Ortsleben ohne Ehrenamt undenkbar Bürger in Venne für besonderes Engagement geehrt

Von Christa Bechtel

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Venne. Zum zehnten Mal hatte der Ortsrat Venne Vereine, Verbände, Kirchen, Institutionen und Bürger des Dorfes zu „Venne trifft sich“ in das Gasthaus Linnenschmidt in Venne eingeladen. Im Mittelpunkt standen erneut bestimmte Personen, die für ihr besonderes Engagement geehrt wurden.

Für den musikalischen Rahmen sorgten Rainer Mix (Gitarre) Michaela Blum (Violine), und Frank Hünniger (Kontrabass) – natürlich mit Folkmusik. Denn Venne ist „the place where music lives!“, so der Untertitel des Abends. Zudem hieß Kay Krommes, Mitglied des Ortsrates, nicht nur die Gäste im sehr gut gefüllten Saal willkommen, sondern führte als Moderator auch durch das Programm. Weiter warf Krommes die Frage auf: „Was versteckt sich hinter ‚Venne trifft sich‘?“ Antwort: „Ein Arbeitskreis des Ortsrates, der alle zwei Jahre Bürger der Ortschaft für besondere Verdienste und Leistungen ehrt.“

Gesellschaft ohne Ehrenamt nicht möglich

„Ehrenamt – ein großes Wort. Wenn man ehrlich ist, würde unsere Gesellschaft ohne Ehrenamt nicht funktionieren. Insbesondere hier im Ortsleben“, betonte Ortsbürgermeister Erik Ballmeyer. Kommunalpolitisch versuche man, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um das Ehrenamt zu unterstützen. Beispielsweise sei sich der Ortsrat einig, dass das lang gehegte Projekt ‚Plätze für die Jugend‘ mit neuem Schwung wieder angegangen werden müsse. Was Ballmeyer besonders freute: „Der gegenseitige Respekt und der gute Umgang der Vereine hier in Venne ist eine stabile Basis.“ An dieser Stelle wies der Ortsbürgermeister auf das Treffen der Vereine am 20. November hin. Aber: „Mit jedem Verein, der sich auflöst, geht auch ein Stück Ortsgeschichte und Kultur verloren.“ Daher appellierte er, junge Leute in die Verantwortung zu bringen. Erstmals seit Jahren sei die Gemeinde Ostercappeln auch wieder in der Lage, eine spürbare Vereinsförderung zu gewähren, warb Ballmeyer dafür, Projekte anzugehen. Fördersätze von bis zu 73 Prozent würden nicht so schnell wiederkommen.

„Venne trifft sich in vielen Orten dieser Welt: in Schwagstorf, Ostercappeln, in Bolbec/Frankreich, in Olsztynek/Polen, in Irland in Amerika. Was passt besser zur heutigen Veranstaltung, die im Besonderen an unseren leider verstorbenen Dieter Wasilke erinnert“, sagte zu Beginn seines Grußwortes Bürgermeister Rainer Ellermann. Gemeinsam mit der Gemeinde Ostercappeln sei Venne in vielen Lebensbereichen aktiv, bringe sich ein, beteilige sich. Exemplarisch zählte er die Venner Energie auf, erwähnte weiter die Ansiedlung von Häcker Küchen mit 450 neuen Arbeitsplätzen, die aktuelle Verlegung des Breitbandnetzes am Lutterdamm und den angrenzenden Straßen. „In wenigen Wochen wird dort das schnellste Internet aller Zeiten in unserer Gemeinde vorhanden sein.“ Aber auch die Planung von Kinderbetreuungs- und Kinderbildungseinrichtungen sowie die aktuelle Finanzlage ließ Ellermann nicht unerwähnt. Derzeit habe man eine Pro-Kopf-Verschuldung von 600 Euro. „Das alles haben wir uns allen zu verdanken“, unterstrich der Rathauschef.

Engagierte Bürger

„Diejenigen, die wir heute ehren, wissen nichts davon“, erklärte Erik Ballmeyer, der zunächst die Nachbarschaft der Berlinger Straße – Harald und Michael Holtgrewe, Rainer vor dem Brocke und Frank Krüger – nach vorne bat. Seit Langem habe dort der Wunsch nach einem wetterfesten Unterstand an der Bushaltestelle, insbesondere für die Schulkinder, bestanden. Als eine Haltestelle am Lutterdamm abgängig war, hätten sie in Abstimmung mit der Gemeinde den Transport organisiert, gepflastert und eingerichtet. Als Nächstes ging es ebenfalls um eine Bushaltestelle am Tannenkamp. „Die war immer stockduster. Unser Ortsratsmitglied Rolf Kruse war damit nicht einverstanden“, erläuterte Ballmeyer. Kurzerhand habe er Geld gesammelt und das Projekt mit dem Bauamt umgesetzt. „Heute stehen die Kinder im Licht, die Sicherheit ist gewährleistet“, verdeutlichte der Ortsbürgermeister, der Rolf und Sascha Kruse auszeichnete.

Da während der Trockenheit in diesem Sommer der Mühlenteich ausgetrocknet sei, „konnte nur durch wiederholten Einsatz ein wertvoller wilder Bachforellenbestand gerettet und ein katastrophales Fischsterben verhindert werden“, so Erik Ballmeyer, dessen Dank in diesem Zusammenhang der Feuerwehr, dem Team der Mühleninsel, dem Wasserverband Wittlage und weiteren Helfern, aber ganz besonders Karsten Daher und Willi Tiemeyer galt. „Ihr sorgt dafür, dass dieser Ort der Erinnerung an eine große Katastrophe immer einen würdigen Eindruck macht.“ Mit diesen Worten ehrte der Ortsbürgermeister Inge und Walter Imbusch, die mit viel Herzblut die Beete am Venner Eck hegen und pflegen. Alle Geehrten freuten sich über Gutscheine und Blumen, so auch Gastwirtin Doris Linnenschmidt-Herder.


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