Gemeinsame Flüchtlingsbetreuung Willkommensbüro Wittlager Land soll Arbeit fortsetzen

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Das „Willkommensbüro Wittlager Land“ hat seinen Sitz an der Bremer Straße 24 in Bohmte. Archivfoto: Rainer WestendorfDas „Willkommensbüro Wittlager Land“ hat seinen Sitz an der Bremer Straße 24 in Bohmte. Archivfoto: Rainer Westendorf

Ostercappeln/Bohmte. Das Willkommensbüro Wittlager Land für die Aufnahme und Begleitung von Flüchtlingen soll seine Arbeit in den kommenden Jahren fortsetzen. Die Einrichtung mit Sitz in Bohmte ist Bestandteil der gemeindeübergreifenden Flüchtlingsbetreuung im Altkreis.

Die Gemeinderäte Bohmte und Ostercappeln haben in ihren jüngsten Sitzungen die Weiterführung der kommunalen Zusammenarbeit beschlossen. Der Rat Bad Essen wird sich in seiner Sitzung am 18. Oktober mit diesem Thema befassen.

Zunächst befristet

Die abgeschlossene Vereinbarung ist bislang befristet bis zum 31. Dezember 2018. Durch die bisher nicht erfolgte Kündigung der Vereinbarung ist automatisch eine Verlängerung bis zum 31. Dezember 2019 erfolgt. „Im Rahmen der Zukunftssicherung der nach wie vor erheblichen Aufgaben im Rahmen der Unterbringung, Versorgung und Begleitung von zugewiesenen Flüchtlingen und Asylbewerbern soll die Vereinbarung nunmehr bis zum 31. Dezember 2022, also um weitere drei Jahre verlängert werden“, so die Begründung.

Start am 1. März 2016

Das „Willkommensbüro Wittlager Land “ hatte zum 1.März 2016 den regulären Betrieb aufgenommen. Die drei Wittlager Gemeinden haben die Flüchtlingsarbeit aufgeteilt und bilden jeweils Schwerpunkte. Ostercappeln kümmert sich um Wohnraum, Bad Essen um die Leistungsgewährung und Begleitung der Asylverfahren und Bohmte beziehungsweise das Kinderhaus Wittlager Land um die Sozialarbeit. Die Herausforderungen bei der Unterbringung, Betreuung und Integration vieler Menschen sollen durch eine Bündelung der Kräfte begegnet und damit die erforderlichen Mittel effizient eingesetzt werden“, so die Idee.

Interner Kostenausgleich

Die Gemeinden hatten eine entsprechende Vereinbarung geschlossen, die auch einen internen Kostenausgleich vorsieht. Finanziell mit im Boot sind bei der Betreuung und Unterbringung der Menschen auch der Landkreis Osnabrück und das Land Niedersachsen.

„Aktuell ist nicht absehbar, dass und in welcher Anzahl weitere Flüchtlinge und Asylbewerber zugewiesen werden. Dennoch hat sich gezeigt, dass die Aufgabenstellung bleibt“, darauf verweisen die Gemeinden.

Flexibel reagiert

Seit Eröffnung des Büros haben sich die Aufgaben allerdings verändert. Themen wie Familiennachzug, Sprachkurse und Sprachförderung, Unterstützung bei der Eingliederung in das Bildungssystem und die Integration in den Arbeitsmarkt gewinnen immer mehr an Bedeutung. In den vergangenen Jahren sei bei der personellen Besetzung des Büros immer flexibel auf diese Veränderungen reagiert worden, so die Kommunen. „Diese Flexibilität muss und wird auch in Zukunft erhalten bleiben.“

Das Büro funktioniere, weil die Zusammenarbeit gut laufe und sich die Mitarbeiter mit den Aufgaben identifizierten, sagte die Ostercappelner Ratsfrau Christina Rother. „Sie haben sich mit viel Herzblut den Aufgaben angenommen“. Der Bohmter Ratsvorsitzende Rolf Flerlage betonte: „Die Arbeit dreht sich um intensive Integration, ist mehr als Wohnungssuche.“ Thomas Rehme ergänzte: „Wir sind im Vergleich zu dem, was in anderen Orten läuft, optimal aufgestellt.“ Wichtig sei die Strukturen zu erhalten, denn die Aufgaben würden nicht abnehmen, auch wenn weniger Leute kämen.

Neue Aufgabenbereiche

Der Aufgabenbereich des Willkommensbüros wird übrigens erweitert. In Zukunft soll sich die Einrichtung zusätzlich um die von Obdachlosigkeit bedrohten Menschen im Wittlager Land kümmern. Dabei geht es in der Hauptsache um die Betreuung der Wohnungen, die jeweils in Absprache mit dem zuständigen Fachbereich der Gemeinden genutzt werden sollen.

Migration und Integration

Als weiterer Aufgabenschwerpunkt wird dem Willkommensbüro die Förderung und Stärkung der Migration und Integration zugeteilt. Für alle Menschen mit Migrationshintergrund, also weit mehr als nur für Flüchtlinge, soll eine (zusätzliche) Anlauf- und Informationsstelle geschaffen werden.


Flüchtlinge im Altkreis Wittlage

Wie viele Flüchtlinge wohnen derzeit in den drei Wittlager Altkreisgemeinden? In Bad Essen leben 138 Flüchtlinge, darunter sind 27 Personen, deren Asylverfahren noch läuft. 111 Personen sind bereits anerkannt und erhalten Leistungen nach dem SGB II oder sind mittlerweile erwerbstätig. In Bohmte leben 75 Flüchtlinge – 17 mit laufendem Asylverfahren und 58 Anerkannte. In der Gemeinde Ostercappeln wohnen derzeit 102 geflüchtete Menschen. 35 mit laufendem Verfahren und 67 anerkannte Flüchtlinge.

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