Historischer Feldtag 2018 Rein in die Kartoffeln beim Heimatverein Schwagstorf

Von Cornelia Müller

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Schwagstorf. „Das kenne ich auch noch von früher.“ Für viele erwachsene Besucher war der historische Feldtag in Schwagstorf eine Reise in die eigene Vergangenheit, für die Kinder einfach ein großer Spaß. Diesmal drehte sich beim Feldtag (fast) alles um die Kartoffel und um das entsprechende Erntegerät natürlich, vom Kartoffelsortierer bis zum Schlepper.

Etwa 50 Oldie-Traktoren fanden sich nach einer kleinen Rundfahrt durch Schwagstorf am Veranstaltungszentrum ein – jedes Modell mit seinen Eigenheiten gekonnt vorgestellt von Michael Bruse.

Der berühmte Lanz „Bulldog“

Das war nicht nur für Fachleute interessant. Wer hätte zum Beispiel gedacht, dass der berühmte Lanz „Bulldog“ zwischen 1930 und 1950 gern zum Warentransport im Nahverkehr eingesetzt wurde, „und das konnte auch mal bis Dortmund oder Hamburg gehen“, weil er die wirtschaftlichste Lösung darstellte? „Der Mann ist ein wandelndes Traktorenlexikon“ konnte Pascal Kovermann vom Vorstand des Heimatvereins nur anerkennend feststellen. Güldner, Fahr, Deutz, Lanz, Fiat und Porsche Diesel: Traktorenfreunde bekamen bei diesen klingenden Namen glänzende Augen.

Zehn Mannschaften am Start

Die Schlepper sollten an diesem Tag noch ein weiteres Mal – und diesmal in ganz ungewohnter Rolle – im Mittelpunkt stehen: beim Treckerwettziehen nämlich, mit dem der Feldtag erstmals eröffnet wurde. Da wurden die Schlepper selbst geschleppt. Zehn Mannschaften zu je fünf Personen waren gemeldet, darunter auch eine reine Frauen- und eine Kindermannschaft, die den Traktor über eine Strecke von 50 Metern ziehen mussten.

In der ersten Runde

In der ersten Runde traten jeweils zwei Teams gegeneinander an, die Duell-Sieger kämpften dann am Ende noch einmal gegen die Uhr. Launig kommentiert wurde das Spektakel, das von den Zuschauern mit lauten Anfeuerungsrufen begleitet wurde, von Franz-Josef Seeger, der angesichts der Ergebnisse anmerkte: „Schuhgröße 56 brachte auch nicht den erforderlichen Bodengrip“. Der Hauptpreis – 30 Liter Bier – ging schließlich an das „Team Energie“, die „Minis“ wurden für ihren fünften Platz mit Eis belohnt.

80 Helfer des Heimatvereins

80 Helfer des Heimatvereins sorgten dafür, dass nach diesem gelungenen Auftakt auch der weitere Tagesverlauf zu einer runden Sache wurde: „Ohne unsere vielen Helfer und Sponsoren wäre so eine Veranstaltung gar nicht zu stemmen“, bedankte sich Marion Allendorf, die Vorsitzende des Heimatvereins, bei ihnen für die Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung. So gab es für die Besucher viel zu sehen.

Pferdegespann und Schleuderroder

Ein Höhepunkt war die Kartoffelernte mit Pferdegespann und Schleuderroder im Vergleich zum modernen Vollernter. Außerdem war ein Dreschkasten von 1938 in Betrieb, der demonstrierte, wie bis Ende der 50er-Jahre, als die Mähdrescher langsam aufkamen, das Getreide gedroschen wurde.

Für Kinder waren eine große Kletterlandschaft aus Strohballen und eine (Tret-)Trecker-Rennstrecke vorbereitet und die Marienkrippe lud zum Kartoffeldruck ein. Die Jungen und Mädchen der Kita Schwagstorf führten Lieder und Fingerspiele auf. Im Veranstaltungszentrum zeigte Dieter Bickmann einige Exponate des Technikmuseums.

Honig aus eigener Imkerei

Private Aussteller boten vom Honig aus eigener Imkerei bis zum Vogelhäuschen allerlei Selbstgemachtes an, und hungrig nach Hause gehen musste an diesem Tag auch niemand – dank der Cafeteria des Heimatvereins mit ihrem üppigen Tortenbüfett und Leckereien vom Grill, aus dem Smoker und dem Lehmbackofen. Dort konnte Flammkuchenbäckerin Heide Bölscher übrigens schon lange vor dem Ende der Veranstaltung vermelden: „Alles weg, kein Teig mehr da.“ Ihr Fazit: „Super Wetter, nette Gäste, strahlende Gesichter – besser hätte es nicht sein können.“


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