Sommerfest am Eisenzeithaus Geschichte in Venne spielerisch erleben

Von Marco Diekhues

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Venne. Zahlreiche Besucher ließen sich am Sonntag in die Eisenzeit zurückversetzen. Der Förderverein Schnippenburg feierte einen Tag lang am Eisenzeithaus in Venne das jährliche Sommerfest. An verschiedenen Ständen konnten sich Interessierte über das Leben in der vorrömischen Zeit informieren. Das bunte Programm bot Kindern die Gelegenheit, Geschichte spielerisch zu erleben.

An verschiedenen Ständen konnten sich Interessierte über das Leben in der vorrömischen Zeit informieren. Das ist die Epoche vor rund 2.300 Jahren. Das bunte Programm bot Kindern die Gelegenheit, Geschichte spielerisch zu erleben.

Haus- und Hofführung

Zu Beginn bot Simon Hellbaum, 1. Vorsitzender des Fördervereins Schnippenburg, eine spannende Begehung des Eisenzeithauses an. Er führte durch die zwei dunklen Räume des Gehöfts und beschrieb, wie dort früher gelebt wurde. Verwunderten Besuchern erklärte er verständlich, warum keine Fenster verbaut worden sind und wie das Vieh im Nebenraum gehalten wurde. „Wir haben einen Auftrag zur Allgemeinbildung, zur Mythenentflechtung, wenn man das so sagen will“, erzählte Hellbaum, der sich bereits seit acht Jahren beim Förderverein engagiert.

Schweißtreibende Schmiedearbeiten

Wie anstrengend die eisenzeitlichen Schmiedetechniken waren, demonstrierten die Freunde vom Sachsenhof aus Greven, die das Programm des Sommerfests ergänzten. Mit schweren Hämmern schlugen sie abwechselnd das heiße Eisen in Form und erklärten den Zuschauern die damalige Schmiedetechnik. Älterer geschmiedeter Schmuck lag aus, um den Besuchern das Ergebnis der harten Arbeit vorzuführen.

Sportliches Geschick

Ein weiteres Highlight war das Bogenschießen. Unter Anleitung schossen Kinder und Erwachsene mit Pfeil und Bogen auf eine entfernte Zielscheibe. Schnell wurde klar, dass das Jagen in der Eisenzeit keine Leichtigkeit war. Ihr Geschick stellten die Kinder aber auch am Balancierbalken unter Beweis. Vom Balken aus mussten sie Holzscheite umstoßen, ohne jedoch das Gleichgewicht zu verlieren.

Kräuter aus dem Garten

Vor dem Garten des Eisenzeithauses erklärte Ulrike Linnemann, wie einfach es ist, Bratäpfel zuzubereiten. Dazu müsse man lediglich Äpfel, ein paar Nüsse und etwas Wasser in einen Tontopf geben und diesen für kurze Zeit aufs Feuer stellen. Im Garten schauten sich die Besucher die vielen Gewürze und Kräuter an. Wer Lust auf einen Tee hatte, pflückte sich dort kurz ein paar frische Minzblätter und goss diese mit heißem Wasser auf.

Kreative Handarbeiten

An den unterschiedlichen Ständen probierten sich Kinder im Handarbeiten aus. Sie bastelten ihre eigenen Ketten in der Schmuckwerkstatt und fertigten Schalen beim Töpfern an. Mit bunten Farben filzten sie Wolle und lernten dadurch die eisenzeitlichen Färbepflanzen kennen. Wer noch nicht wusste, wie die Menschen der Eisenzeit ihre Gewänder zusammenhielten, erfuhr dies in der Fibelwerkstatt. Die Fibel, eine Art Sicherheitsnadel, wurde dort selber gebogen und verziert.

Mit dem diesjährigen Sommerfest bewies der Förderverein Schnippenburg, wie spannend Geschichte sein kann und dass sich Wissen am besten spielerisch vermitteln lässt.


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