 2018 ist sie die Erste Vorsitzende der Kunstschule Bad Essen. Foto: Christa Bechtel

Hitzhausen. Ob stricken, sticken, häkeln, nähen mit der Nähmaschine, kleine Reparaturen an der Kleidung selber machen, das Basteln mit Salzteig oder Aquarellmalen sowie das Malen mit Farbe, Kreide, Kohle, Bleistift: das Spektrum der Kurse, die Elke Brockschmidt bereits an der Kunstschule Bad Essen gegeben hat, ist riesengroß.

Seit November 2018 ist sie die Erste Vorsitzende der pädagogischen Einrichtung. „Es hat mich schon immer interessiert, etwas abzumalen wie Schutzengel, die ich bei meiner Freundin Zuhause entdeckte“, blickt Elke Brockschmidt auf ihre Kindheit, die eigentlich Spitzentänzerin werden wollte. Als ihre Lehrerin in der Grundschule ihr weismachen wollte, dass sie manches nicht könne, wollte die kleine Elke es gerade ausprobieren. So begann sie nicht nur zu malen, sondern auch zu handarbeiten.

Was fasziniert die gebürtige Osnabrückerin an Kunst? „Vor allen Dingen die Farben; das sieht man auch an meinen Stoffregalen“, antwortet sie spontan und fügt scherzend hinzu: „Wenn das noch größer wäre und ich hätte Platz zum Liegen, dann würde ich mich da reinlegen.“ Denn: „In textiler Kunst habe ich eigentlich alles gemacht bis auf das Klöppeln“, erläutert die gelernte Industriekauffrau, die in ihrer Nähstube sogleich auf ein Spinnrad oder angefangene Pullover blickt und sogar selbst Wolle gefärbt hat.

Der Theaterwaggon

1996 zog Elke Brockschmidt mit ihrer Familie nach Hitzhausen. Zwei Jahre später engagierte sie sich bereits an der Kunstschule Bad Essen. „Da kam der Theaterwaggon auf das Areal am Bahnhof hinzu. Deshalb suchten sie für das Puppentheater Mitspieler und ich dachte sofort, dass das etwas für mich wäre. Außerdem konnte ich die Puppen selber fertigen, weil das wieder in meine textile Kunst fiel“, erzählt die Mutter von drei  Kindern und stolze Oma von elf Enkelkindern, die in diesem Jahr sogar ihr erstes Urenkelkind bekommt. So spielte sie einige Jahre Theater und wurde nach einiger Zeit Kassenwartin des Vereins.

„Eigentlich habe ich die Verantwortung für alles in der Kunstschule Bad Essen. Sowohl dass das dort läuft, dass Kurse abgehalten werden – und eigentlich auch für das Geld, weil ich die Hand dafür gehoben habe“, geht die 69-Jährige auf ihre Aufgaben als Erste Vorsitzende ein, die inzwischen viel Zeit ehrenamtlich dafür investiert. Sogar wenn ein Besen kaputt ist, besorgt Elke Brockschmidt gleich einen neuen. Was die Hitzhausenerin allerdings bemängelt: „Der Kunstschule geht es finanziell nicht gut. Es würde uns schon reichen, wenn Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene mehr Kurse belegen würden, denn die Kinder kommen nicht mehr. Leider ist der Verein zudem, wie viele andere auch, überaltert.“ Da die engagierte Ehrenamtliche weiß, dass es für Kinder wichtig ist, solche Kurse zu besuchen, wünscht sie sich: „Dass Kinder und Jugendliche wieder mehr Zeit in die Kunst investieren.“

Thema „Bauhaus“

Im Rahmen des 100-jährigen Bauhaus Jubiläums – 1919 gründete Walter Gropius die Bauhaus-Kunstschule in Weimar – bietet Elke Brockschmidt in diesem Jahr einiges an Kursen zum Thema „Bauhaus“ an. „Frauen wurden im Bauhaus leider in die textile Richtung gedrängelt, wo sie eigentlich gar nicht unbedingt hin wollten. Danach hat es sich erst ergeben, dass Frauen auch fotografierten, an den Baukörpern (das Wichtigste für Gropius) beteiligt wurden.“ Alle Angebote findet man im Internet unter www.kunstschule-badessen.de/kube/kurseprogramm

Außerdem bietet die Kunstschule Bad Essen in Kooperation mit dem Kulturring Ostercappeln – dort war Elke Brockschmidt ebenfalls einige Jahre Erste Vorsitzende – zum Thema „Bauhaus“ am 21. und 22. September eine Fahrt nach Dessau an, die das Busunternehmen Gottlieb organisiert und durchführt. Ein weiteres Projekt in diesem Jahr: Am 1. Juni findet in der Kunstschule ein Familientag zum Thema „Drucken“ statt. „Der ist kostenlos, wir bitten nur um eine Materialspende“, so die Vorsitzende.

Die Tintenpoeten

Wünschen würde sie sich für die Zukunft: „Dass auch die Kinder aus Bohmte und Ostercappeln den Weg zur Kunstschule Bad Essen finden.“ Im Rahmen der „Tintenpoeten“ lädt sie außerdem am 7. Juli zur „Kunst im Garten“ von 11 bis 18 Uhr nach Hitzhausen ein. Denn Elke Brockschmidt besitzt auch einen „grünen Daumen“.


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