Spezielle Samenmischung Der Golfplatz in Niewedde blüht jetzt auf

Von Hans Schmutte


Venne . Der Varus-Golfplatz blüht auf in Venne-Niewedde. Blühstreifen auf einer Fläche von 15.000 Quadratmetern wurden angelegt. Mit Erfolg: Kaum waren die ersten Knospen der Pflanzen auf den neu angelegten Blühstreifen aufgegangen, wimmelte es auf ihnen schon von unterschiedlichsten Insekten, überwiegend Wildbienenarten.

Die Idee, Blühstreifen anzulegen, hatte der Betreiber des Golfplatzes Varus in Venne-Niewedde, Ernst-Heinrich Harmeyer. Ursprünglich sollte es Fördermöglichkeiten für das Projekt geben. Diese Hoffnung zerschlug sich allerdings. Trotzdem setzte er seine Idee um. Entlang einiger Golfbahnen des Platzes ließ er auf Kosten der Betreibergesellschaft von einem Lohnunternehmen auf 15 000 Quadratmetern Flächen fräsen und eine spezielle Samenmischung für Blühstreifen einsähen.

Kornblumen und Klatschmohn

Den Samen stellte die Jägerschaft zur Verfügung. Enthalten ist darin unter anderem Leinsamen, Fenchel, Buchweizen, echter Koriander, Ringelblumen, Kresse, Dill, Kornblumen, Klatschmohn, Bienenfreund und, nicht zu übersehen, Sonnenblumen. Die Mischung ist so zusammengestellt, dass vom Frühjahr bis zum Spätherbst ständig Pflanzen blühen und die Insekten somit möglichst lange Nahrung finden.

Größere Lücken

Sehen die Blühstreifen aus einiger Entfernung auch üppig aus, ist Head-Greenkeeper Frank Müggenborg mit ihrer Entwickelung nicht zufrieden. Bei nähere Betrachtung sind auf einigen von ihnen größere Lücken im Bewuchs festzustellen. „Es war in den letzten Monaten einfach zu trocken. Sogar einige Bäume werden schon braun und werfen Laub ab“, ist er besorgt. „Wir haben einfach nicht die Manpower, um alles ständig zu bewässern“, fügt er hinzu. Bisher gab es aber für Insekten und anderes Getier auf dem weitläufigen, rund 100 Hektar großen Golfplatz reichlich zu „futtern“ .

Rehe und Hasen

Zahlreiche extensiv bewirtschaftete Grünflächen, Baum- und Buschbestände, Teiche und große Flächen mit artenreichen Wildkräutern (einst als Unkraut beschimpft) ziehen sich über die gesamte Golfanlage. Sie bieten auch Rehen, Hasen, Fasanen, Wildgänsen Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten. An die Golfer haben sie sich die Wildtiere gewöhnt und lassen sie erstaunlich nah an sich herankommen.

Einjährige Pflanzen

Die Pflanzen auf den Blühstreifen sind einjährig. Was ist für das nächste Jahr geplant? „Da finden wir eine Lösung“, ist sich Betreiber Harmeyer sicher. Und sein Head-Greenkeeper fügt hinzu: „Es wird auf keinen Fall einfach wieder Gras eingesät.“ Nicht nur den Insekten gefallen die blühenden Streifen. Auch die Golfer erfreuen sich an der bunten Blütenvielfalt.

Die Bedeutung der Insekten, insbesondere der Bienen, hat schon Albert Einstein erkannt. Von ihm soll die These stammen: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.“


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