Neue Organistin in Ostercappeln „Jede Orgel hat ihre eigene Klangfarbe“

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Bringt die Kirche zum Singen: Christina Fischer an der Orgel von St. Lambertus. Foto: Kerstin BalksBringt die Kirche zum Singen: Christina Fischer an der Orgel von St. Lambertus. Foto: Kerstin Balks

Ostercappeln. Ob Chorleitung oder Orgel, ob Oratorium oder Musical, ob evangelischer Abendmahlsgottesdienst oder katholische heilige Messe – Christina Fischer ist die Frau für alle Fälle der Kirchenmusik und seit 1. Mai ist sie dies auch in den Gotteshäusern von Ostercappeln und Schwagstorf. Gerade ist sie dabei, einen Kinderchor aufzubauen.

Eine schmale Wendeltreppe führt zum Orgelboden, riesig ist das Instrument, klein der Arbeitsplatz, an dem Christina Fischer seit Mai dieses Jahres regelmäßig Platz nimmt. Seit dem gehört sie nämlich zum Pool der Organisten, die in hier, in St. Lambertus Ostercappeln, und in St. Marien Schwagstorf die Gottesdienste begleiten. Und auch in der evangelischen Pauluskirche zieht Fischer regelmäßig die Register.

Aufgewachsen in der Nähe von Hameln, „in der katholischen Diaspora“, wie sie sagt, traf es sich, dass ihre Klavierlehrerin auch die Organistin des Ortes war, die wiederum ihre talentierte Schülerin zum Orgelspiel ermutigte. Und so konnte Christina Fischer schon bald als Katholikin die D-Prüfung für die evangelische Liturgie ablegen. Anschließend besuchte sie zwei Jahre lang das ökumenische C-Seminar in Hildesheim und legte noch vor ihrem Abitur die C-Prüfung für den gesamten kirchenmusikalischen Dienst, also für Orgel und Chorleitung, ab. Danach ging es musikalisch weiter: „Ich wollte auf jeden Fall etwas mit Musik machen – aber ich wollte auf keinen Fall als Musiklehrerin vor einer Klasse stehen, die keine Lust auf Unterricht hat“, erklärt sie ihre Entscheidung, Kirchenmusik zu studieren. Zum Studium ging es für sie an die Musikhochschule in Lübeck, wo sie 1999 ihr Diplom erwarb, um für weitere drei Jahre ein Aufbaustudium in Hannover zu absolvieren.

Gestaltungsmöglichkeiten

Der Arbeitsort ihres Mannes war für die junge Familie – die beiden Kinder sind inzwischen neun und sieben Jahre alt – ausschlaggebend, sich 2011 in Hunteburg anzusiedeln. Erziehung und Beruf konnte die junge Mutter gut unter einen Hut bringen, indem sie freiberuflich als Chorleiterin und Organistin in Hunteburg, Rabber, Dielingen und Bohmte tätig war. So lernte sie nicht nur die Region gut kennen, sondern auch deren Kirchen und Orgeln. „Das ist unter anderem das Spannende an meinem Beruf: Jede Orgel hat ihre eigene Klangfarbe, die man bei der Interpretation der Stücke berücksichtigen sollte“, sagt sie. Die Auswahl der Lieder für die Gottesdienste folge natürlich der Liturgie und dem Jahreskreis und erfolge in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Zelebranten. Dennoch blieben dem Organisten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten – etwa bei Vor- und Nachspiel zu den einzelnen Liedern, bei Ein- und Auszug, oder bei Meditationen wie nach der Kommunion oder beim Abendmahl. Spezielle Lieblingsstücke habe sie dabei nicht, aber wie es sich für eine Organistin gehört, schlägt ihr Herz natürlich für Bach, überhaupt für die Orgelliteratur der Barockmusik.

Altersgerechte Angebote

Als Chorleiterin probt sie mit dem Erwachsenenchor der Paulusgemeinde und ist gerade dabei, an St. Lambertus einen Kinderchor zu etablieren, der sich an die Altersgruppe der etwa Sechs- bis Elfjährigen richtet. Immer freitags von 16 bis 16.45 Uhr findet die Probe im katholischen Pfarrheim statt; am 17. August ist das Angebot gestartet, Ende September werden die jungen Sängerinnen und Sänger zum ersten Mal einen Gottesdienst mitgestalten. „Egal ob Musiker oder Sänger – man will ja auch das, was man geübt hat, zu Gehör bringen,“ weiß Christina Fischer und hat deshalb schon gleich diesen ersten Aufführungstermin angesetzt. Langfristig will sie mit den Nachwuchssängern gern ein Musical einstudieren, denn „Musicals ziehen immer“. Als Mutter zweier Schulkinder weiß sie um die vielseitigen Verpflichtungen, die Schule, Freunde und Sport heute mit sich bringen. Deshalb möchte sie mit dem Chor ein altersgerecht attraktives Angebot machen, von dem sich aber keiner überfordert fühlen soll.

Für sie selbst ist Musik Beruf und Entspannung gleichermaßen. Zu Hause spielt sie Klavier und hört gerne Klassik. Ihr Mann, er ist Ingenieur, steht mehr auf Rock und Pop und so lernen ihre Kinder gleich die ganze Bandbreite zwischen der so genannten U- und E-Musik kennen. Eine Bandbreite, die auch die Chorkinder bei ihr machen dürfen – und das noch dazu in einer Kirche mit einzigartiger Akustik und tollem Nachhall.“


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