Umgestaltung der Pauluskirche Jugendstil mit WLAN in Ostercappeln

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Ostercappeln. Im wahrsten Wortsinne beschreitet die Pauluskirche in Ostercappeln neue Wege: Im Zuge einer aufwendigen Umbaumaßnahme werden derzeit Bänke, Böden und vor allem die Zuwegung im Seitenschiff neu gestaltet – und alles mit tatkräftiger Unterstützung der Gemeindemitglieder.

Die Pauluskirche in Ostercappeln ist ein kleines Juwel: 1914 im Stil der Romanik erbaut, im Inneren durch Gestaltungselemente des späten Jugendstils gekennzeichnet, hat sie die Jahre überdauert, ohne dass zeitgeistige Renovierungen sie verunziert hätten. Jetzt hat Ostercappelns evangelische Gemeinde einen Umbau in Angriff genommen, der vor allem Änderungen im Seitenschiff mit sich bringt. Hier befindet sich der Eingang, der geradeaus auf die dortigen Kirchenbänke führt. Wendet man sich nach links, steht man unmittelbar vor dem Altar und muss diesem wiederum den Rücken zuwenden, um in die Bänke des Hauptschiffs zu gelangen. „Eigentlich ein liturgischer Fauxpas“, findet Pastorin Bettina Lorenz-Holthusen. Mehr noch: Durch die unglückliche Anordnung ist auch ein festlicher Einzug in die Kirche, wie etwa bei Trauungen oder Konfirmationen, nicht möglich. Außerdem wird es durch die unmittelbare Nähe des Gestühls beim Abendmahl am Altar ziemlich eng.

Die Böden werden erneuert

Die Lösung liegt in der weitgehenden Entfernung der Bänke im Seitenschiff, die ohnehin ungern und deshalb selten genutzt wurden, weil von hier aus das Geschehen am Altar bislang so gut wie nicht einsehbar ist. So entsteht ein neuer Zugang zum Hauptschiff. Im Zuge dieser Maßnahme werden auch die Böden erneuert. Unter die Kirchenbänke kommen neue Holzdielen. Außerhalb des Gestühls werden neue Fliesen verlegt, die in ihrer Form den Original-Fliesen im Altarraum entsprechen – ein Geschenk der Firma Argelith an die Paulusgemeinde. Unter den Fliesen soll eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Die alte Warmluftheizung war bereits vor einigen Jahren gegen eine moderne Heizungsanlage ausgetauscht worden, die Verlegung der Fußbodenheizung stellt somit den Abschluss der Sanierung dar.

Der Altar bleibt unangetastet

Alle Böden werden höhengleich sein, der Mittelgang wird verbreitert. Beides bringt Verbesserungen im Sinne von Barrierefreiheit und Sicherheit mit sich. Allerdings müssen dafür auch einige Kirchenbänke eingekürzt und bei der Gelegenheit auch sukzessive aufgearbeitet oder erneuert werden. Dabei sollen jedoch die alten Wangen mit ihren Jugendstil-Schnitzereien und -Malereien erhalten bleiben. „Auch der Altar bleibt unangetastet“, betont Lorenz-Holthusen. Und von der modernen Technik – die Kirche erhält WLAN – wird die historische Architektur nicht berührt.

Mit viel Eigenleistung

Viele Gewerke sind also betroffen, die Umgestaltung erfolgt in enger Abstimmung mit dem Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche Hannover an der Lohstraße in Osnabrück. Und sie erfolgt mit viel Eigenleistung: „Hermann Thie, Bauingenieur im Unruhestand, betreut den Umbau, die Ausräumarbeiten hat die Gemeinde selbst ausgeführt und damit viel Geld gespart“, lobt die Pastorin. „65.000 Euro sind für die Maßnahme veranschlagt, 35.000 Euro übernimmt der Kirchenkreis“, rechnet Kirchenvorstandsvorsitzende Bettina Dittmer vor.

Ausweichquartier Friedhofskapelle

Ende August, Anfang September soll alles fertig sein. „Wir liegen supergut in der Zeit“, freut sich Bettina Lorenz-Holthusen. Und das ist auch gut so, denn für die Zeit der Renovierung musste die Gemeinde sich ein anderes Quartier suchen. Bettina Dittmer: „Wir sind mit Taufbecken, Ambo, E-Piano und Gesangbuchregal umgezogen und feiern derzeit unsere Gottesdienste in der schönen Friedhofskapelle.“


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