Öffentliches Training in Bohmte Ostercappelnerin bildet in 100 Tagen einen Mustang aus

Von Björn Raube

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Ostercappeln. Die 20-jährige Lina Wloch aus Ostercappeln darf sich über eine ganz besondere Ehre freuen: Bei ihr zuhause ist noch bis Anfang August ein Wallach – korrekterweise ein Mustang – stationiert. Im Rahmen des Mustang Makeover 2018 wurde sie neben 21 weiteren Trainern in Deutschland auserwählt, in nur 100 Tagen einen wilden Mustang aus Oregon (Amerika) an den Menschen zu gewöhnen und auszubilden.

Das Ziel: Der Mustang soll im Zuge eines Events vom 3. bis 5. August in Aachen vorgeführt werden. „Mikasi“ ist seit etwa Mitte April bei Lina und war zusammen mit ihrer 17-jährigen Schwester Lara sowie deren Familie vom Frankfurter Flughafen abgeholt worden.

Viele Abonnenten

Bekannt sind Lina und Lara Wloch bereits durch ihren YouTube-Kanal (Freedom Lenny TiGr) mit mittlerweile über 33.000 Abonnenten sowie Instagram (freedom_lenny_tigr) mit über 8.500 Abonnenten. In regelmäßigen Abständen werden Videos und Fotos mit Eindrücken über den Fortschritt der Mustang-Ausbildung hochgeladen.

Weißer Mond

Der Mustang trägt den Namen „Mikasi – Faith of the Heart“. Mikasi kommt aus dem indianischen und bedeutet „weißer Mond“ – angelehnt an das weiße mondförmige Abzeichen auf seiner Stirn. Der zweite Teil des Namens wurde gemeinschaftlich mit einem Sponsor auserwählt.

Eine tolle Rasse

Lina Wloch unterstreicht, dass sie mit dem Mustang die Funktion einer Botschafterin einnehmen möchte: „Natürlich machen die Trainings Spaß. Im Vordergrund steht allerdings auch die Tatsache, dass der Mustang auf diese Weise gerettet wird.“ Teilweise droht eine Überweidung vieler Mustangs in ihrem natürlichen Lebensraum, sodass viele bereits frühzeitig in freier Wildbahn sterben. Hier helfen Organisationen, dass sich die Pferde nur in gewissen Zahlen vermehren und bieten ihnen Schutz in Auffangstationen. So auch der zweieinhalb Jahre alte Mikasi mit einem derzeitigen Stockmaß von etwa 1,50 Meter. Für Lina Wloch gehört der Mustang zu „einer tollen Rasse“ und ist zudem „stabil gebaut, super mutig und sehr clever“. Persönlich findet sie es schade, dass dies keinerlei Wertschätzung in Amerika findet.

Schnell Verbindung hergestellt

„Grundsätzlich ist jedes Pferd unterschiedlich“, so Lina Wloch. Mikasi zeigte ihr gegenüber anfangs Respekt. Die Eingewöhnung eines Mustangs dauert in der Regel rund zwei Wochen. Bereits nach drei Tagen war der Mustang an Wloch gewöhnt, sodass er sich zumindest anfassen ließ. Generell konnte Wloch schnell eine Verbindung zum Tier herstellen: Sie findet den Charakter des Mustangs „ziemlich heftig“ und ist ihr bislang so bei keinem anderen Pferd bekannt. Trotz seiner Neugier lieferte Mikasi in einer Show einen routinierten Auftritt ab und wirkte „trittsicher im Gelände.“ Mustangs gelten als soziale Wesen und integrieren jedes andere Pferd in ihre Herde.

Mustangversteigerung

Zusammen mit den 21 weiteren Mustangs – davon sind lediglich drei Mustangs jünger als vier Jahre und somit noch nicht reitfähig – nehmen sie am Event im August teil und werden von ausgewählten Trainern auf einen potenziellen Verkauf in Form einer Versteigerung vorbereitet. Die Trainer erhalten keinen vorgegeben Ausbildungsplan, sondern können selbstständig über die Ausbildungsweise entscheiden. Wloch ist es wichtig zu erwähnen, dass das gesamte Projekt ehrenamtlich und ohne kommerziellen Hintergrund anzusehen ist: Für sie steht die Liebe zum Mustang und die Hilfe der Tiere im Vordergrund.

Ruhe und Geduld

Zum Training selbst gibt Wloch eine kurze Zusammenfassung: Innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen wurde der Kontakt zum Tier hergestellt, und es ließen sich erste Erfolge wie das Auf- und Abziehen des Halfters verzeichnen. Es braucht generell viel Ruhe und Geduld, sich dem Tier anzunähern. Nach einer Eingewöhnungszeit wurde dem Mustang der familiäre Hof gezeigt – ihm waren bis dato Zäune und Stromlitzen sowie das Fressen aus einem Trog unbekannt. Nachdem Sattel auf- und wieder abgesetzt sowie die Hufe geputzt werden konnten, begann Wloch mit dem „richtigen Training“: Im Zuge öffentlicher Trainingseinheiten wurde der Mustang auch an laute Musik und Menschenansammlungen gewöhnt.

Öffentliches Training

Die Möglichkeit eines öffentlichen Trainings besteht am Samstag, 28. Juli, ab 17 Uhr in der Reithalle des Reit- und Fahrvereins Bohmte (am Schützenplatz).: Neben einem gemütlichen Beisammensein in Picknick-Atmosphäre – jeder kann seine eigenen Sachen mitbringen – werden Trainingsmethoden auf spielerische Weise erklärt, und es besteht während des Picknicks zudem die Möglichkeit, Fragen zu stellen.


Lina Wloch möchte außerdem alle Interessierten einladen, sich vom 3. bis zum 5. August „von diesem einzigartigen Wesen verzaubern“ zu lassen und zum Event nach Aachen zu kommen.


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