Zuhause-Festival 2018 Leise Töne und voll aufgedrehte Verstärker in Venne

Von Marco Diekhues

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Venne. Das dritte Zuhause-Festival fand am Samstag auf der idyllischen Mühleninsel in Venne statt. Solokünstler und Bands verschiedener Stilrichtungen boten den rund 300 Besuchern ein facettenreiches Abendprogramm.

Heimspiel für „Fenster auf Kipp“. Die Musiker aus Venne traten bereits zum dritten Mal bei dem Festival auf. In ihren Liedern vermischt sich Großstadthektik mit ländlicher Beschaulichkeit. Die temporeichen Stücke der Indierocker erzählen davon, Zuhause zu sein und nicht weg zu müssen. Doch auch düstere Elemente sind Teil der Band. So sangen sie von umtriebigen Gespenstern, die ihnen den Verstand rauben. Kaum hatten sie die ersten Akkorde gespielt, tanzten und sangen die Zuschauer zu den vertrauten Stücken.

Das alltägliche Scheitern

Etwas leisere Töne schlug Florian Wintels mit seiner Gitarre an. Mit viel Witz und einer ordentlichen Prise Selbstironie, erzählte er in seinen Stücken vom alltäglichen Scheitern. Wintels ließ es sich nicht nehmen, sein Können als Poetry-Slammer unter Beweis zu stellen. Der Paderborner ist in der Poetry-Slam-Szene kein Unbekannter und hat bereits einige Preise gewinnen können. In seinem Text über das Versagen jonglierte er geschickt mit klugen Witzen und sozialkritischen Themen.

Band aus Jena

Laut wurde es mit „Donnokov“. Die Band aus Jena drehte die Verstärker voll auf und ließ ihren Alternativerock ungezügelt auf die Zuschauer los. Die drei Musiker seien keine großen Redner, erklärten sie und spielten ihr Set trocken runter.

Rauer Sprechgesang und laute Beats tönten bei dem Auftritt von „Elektro Strothmann“ durch die Boxen. Die Bühne blieb jedoch größtenteils leer. Er entschied sich kurzerhand, die Show lieber direkt in das Publikum zu verlegen. Hinter den derben Liedern versteckt sich eine beißende Satire. Mit einer belgischen Fahne unterm Arm, sang er von Fremdenhass und fragte ironisch: „Deutschland, geht da noch was?“. Das Publikum feierte den selbstbewussten Auftritt des Solokünstlers und spendete ihm ausgiebigen Applaus.

Mit viel Engagement

Gute Vernetzung und viel Engagement ermöglichen das Zuhause Festival

Der Treffpunk Venne sowie die Jugendpflege Ostercappeln organisierten die Veranstaltung zusammen mit der Hilfe vieler Ehrenamtlicher. Ortsbürgermeister Erik Ballmeyer betonte die gute Vernetzung in Venne. Ohne diese sei die Ausrichtung des Zuhause-Festivals nicht möglich. „Ziel ist es, die Jugendlichen an den Ort zu binden“, so Ballmeyer. Für Daniela Staufer von der Jugendpflege Ostercappeln war es das erste Zuhause-Festival. Sie betreut seit Anfang des Jahres die Jugendprojekte in Ostercappeln und kennt die Jugendlichen vor Ort gut. „Zuhause ist da, wo man die Schuhe auszieht“, so Staufer.

Heimat- und Wanderverein

Die Location wurde vom Heimat- und Wanderverein Venne zur Verfügung gestellt. Der Verein möchte einen „kleinen Beitrag zum kulturellen Leben“ leisten so Reinhard Wolff, 1. Vorsitzender des Vereins. Er selbst sei aufgrund seines Berufs häufig umgezogen, ehe er vor 15 Jahren in den Ort kam. Mittlerweile sei er in Venne angekommen und nun hier Zuhause.


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