Führungen und Trauungen Auch der Ehrenvorsitzende hat in Venne viel zu tun

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Erich Möhlmeyer vor der Schmiede auf der Mühleninsel. Seit April ist er Ehrenvorsitzender des Venner Heimat- und Wandervereins. Foto: Rainer WestendorfErich Möhlmeyer vor der Schmiede auf der Mühleninsel. Seit April ist er Ehrenvorsitzender des Venner Heimat- und Wandervereins. Foto: Rainer Westendorf

Venne. Viel Zeit, um im Strandkorb auf der Terrasse zu sitzen, hat Erich Möhlmeyer nicht. Der Heimat- und Wanderverein Venne hat seinem langjährigen Vorsitzenden dieses Präsent zur Verabschiedung gemacht.

Im April hat Möhlmeyer den Vereinsvorsitz abgegeben – nach 17 Jahren im Amt. 24 Jahre war es insgesamt im Vorstand tätig. Sein Nachfolger ist Reinhard Wolff. Der Verein hat seinen langjährigen ersten Mann zum Ehrenvorsitzenden ernannt. „Das war wirklich eine Überraschung“, sagt Möhlmeyer. Vor der Ernennung hatte der Vorstand nämlich nichts davon durchblicken lassen.

Zwei Ehrenvorsitzende

Somit hat der Venner Verein nun zwei Ehrenvorsitzende, denn auch Möhlmeyers Vorgänger Werner Lüssenheide wurde diese Ehre zuteil.Überhaupt ist Lüssenheide bis heute ein Vorbild für den gebürtigen Niewedder. „Wie hast Du das damals gemacht?“ – diese Frage habe er Lüssenheide oft gestellt, berichtet Möhlmeyer. Und Werner Lüssenheide – in Venne als „Der Präses“ bekannt – war es auch, der Möhlmeyer ins Team holte. Die Arbeit im Vorstand eines Vereins habe sich im Lauf der Zeit gewandelt. Immer mehr müsse schriftlich dokumentiert werden, hat er beobachtet. Und richtig kompliziert werde es, wenn Förderanträge für Projekte wie den Mühlenkotten auf den Weg gebracht werden sollen.

Noch recht jung

Möhlmeyer ist sehr eng verbunden mit dem Heimat- und Wanderverein, der übrigens noch recht jung ist. Gegründet wurde der Verein 1979 dank der Initiative von Wilhelm Ferlage, der aus Osnabrück nach Venne zugezogen war. Dieser war dann auch der erste Vorsitzende. „Rund 25 Personen waren damals zunächst aktiv“, so Möhlmeyer. Heute zählt der Verein rund 450 Mitglieder.

Mühle und Mühleninsel

Die Unterhaltung der Venner Mühle, die der Heimat- und Wanderverein 1985 übernommen hat – langfristig gepachtet von der Gemeinde – war zunächst der Aufgabenschwerpunkt. Dann folgte die Gestaltung der Mühleninsel. Im Lauf der Jahre sind hier mehrere Gebäude errichtet beziehungsweise wieder aufgebaut worden; Schmiede, Backhaus, Bleichhaus und Pferdestall mit Café. Möhlmeyers Ehefrau Monika war hier mehr als zehn Jahre für die Koordination des Einsatzes im sonntäglichen „Café“ zuständig. Letztes Projekt war der Aufbau des Mühlenkottens, der einst in Barkhausen stand.

Ehrenamtliche Arbeitsstunden

Neben dem finanziellen Engagement sind es die ehrenamtlichen Arbeitsstunden, die die Mitglieder fordern. „Allein 5.500 Stunden haben wir in den Mühlenkotten investiert“, so der Ehrenvorsitzende. Damit sei das Ensemble nun aber auch komplett. Die eine Sache sei es, Bauvorhaben zu verwirklichen. Die andere aber, diese Gebäude zu pflegen und langfristig zu unterhalten. „Das ist die größte Herausforderung“, sagt Möhlmeyer.

Junge Kräfte finden

Der Heimat- und Wanderverein lebt vom Engagement vieler ehrenamtlicher Aktiver. Damit das auch in Zukunft gewährleistet ist, braucht es neue Mitglieder. „Junge Kräfte zu finden, ist schwer“, berichtet der langjährige Vorsitzende. Diese Erfahrung machen alle Vereine. Häufig sind es berufliche Gründe, die Interessierte davon abhalten, sich langfristig zu engagieren. „Wir suchen aber auch aktiv Mitglieder“, sagt Möhlmeyer. Der Verein spreche mögliche Neuzugänge direkt an. Und auch über die neue Homepage des Vereins ( www.heimatverein-venne.de) kann man sogar online ein Antragsformular ausfüllen.

Beruf und Ehrenamt

Erich Möhlmeyer, Jahrgang 1941, hat Beruf und Ehrenamt auch dank des Rückhalts der Familie unter einen Hut gebracht. Genau 40 Jahre und einen Monat war er bei der Deutschen Bahn tätig; zunächst im kaufmännischen, später im technischen Bereich. Dazu gehören auch verschiedene Einsatzorte wie Osnabrück, Rheine und in den letzten Jahren vor der Pensionierung noch Bremen.

Standesamtliche Trauungen

Neben der Arbeit im Vorstand waren und sind es vor allem zwei Vereinsbereiche, die Möhlmeyer betreut: Führungen und standesamtliche Trauungen. Er stellt zahlreichen Gruppen die Mühleninsel und deren Einrichtungen vor. Diese habe sich zu einem Besuchermagneten entwickelt. Es gibt Tage, an denen gleich zweimal mit Gästegruppen unterwegs ist. Viel Lob gebe es auch stets für den Bauerngarten auf der Insel. Überhaupt seien es gerade die auswärtigen Besucher, die beeindruckt und begeistert seien. Wer vor Ort wohne, nehme eben vieles als selbstverständlich war.

In der Dorfschmiede

Seit einigen Jahren haben Paare die Möglichkeit, sich in der Dorfschmiede oder dem Mühlenkotten standesamtlich trauen zu lassen. Dann ist nicht nur der Standesbeamte der Gemeinde im Einsatz.Möhlmeyer schließt die Räume auf, sorgt für Getränke und Bewirtung, räumt auf und schließt ab. Häufig stellt er den Paaren vor dem eigentlichen Trautermin die Örtlichkeiten vor. Die Mühleninsel ist ja schließlich auch eine tolle Kulisse für das Hochzeits-Fotoshooting. 25 bis 30 Eheschließungen finden hier im Jahr statt. Fazit: Auch als Ehrenvorsitzender ist Erich Möhlmeyer stets beschäftigt.

Dorfmarkt mit Erntedankfest

Der Heimat- und Wanderverein richtet zudem jährlich zwei größere Veranstaltungen aus: den Weihnachtsmarkt und den Dorfmarkt mit Erntedankfest. Dieser steht am Sonntag, 7. Oktober, wieder auf dem Programm. Der Tag beginnt um 10 Uhr mit dem Erntedankgottesdienst in der Walburgis-Kirche. Von 11 bis 18 Uhr folgt der Markt auf der Mühleninsel mit Musik- und Tanzvorführungen, alter Handwerkskunst sowie zahlreichen Ständen.


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