Ergänzen, was noch fehlt Daniela Staufer ist die neue Jugendpflegerin in Ostercappeln

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Daniela Staufer hat viele Angebote für die Kinder und Jugendlichen in Ostercappeln, Venne und auch bald in Schwagstorf: Brett-, Karten- und Videospiele, Billard, gemeinsame Kochnachmittage, Werkarbeiten und vieles mehr. Foto: Frederik TebbeDaniela Staufer hat viele Angebote für die Kinder und Jugendlichen in Ostercappeln, Venne und auch bald in Schwagstorf: Brett-, Karten- und Videospiele, Billard, gemeinsame Kochnachmittage, Werkarbeiten und vieles mehr. Foto: Frederik Tebbe

Ostercappeln. Die neue Jugendpflegerin in Ostercappeln und Venne heißt Daniela Staufer. Sie ist die Nachfolgerin von Yannic Gottwald und kümmert sich gemeinsam mit Niklas Schnieder um Kinder und Jugendliche in der Gemeinde. Staufer erklärt, wie sie von Bayern ins Osnabrücker Land gekommen ist und was es bedeutet, die Kinder auf die Kraft der eigenen Stimme aufmerksam zu machen.

„Es war mein erstes und auch mein einziges Vorstellungsgespräch.“ Daniela Staufer muss lächeln. Im Dezember 2017 ist sie der Liebe wegen von Bayern nach Osnabrück gezogen und hat sich bei der Gemeinde Ostercappeln beworben. „Kurz nach dem Gespräch haben sie mich angerufen und gefragt, ob ich den Job haben will. Das ging alles sehr fix.“

Seit Januar 2018 ist Staufer die neue Jugendpflegerin in Ostercappeln. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Niklas Schnieder arbeitet sie im JiM („Jugend im Mittelpunkt“) an der Ludwig-Windthorst-Schule in Ostercappeln und im Treffpunkt Venne im Obergeschoss der Gemeindeverwaltung und der Bücherei Venne. Außerdem sind sie gerade dabei, in Schwagstorf einen dritten Standort zu eröffnen. „Neulich waren wir mit den Kindern und Jugendlichen da und haben schon gestrichen und Möbel aufgebaut.“

Viele Gestaltungsmöglichkeiten

Eigentlich hatte Daniela Staufer gar nicht vor, in die Jugendarbeit zu gehen. Studiert hatte die gebürtige Bayerin in München und Coburg Soziale Arbeit, im Master noch zusätzlich mit dem Vertiefungsbereich Klinische Sozialarbeit. „Also viel in die therapeutische, psychologische Richtung“, sagt Staufer. „Ich hatte auch ursprünglich überlegt, noch eine Therapie-Ausbildung zu machen, aber ich hab dann eben so schnell diesen Job gefunden, dass ich das erst mal auf Eis gelegt habe.“ Grund für den Sinneswandel war, dass der Beruf sie bei ihrem Vorstellungsgespräch auf Anhieb überzeugt hat: „Ich fand es spannend, dass man hier so frei ist, in dem, was man machen darf“, erklärt sie. „Man hat ganz viele Gestaltungsmöglichkeiten und kann auch seine eigenen Interessen einbringen.“

Sie stellt allerdings die Interessen der Kinder und Jugendlichen voran. Eine ihrer ersten Amtshandlungen war es, eine Umfrage durchzuführen, was sich die Besucher des Jugendtreffs denn überhaupt für Projekte und Aktionen wünschen. „Und da gucke ich auch heute immer noch mal rein.“

Von Ferienspielen und Stockbrot

So ist Staufer in der Lage, gemeinsam mit Schnieder im JiM und im Treffpunkt Venne ein vielfältiges Angebot zu schaffen. Die Jugendtreffs bieten an sich viele Unterhaltungsmöglichkeiten wie etwa Dartscheiben, Kicker, Spielkonsolen, Brett- und Kartenspiele und mehr. Schnieder fährt mit ihren Schützlingen in den Freizeitpark, organisiert Lagerfeuer mit Stockbrotgrillen, bereitet mit den Kindern und Jugendlichen Crêpes zu oder sorgt im Sommer mit Wasserspielen für Abkühlung. Staufer und ihre Kollegen aus Bohmte und Bad Essen organisierten auch die Ferienspiele für den Sommer. Aber auch kulturell hat Staufer Angebote im Ärmel. Sie betreut die dritte Auflage des Zuhause-Festivals in Venne und plant im Oktober ein Chor-Festival, bei dem Kinder- und Jugendchöre aus der Region auftreten und sich gegenseitig kennenlernen können. „Und vielleicht findet der ein oder andere Zuschauer so ja auch ein neues Hobby“, ergänzt die Jugendpflegerin. Darüber hinaus kümmert sich Staufer um Jugendbildungsmaßnahmen, etwa die „Erlebnispädagogik on Tour“: Dabei soll ein Leiterwagen mit verschiedenen Kisten, Materialien und Spieleanleitungen als „erlebnispädagogische Spielesammlung“ ausgestattet werden, der an verschiedene Schulen ausgeliehen werden kann.

„Was jetzt neu ist, ist das sogenannte J-Team“, erklärt Staufer außerdem. Dahinter verbergen sich fünf Jugendliche, die sportliche und sportpolitische Veranstaltungen in der Gemeinde organisieren. Die Jugendpfleger stehen als Ansprechpartner und helfende Hände zur Seite. „Da planen wir jetzt zum Beispiel so ein großes „Fußball mal anders“-Turnier im Oktober, wo man Fußball mit anderen Regeln vermischt und auch für andere Leute interessant gestaltet – also man etwa mit einem Gymnastikball oder mit verbundenen Augen spielen muss. Einen Menschenkicker soll es auch geben.“

Ergänzen, was fehlt

Grundsätzlich überlegen Staufer und Schnieder stets, „was hier in der Gemeinde noch fehlt und was man ergänzen könnte.“ Wichtig sei ihr wie bereits erwähnt, auf die Wünsche und Interessen der Kinder und Jugendlichen zu hören. „Es ist ja total wichtig, dass das, was ich anbiete, den Kindern auch wirklich Spaß macht. Bei einigen, vor allem Jugendlichen, ist die Begeisterung aber oft erst riesengroß, dann bereitet man alles vor, kauft ein, organisiert und plant alles und plötzlich ebbt die Begeisterung dafür wieder ab oder sie sind an dem Abend, für den sie sich Fischstäbchen und Kartoffelpüree gewünscht haben, selber gar nicht da, weil sie es irgendwie vergessen haben. In dem Alter plant man eben seinen Alltag sehr kurzfristig – da ist es schwer, die Motivation bei ihnen zu erhalten.“

Die Stimme zählt

Umso wichtiger sei es, den Kindern und Jugendlichen das Gefühl zu vermitteln, ihre Stimme zähle bei der Programmgestaltung. „Sie sollen merken, dass sie ernst genommen werden und auch etwas passiert, wenn man seine Meinung sagt und damit etwas bewirken kann“, findet Staufer. „Und dadurch überträgt man den Kindern auch Verantwortung. Wenn sie sich zum Beispiel mal einen Mädelsabend wünschen, dann setze ich mich mit ihnen zusammen und wir überlegen, was man machen könnte. Dann verteilen wir Aufgaben, wer sich beispielsweise um die Flyer dafür kümmert. Es ist wichtig, dass sie sehen, was dazu gehört, wenn man etwas plant und dass sie lernen, sich zu organisieren.“


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