Mit Folk und syrischer Musik Drittes Ostercappelner Tanzvergnügen auf dem Kirchplatz

Von Christa Bechtel

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Ostercappeln. Dass Tanzen glücklich macht und Balsam für die Seele ist, das sah man am Samstagabend den zahlreichen Tänzerinnen und Tänzern auf dem Ostercappelner Kirchplatz an, die mit der Sonne um die Wette strahlten.

Unter dem Motto „umsonst & draußen“ hatte der Kulturring Ostercappeln (Kurios) zur dritten Auflage des Ostercappelner Tanzvergnügens eingeladen. Unterstützt wurde die Veranstaltung erneut vom Landschaftsverband Osnabrücker Land. Dazu waren Tanzfreudige aus Venne, Osnabrück, Bad Essen oder sogar Quernheim und natürlich Ostercappeln gekommen – und nach und nach kamen immer mehr hinzu. Aber auch die Zuhörerschaft konnte sich sehen lassen, die gebannt das Geschehen auf dem Kirchplatz verfolgte. Zum Tanz spielten wieder, wie in den beiden Vorjahren, die folkVenner auf. Als Gastmusiker hatte Kurios diesmal die syrischen Musiker Ali und Mekdad al Youssef eingeladen, die erst vor vier Wochen nach Deutschland gekommen sind. An ihrer Seite hatten sie ihre Mutter Majeda Almsalla, die mit der großen Flüchtlingswelle 2015 nach Deutschland kam.

Musik aus dem Orient

„Im Zuge der Familienzusammenführung konnte Majeda Almsalla die Jungs jetzt nachholen“, erklärte Refik Karagöz aus Osnabrück, der sich im Stadtteilverein „Wir in Atter“ im Vorstand und Beirat engagiert. Kurzentschlossen hatte er das Trio aus Ibbenbüren Kurios-Vorsitzender Susanne Winkler angeboten. So entführten die Syrer die Gäste auf dem Kirchplatz musikalisch in den Orient. Mit Instrumenten wie Oud, auch „Ud“ genannt, eine orientalische Kurzhalslaute, Saz, arabisch Busok, eine Langhalslaute, und E-Piano, das von Ali gespielt wurde. Mekdad begleitete ihn teilweise mit Gesang und dem Tambourin. Gesanglich wurden die Brüder zudem von ihrer Mutter unterstützt. Überwiegend handelten ihre Lieder zwar von Liebe, aber „Mawtini“ heißt übersetzt „Meine Heimat“ und ist ein berühmtes und beliebtes Volkslied im arabischen Raum und seit 2004 in einer schnelleren Fassung die Nationalhymne des Irak. „Vertina“ ist beispielsweise eine Mischung aus türkischen und westlichen Musik-Komponenten und eine eigene Komposition für den Oud von Ali, der von seinem Bruder mit dem Tambourin begleitet wurde. Gebannt lauschte das Publikum diesen Klängen aus einer fremden Kultur.

Polka und Walzer

Die folkVenner eröffneten ihr erstes von drei Sets mit dem „Conter Dantz/Tantz“. Doch vor jedem Stück erklärte Tanzmeisterin Petra Schaffeld abermals den Tänzern die Schritte. Zu „Bataille de Syracuse“ wünschte sie sich, dass jeder die Hand seines Partners nahm, allerdings übereinander, also die rechte auf die linke des Nachbarn legen. „Wir rücken sehr dicht zusammen. Noch dichter – ihr braucht keine Angst haben, es wird schön warm“, sagte sie schmunzelnd. Sodann ging es nur noch nach links, rechts oder vor, bis die Musik das Sagen hatte. „Es sah fantastisch aus; da macht es richtig Spaß, zu musizieren“ meinte zwischendurch Rainer Mix von den folkVennern, der auch launig die Moderation übernahm. Mit jeder Menge Spielfreude ließen sie an diesem Abend eine Mischung aus traditionellen Tänzen, auch aus der Tanzsammlung Dahlhoff – ein zehnbändiges Notenwerk aus dem 18. Jahrhundert, aber auch Polka oder Walzer erklingen. Da war am Ende klar, dass sich alle ein viertes Ostercappelner Tanzvergnügen im kommenden Jahr wünschen.


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