Junge Musiker begeistern „Abendmusik“ in der St. Lambertus Ostercappeln hat Tradition

Von Christa Bechtel

Kinder des Moos-Projektes aus der Grundschule Ostercappeln trugen zum Abendmusik-Programm bei. Foto: Christa BechtelKinder des Moos-Projektes aus der Grundschule Ostercappeln trugen zum Abendmusik-Programm bei. Foto: Christa Bechtel

Ostercappeln. Einmal im Jahr haben Eltern, Verwandte und Gäste Gelegenheit, sich von dem Unterrichtsstand einiger Schüler der Kreismusikschule Ostercappeln zu überzeugen. Wenn nämlich die örtlichen Leiter Frauke Staupendahl (Blockflöten) und Rüdiger Bol (Klavier und großes Ensemble) zur beliebten „Abendmusik“ in die Kirche St. Lambertus nach Ostercappeln einladen.

In seiner Begrüßung machte Pater Jose Kuzhichalil denn auch deutlich, dass ein Leben ohne Musik schwer vorstellbar sei. Lobend erwähnte er, dass die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen viel Zeit investiert hätten, um nun diese Musik zu präsentieren. 

Das große Ensemble eröffnete das Programm mit „Get it!“ von Daniel Hellbach. Er hat sich gerade in den letzten Jahren einen Namen als Komponist von populärer Unterrichtsliteratur gemacht. „Get it!“ machte deutlich, welch ein vielseitiges Instrument die Blockflöte ist und man mit ihr durchaus auch Rockmusik spielen kann.

Simon und Marie Borgmeier (v.l.) und Uta Bol begleiteten das Blockflöten-Ensemble Ostercappeln auf der Gitarre. Foto: Christa Bechtel


Begleitet wurde dieses rhythmische und rockige Stück von Marie Borgmeier am Schlagzeug sowie den Gitarristen Simon Borgmeier und Uta Bol. Das vom Komponisten ursprünglich nur dreistimmige Stück hatte Rüdiger Bol durch eine Bassstimme erweitert, sodass es vierstimmig erklang.  

Ganz cool folgte Erik Bendzulla, der am Klavier „Der Hubschrauber“ und „Ostinato“ zu vier Händen mit seinem Lehrer Rüdiger Bol und wieder aus der Feder von Hellbach spielte. Auf ihren Sopranflöten brachten Kinder des Moos-Projektes der Grundschule Ostercappeln –  Mari Hein, Greta Höveler, Sophia Kanitz, Elin Koll – „Das Lied der Pfeifer“ und „Mrs Cool“ zu Gehör. 

Souverän ließ Pianistin Hannah Bendzulla „Zirkus Kapriolen“ sowie das bekannte „Faded“ (Arr. für Klavier R. Bol) von Alan Walker erklingen. Mit Frauke Staupendahl erfreute Flötistin Malena Steffen die Besucher mit französischer Volksmusik aus der Bretagne und mit Bol am Piano mit „Walking the Dog“. Erneut von Hellbach hatten die jungen Pianisten Chedine und Meyssan Genz „Gospel“ zu vier Händen gewählt. Erst interpretierten Marit Beckmann und Elisa Kruckemeyer mit Frauke Staupendahl gekonnt das wehmütige Liebeslied „The Sally Gardens“ aus Irland und fetzig „Gag Rag“ von Hellbach.

Berühmteste Solo-Komposition

Da dieses Jahr bei den Klavierstücken Sergej Rachmaninow einen kleinen Schwerpunkt darstellte, hatte Meyssan Genz das Klavierstück Prélude op. 3 Nr. 2 (cis-moll), das zu seiner berühmtesten Solo-Komposition wurde, einstudiert. Brillant ließ er anfangs die Glocken einer Kirche erklingen, die immer lauter wurden bis sie leise verebbten. Mit „Bouffons“ spielten die Flötistinnen Hannah Bendzulla, Emily Koch und Zora Lücke das älteste Stück des Konzertes, das aus der Renaissance stammt. Um dann „Adjossi“, ein Scherzlied aus Südamerika folgen zu lassen.

Immer wieder begleitete die Pädagogin Frauke Staupendahl ihre Flötenkinder. Foto: Christa Bechtel


Sodann beeindruckte das Blockflöten-Ensemble Ostercappeln – Anna Marie und Holger Kampers, Linda Daum, Beate Hermanspann, Maja Pape, Frauke Staupendahl, Philipp Weinbrenner, Lydia Borgmeier und die Gitarristen Marie und Simon Borgmeier und Uta Bol - mit dem „Engel-Terzett“ von Felix Mendelssohn Bartholdy, das aus seinem 1846 uraufgeführten Oratorium „Elias" (op. 70) stammt und dort von einem drestimmigen Frauenchor gesungen wird. Rüdiger Bol hatte das Terzett für ein vierstimmiges Blockflötenensemble arrangiert und nach C-Dur transponiert. 

Mit perlendem Anschlag begeisterte die Pianistin Chedine Genz mit dem bekannten „Clair de lune“ von Debussy sowie Flötistin Maja Pape mit einer Schottischen Weise und einem „Menuett“ aus dem Barock, der Blütezeit der Blockflöte. Einen Ausflug in den Swing starteten Jonna Beckmann, Linda Daum, Carolin Meyer, Alblockflöten“, mit „Secret“ von Hellbach, um einige Zeit später mit den Variationsstücken „Greensleeves to a Ground“ zu begeistern.

Philipp Weinbrenner ist ein Multitalent, der mal als Flötist, dann als Pianist und zum Schluss hin als Organist im Einsatz war. Exzellent brachte er erst am Klavier einen Kanon von Pachelbel zu Gehör, dann die Hauptthemen aus dem ersten und dritten Satz des Klavierkonzerts Nr. 2 von Rachmaninow mit glockenartigen Akkorden oder weiten leidenschaftlichen Melodien, die an die unendliche Weite der russischen Landschaft erinnern. Mit einem „Minuetto“, ein alter Tanz im Dreiertakt, bestachen Alice Sandkühler, Katharina und Victoria Westermann auf ihren Altblockflöten.

Das Blockflöten-Ensemble Ostercappeln überzeugte unter anderem mit dem „Engel-Terzett“ von Felix Mendelssohn Bartholdy. Foto: Christa Bechtel


Irischer Reisesegen

Bevor alle den irischen Reisesegen „Möge die Straße“ sangen, ließen das Blockflöten-Ensemble noch fulminant „Thank you for the Music“ von Abba, die Filmmusik „He’s A Pirate“ und Philipp Weinbrenner an der Orgel „Offertoire un Communion“ von César Franck erklingen. Und Rüdiger Bol lobte: „Ihr habt das alle ganz super gemacht!“ Danke sagte er allen Akteuren, Gastakteuren, Helfern und insbesondere den Eltern.


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