Polizei Bohmte warnt Enkeltrickanruf in Venne zum Glück erfolglos

Wer ruft denn da an? Unbekannte habe die Enkeltrickmasche in Ostercappeln-Venne probiert – zum Glück ohne Erfolg. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpaWer ruft denn da an? Unbekannte habe die Enkeltrickmasche in Ostercappeln-Venne probiert – zum Glück ohne Erfolg. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa

Venne. Der Polizei Bohmte ist ein Enkeltrickanruf in Venne angezeigt worden. Am Mittwochmorgen wurde eine 80-Jährige in Venne von einer Unbekannten angerufen, die vorgab, ihre Tochter zu sein und 30.000 Euro für den Kauf einer Eigentumswohnung benötige.

Das Geld sollte bei der Seniorin abgeholt werden, die zum Glück nicht auf die Sache reinfiel, obwohl sie durch mehrere Anrufe sehr unter Druck gesetzt wurde, so die Polizei.

Nahe Verwandte

Die betrügerischen Anrufer nennen den eigenen Namen nicht und wählen die „Du“ -Anrede. Mit einer freundlich intonierten Eingangsfrage „Rate mal, wer hier spricht?“ können sofort potenzielle Beziehungen ausgelotet werden. Je nach Antwort der möglichen Opfer geben sich die Anrufer am Telefon beispielsweise als Enkel oder Enkelin, Neffe, Nichte oder als andere ziemlich nahe Verwandte oder „gute alte“ Bekannte aus, so die Polizei. Sie bitten das potenzielle Opfer um einen Geldbetrag für ihre behauptete Notlage. Dazu werden als Gründe für die Geldnot oft schwierige Umstände wie Unfälle, Autokauf oder Hauskauf genannt.

In kurzen Abständen

„Mehrmalige Anrufe in kurzen Abständen nehmen dem Opfer die Möglichkeit, sich über das Geschehene Gedanken zu machen oder sich mit den eigenen Verwandten zu beraten“, warnt die Polizei. Unter emotionalem Druck willigen sie ein, heben Geld bei ihrer Bank ab und treffen sich dann mit einem Abholer, der vom vermeintlichen „Enkel“ geschickt wurde, um das Geld an der Haustür abzuholen. Mitunter werden die Opfer auch dazu gedrängt, Geld auf ein (ausländisches) Konto zu überweisen oder leicht transportable Wertgegenstände auszuhändigen. Die Wahl der Opfer verläuft meist über Telefondaten. Hierbei werden gezielt Vornamen ausgewählt, die auf ältere Jahrgänge schließen lassen.

Polizei Osnabrück

Gefährdete Opfer sind ältere, vereinsamte, schwerhörige, seheingeschränkte sowie demente Menschen. „Und hier kommt die Familie, die Angehörigen ins Spiel“, so Anke Hamker von der Polizei Osnabrück. „Warnen Sie Ihre Angehörigen vor diesen Anrufern, kümmern Sie sich um die älteren Leute, halten Sie Kontakt zu ihnen. Viele haben Angst vor Einbrechern oder Räubern. Aber Angst, Opfer eines Enkeltricks zu werden hat niemand! Jeder denkt: „Das kann mir doch nicht passieren. Ich falle doch auf so etwas nicht rein.“

Weit gefehlt: In den letzten Jahren erbeuteten Betrüger mit der Enkeltrickmasche nach Mitteilung der Polizei Millionenbeträge.