„Große Verdienste“ Dieter Wasilke posthum in Venne geehrt

Von Christa Bechtel

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Vennes Ortsbürgermeister Erik Ballmeyer (links), Kirsten Steiner, Jan Wasilke, Regina Rommel, Julia Kurtz, Frauke Hampe und Rainer Ellermann nach der posthumen Ehrung für Dieter Wasilke. Foto: Christa BechtelVennes Ortsbürgermeister Erik Ballmeyer (links), Kirsten Steiner, Jan Wasilke, Regina Rommel, Julia Kurtz, Frauke Hampe und Rainer Ellermann nach der posthumen Ehrung für Dieter Wasilke. Foto: Christa Bechtel

Venne. Der Ende Juli verstorbene Dieter Wasilke ist posthum für sein Schaffen und Wirken für die Ortschaft Venne geehrt worden. Als seine Witwe, Regina Rommel, die Urkunde an Wasilkes Sohn Jan während der Veranstaltung „Venne trifft sich“ im Linnenschmidtschen Saal weitergab, flossen doch etliche Tränen.

„Dieses Jahr haben wir im Mai den 20. Venner Folk Frühling gefeiert; nur der Verein ist noch keine 20 Jahre alt“, hatte vor der Ehrung Rolf Wunder erklärt, der die erfolgreiche Geschichte des Folk Frühlings Revue passieren ließ. In den ersten Jahren habe Dieter Wasilke die Festivals in Eigenregie geführt, Helfer requiriert, Sponsoren gesucht. „Es hat sich dabei später allerdings wenig verändert“, meinte Wunder. Am 30. Januar 2002 hätten dann 26 Personen den gleichnamigen Verein gegründet. Wunder: „Damit wurde ein Verein aus der Taufe gehoben, der sich der Pflege von Lied, Folk, plattdeutscher und Weltmusik als Kulturgut verschrieb. Zur Förderung der internationalen Gesinnung der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Gedankens der Völkerverständigung.“

Folk und Toleranz

So sei der Verein in den folgenden Jahren stetig gewachsen – auch dank zahlreicher Sponsoren, die Dieter Wasilke durch seinen unermüdlichen Einsatz fand und die Rolf Wunder namentlich erwähnte. „Inzwischen hat die Mitgliederzahl die 300 überschritten“, freute sich der Belmer. „Nach meiner Kenntnis einer der größten Folkclubs in der Bundesrepublik.“ Durch die ständige Präsenz durch Festivals und Konzerte habe der Verein 2009 den Kulturförderpreis des Landschaftsverbandes Osnabrücker Land bekommen. Aber: „Nach 16 Jahren an der Spitze dieses Vereins ist der Initiator und Motor von Bord gegangen. Seine Krankheit war stärker als er. Wir vom Vorstand wollen und werden den Verein weiterführen, auch wenn die Fußstapfen sehr groß sind, in die wir treten müssen“, so Wunder.

Verdiente Würdigung

„In Verbindung mit dem 20-jährigen Jubiläum des Folk Frühlings drängte sich die Ehrung von Dieter Wasilke förmlich auf. Wir waren uns im Arbeitskreis schnell einig“, betonte Ortsbürgermeister Erik Ballmeyer. Weiter sagte er: „Dieter hat den Folk Frühling mit einer großen Anstrengung durchgeführt; seine Krankheit hatte ihm zu diesem Zeitpunkt schon viel abverlangt.“ Anfang Juni sei er dann bei ihm zu Hause gewesen, um ihm von der geplanten Ehrung zu erzählen. Ballmeyer: „Ich hatte den Eindruck, dass er sehr gerührt war.“ Die Vorbereitungen seien angelaufen, der 29. August im Saal Linnenschmidt bestellt worden. „Dann kam am 29. Juli die Nachricht, die wir aufgrund Dieters gesundheitlicher Entwicklung befürchten mussten. Aber die Ehrung von Dieter Wasilke aufgrund seines Todes nicht durchzuführen, war für uns keine Option. Seine Verdienste für Venne sollten nicht ungewürdigt bleiben.“

Menschen motiviert

„Dieter war ein vielseitig talentierter Mensch mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, Interessen und Leidenschaften. Neben seinen künstlerischen Talenten hatte er auch die erforderlichen organisatorischen Anlagen, um so ein Projekt umzusetzen. Vor allem aber hatte er die Gabe des Zuhörens und der Motivation von Menschen“, stellte Erik Ballmeyer heraus, der weiter ergänzte: „Seine berufliche Qualifikation, sein charismatisches Auftreten und seine Disziplin waren für seine Vorhaben immer der entscheidende Grundstein.“ Doch auch als hoch talentierter Musiker habe er mit namhaften erfolgreichen Musikern immer einen Dialog auf Augenhöhe geführt. „Dieter wird im Ort fehlen, auch im Folk Frühling wird er sicher schmerzlich vermisst. Aber seine Spuren, das, was er uns hinterlassen hat, das kann niemand wegnehmen“, akzentuierte Erik Ballmeyer, der nun die Urkunde vorlas.

Mit Leib und Seele

„Dieter war ein besonderer, vielseitiger Mensch. Und ich bin stolz darauf, die Frau von Dieter Wasilke zu sein. Ich verneige mich in tiefer Demut vor seinem Lebenswerk“, sagte Regina Rommel, die weiter hervorhob: „Er hat sich sehr auf diese Ehrung gefreut und war auch zu Recht stolz darauf.“ Er hätte aber sicher gesagt, dass das auch den vielen Helfern zu verdanken sei, „die sich durch das Feuer, das er entzündet hat, angesteckt gefühlt haben.“ „Unser Vater hatte immer große Freude an seinen Projekten und war stets mit Leib und Seele dabei. Und ich kenne niemanden, der sich so auf seine Aufgaben eingelassen hat, wie er“, sagte zum Schluss Jan Wasilke, der unterstrich: „Es ist mir eine große Freude, diese Ehrung entgegenzunehmen, auch wenn ich mir wünschte, er würde es selber tun.“


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