Feierstunde im neuen Bürgersaal Partnerschaft zwischen Olsztynek und Ostercappeln bestätigt

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Ostercappeln. In der allerersten Veranstaltung im komplett renovierten und restaurierten Bürgersaal der Gemeinde Ostercappeln wurden am Freitagvormittag die Urkunden unterzeichnet, die die Partnerschaft zwischen Ostercappeln und dem polnischen Olsztynek besiegeln.

Wie hoch der Stellenwert dieses Ereignisses ist, zeigt die Tatsache, dass der Olsztyneker Bürgermeister eine 16-stündige Fahrt auf sich genommen hatte, obwohl er am Samstag um 8 Uhr wegen eines wichtigen Termin zurückfliegen muss.

Kontakte geknüpft

In seiner Ansprache verwies Bürgermeister Rainer Ellermann auf das deutsche Sprichwort: „Was lange währt, wird endlich gut.“ Seit 2005 hätten sich Gremien mit Überlegungen befasst, eine Partnerschaft zu schließen. Die prekäre Finanzlage der Gemeinde habe ein Hindernis dargestellt. „Inzwischen sind die Fesseln etwas gelöst, auch dank der Mittel, die die Gemeinde aus europäischen Fördertöpfen erhielt – nicht nur für den Bürgersaal“, so Ellermann. Er fuhr fort: „Viele persönliche Kontakte wurden in den vergangenen Jahren zu den Freunden aus Olsztynek geknüpft.“ Ein weiterer Schritt war eine gegenseitige Freundschaftserklärung. Der Bürgermeister unterstrich die große Bedeutung von Partnerschaften über Ländergrenzen hinweg. Er sagte: „Lebendige Partnerschaften können nur gelingen, wenn wir uns immer besser kennenlernen.

Beziehungen zwischen Menschen wichtig

Zweiter Redner war Artur Wrochna, Bürgermeister von Olsztynek. Er begann: „Sehr geehrte Freunde, kann ich sagen, weil ich viele von euch bereits kennengelernt habe.“ Er verwies darauf, dass das Wichtigste der Partnerschaft, die jetzt in Ostercappeln bestätigt wurde (die Unterzeichnung in Olsztynek hatte 2017 stattgefunden), die Beziehungen zwischen Menschen seien. Mit einem Augenzwinkern sagte Wrochna: „Als ich in Olsztynek Bürgermeister wurde, war ich in einer prekären Lage, da unsere Gemeinde eine der wenigen im Landkreis Olsztyn war, die noch keine Partnerschaft hatte.“ Als den guten Geist der Kontakte bezeichnete er Karl-Heinz Finkemeyer, den Partnerschaftsbeauftragten des Landkreises Osnabrück, den er seit Ende der 1990er-Jahre kenne. Er schloss mit den Worten: „Ich hoffe, dass die Kontakte ewig andauern werden.“

Wunsch nach langem Leben

Irmgard Vogelsang, die Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in der Region Osnabrück, wünschte der Partnerschaft ein langes Leben und lobte alle, die die Bemühungen um die Partnerschaft, die jetzt zum Ziel führten, nicht aufgegeben hätten.

Wunderschönes Ergebnis

Karl-Heinz Finkemeyer, der Partnerschaftsbeauftragte des Landkreises Osnabrück, sagte: „Es ist großartig, dass es nach verhältnismäßig langer Zeit des Abwägens, aber auch des Kennenlernens nun zu dieser wunderschönen Partnerschaft gekommen ist.“ Er machte deutlich, dass Frieden und Sicherheit nur dann in Europa Bestand hätten, wenn „wir auf dem eingeschlagenen Weg weitergehen“. Finkemeyer zeigte sich zuversichtlich, dass der Landkreis auch in Zukunft Schulfahrten zu den Partnern und andere Kontakte unterstützen werde.

Wie eine Ehe

Marco Beckmann, der Vorsitzende des Fördervereins Olsztynek-Ostercappeln, erinnerte an den bewegenden Moment der Partnerschaftsunterzeichnung in Olsztynek. Er sagte in Richtung der elfköpfigen Delegation: „Ich hoffe, dass ihr euch bei uns wohlfühlt.“ Die Partnerschaft verglich er mit einer Ehe: Man lerne sich kennen, gehe eine Beziehung ein – und heirate. Er habe überlegt, was man für eine gute Ehe brauche und sei in der Frauenzeitschrift „Freundin“ fündig geworden. Punkt eins sei, Zeit miteinander zu verbringen (das hat seit 2013 geklappt), Punkt zwei, sich wechselseitig mit kleinen Gesten zu bedenken (läuft). Punkt drei, so Beckmann, sei die grundsätzlich Einigkeit. Er sagte: „Es gibt hier wie dort Menschen, die dem Europagedenken kritisch gegenüberstehen. Gut, dass das bei den Partner in Olsztynek und Ostercappeln nicht so ist, sondern Einigkeit herrscht, dass die Europaidee wichtig ist.“

Einsatz für die Partnerschaft

Auf beiden Seiten hätten sich viele Bürger für das Werden der Partnerschaft eingesetzt. An erster Stelle auf polnischer Seite nannte Beckmann Bürgermeister Artur Wrochna, Agnieszka Tomaszewska, Leiterin des Referates für Öffentlichkeitsarbeit und des Museums der Geschichte Olsztyneks, sowie Anna Przywozna, Übersetzerin und Deutschlehrerin. Sie übernahm auch im Ostercappelner Bürgersaal während der Feierstunde das Übersetzen – mit Bravour.


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