15 Stationen in Stadt und Landkreis Viertklässler testen in Venne das Museum Eisenzeithaus

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Venne. Das war eine richtig gute Idee, das neue Unterrichts- und Leseheft „Museen – Muss ich sehen!“ für die vierten Schulklassen im Osnabrücker Land in einem der beschriebenen Museen vorzustellen. In einer Vorleserunde überzeugten sich Viertklässler aus Wellendorf, dass die Beschreibung mit dem zuvor Erlebten übereinstimmt.

Ort der Vorstellung des Leseheftes war das Gelände des Eisenzeithauses am Knostweg in Ostercappeln-Venne. Und bevor es offiziell wurde, erlebten die Jungen und Mädchen aus Wellendorf (Gemeinde Hilter) erst einmal das, was allen Kindern geboten wird, die das entsprechende Angebot buchen. Aufgeteilt in zwei Gruppen ging es nach einer allgemeinen Einführung zu dem, wie die Menschen vor mehr als 2300 Jahren in der vorrömischen Eisenzeit lebten und was sie taten. Der Kommentar eines der jungen Besucher zeigte, dass das Eisenzeithaus in Venne seine Erwartungen (oder besser Befürchtungen) so gar nicht erfüllt hatte: „Ich dachte, wir gucken uns nur ein Museum an. Toll, dass wir so viel machen können.“

Von Wellendorf nach Venne

Stimmt. Wo besteht sonst schon einmal die Gelegenheit, aus bunter Wolle kleine Bällen zu folgen oder den Blasebalg am Schmiedefeuer zu betätigen und selbst glühendes Eisen zu formen? Wie aber sind die Viertklässler aus Wellendorf überhaupt auf die Idee gekommen, das Eisenzeithaus zu besuchen? Das wiederum hat mit Bianka Jonske zu tun, die Grundschullehrerin ist und an dem Unterrichts- und Leseheft, bei dem die Kinder Jutta (nach Jutta von Ravensberg) und Benno (nach Bischof Benno) zusammen mit Fledermaus Flatta 15 Museen vom Museum MeyerHaus in Berge bis zum Museum Industriekultur in Osnabrück besuchen (und vorstellen), mitgearbeitet hat.

Wahl fiel nicht schwer

Burkhard Fromme, Leiter des Kulturbüros des Landkreises Osnabrück, das den Museumsführer für Kinder herausgegeben hat, unterstreicht: „Um die Sachverhalte in der richtigen kindgerechten Sprache zu vermitteln, haben wir Lehrerinnen für das Projekt gewonnen.“ Eine davon ist Bianka Jonske, die wiederum in einer 4. Klasse unterrichtet. So fiel die Wahl nicht schwer: Die Wellendorfer Grundschüler erlebten mit ihren Lehrerinnen Sabine Niemeyer und Bianka Jonske zunächst einen spannenden Vormittag auf dem Gelände des Venner Eisenzeithauses und nahmen dann die ersten Exemplare des Heftes „Museen – Muss ich sehen! Neues von Jutta und Benno im Osnabrücker Land in Empfang“.

Autor ist Frank Huismann, der später die Textstelle über das Eisenzeithaus vorlas, und anschließend die Mädchen und Jungen fragt: „Stimmt das?“ Umgehend folgte die Antwort vielstimmig aus der Runde: „Jaaa“.

Autogramme erbeten

Nach der Verteilung der Hefte geschah Sonderbares. Die jungen Wellendorfer baten Autor und Offizielle, an deren Spitze Kreisrat Matthias Selle stand, um Autogramme. Schlangestehen war angesagt. Entsprechend besitzen die Viertklässler nun ganz individuelle Exemplare. Übrigens: Der Museumsführer für Kinder mit Jutta, Benno und Flatta ist in einer Auflage von 6000 Stück gedruckt worden. 4500 erhalten die rund 90 Grundschulen des Landeskreises, 1500 werden in der Stadt verteilt. Der Weg zu den Schulen führt über Mitarbeiter des Landkreises. Fromme verriet: „Kollegen sagen: Ich kann die wohl mitnehmen.“ Finanziell gefördert wurde das Leseheft durch die Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung, die durch Michael Prior sowohl im Redaktionsteam als auch bei der Übergabe vertreten war.

Kunst des Filzens erprobt

Gelernt haben die Grundschüler aus Wellendorf in Venne einiges. Nach Aussage eines Jungen fühlt sich Seifenwasser, das die Basis des Filzens bildet, „voll gut an“. Sie wissen außerdem, dass es schon vor mehr als 2300 Jahren Pflanzen gab, die die Menschen früher zum Färben benutzten und dass die Männer und Frauen durchaus bunte Kleidung trugen. Bevor es ans Werk ging, fragte Simon, der die Kunst des Filzens vermittelte: „Was ist das Erste, was man machen muss?“ Die richtige Antwort gab er selbst: „Ärmel hochkrempeln“. Schließlich hat das Filzen neben der Schafwolle eine Menge mit Wasser, genauer gesagt Seifenwasser, zu tun.

Die Schulklasse nahm in zwei Gruppen das Schmieden (mit Chris) und das Filzen in angriff. Simon wusste, dass seine zweite Gruppe es an dem Vormittag richtig gemacht hatte: „Ihr habt euch erst beim Schmieden die Hände schmutzig gemacht, jetzt werden die Finger in der Seifenlauge sauber und weich...“


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