Neue Fläche mit Stele Halb anonyme Erdbestattung in Schwagstorf möglich

Von Rainer Westendorf

An der neuen Stele auf dem Friedhof in Schwagstorf. Von links, die Ortsratsmitglieder Robert Stoll, Karl-Heinz Rohrmann und Arno Schröder sowie Gemeindebürgermeister Rainer Ellermann. Foto: Rainer WestendorfAn der neuen Stele auf dem Friedhof in Schwagstorf. Von links, die Ortsratsmitglieder Robert Stoll, Karl-Heinz Rohrmann und Arno Schröder sowie Gemeindebürgermeister Rainer Ellermann. Foto: Rainer Westendorf

Schwagstorf. Auf dem Friedhof in Schwagstorf sind seit Kurzem halb anonyme Erdbestattungen möglich. Eine Stele wurde jetzt auf der Fläche aufgestellt.

Den Entwurf hat die Gemeinde selbst erstellt. Die Stele wurde von der Firma Wagenleitner angefertigt. „Verwendet wurde Ibbenbürener Sandstein“, so Ortsbürgermeister Karl-Heinz Rohrmann.

Beschluss des Ortsrates

Mit der Möglichkeit der halbanonymen Erdbestattung reagieren Ortschaft und Gemeinde auf den Wandel der Bestattungskultur. Der Ortsrat hatte sich im vergangenen Jahr für die Einrichtung dieses Feldes ausgesprochen.

Der kommunale Friedhof in Schwagstorf wurde 1999 im Rahmen eines Dorferneuerungsverfahrens erweitert und in neu gestaltet. „Aufgrund der vorhandenen Einwohnerzahlen wurde damals bereits deutlich, dass eine über den ersten Bauabschnitt hinausgehende Friedhofsfläche für eine bis dahin übliche Erdbestattung nicht benötigt wird“, so die Gemeinde.

Baumpark Schwagstorf

Daher wurde die Erweiterungsfläche zum Baumpark Schwagstorf, der mit den jährlichen Bäumen des Jahres bepflanzt wird. Dieser Baumpark ist dann durch eine weitere Fläche ergänzt worden. Bei der Eröffnung dieser Erweiterungsfläche ist die Idee entstanden, zukünftig rund um die Bäume des Jahres Urnenbegräbnisse zu ermöglichen. „Die Nutzung des Baumparks für Urnenbegräbnisse ist möglich, da die gesamte Fläche als Friedhof im Bebauungsplan festgesetzt ist und die Erweiterungsplanungen in 1999 diese Fläche auch als Friedhof vorsehen“, erläutert Bürgermeister Rainer Ellermann.

Beschriftete Natursteinplatte

Wie sieht die Bestattung auf dieser Fläche aus? Die Bestattung der Urnen ist in umweltverträglichen, sich spätestens in 20 Jahren auflösenden Urnenbehältnissen, vorzunehmen. Um die Bäume wird ein Radius mit einem Durchmesser von etwa acht Metern gelegt und mit Naturstein umschlossen. Damit werden je Baum bis zu zehn Urnenbegräbnisse möglich. Im Innenraum wird regelmäßig Rindenhumus aufgebracht, damit eine Pflege problemlos erfolgen kann. Nach einer Bestattung können die Angehörigen eine beschriftete Natursteinplatte in einer Größe von ca. 40 mal 40 Zentimeter auflegen.

Pflegeleichte Reihengräber

„Neben dem Wunsch nach Urnenbegräbnissen im Baumpark ist auch immer wieder die Bitte geäußert worden, pflegeleichte Reihengräber für Erdbestattungen in sogenannter halb anonymer Form anzubieten“, berichtet Karl-Heinz Rohrmann. Der Grund: Oft haben Menschen keine Angehörigen, die in Schwagstorf wohnen oder sie wollen mit der Grabpflege den Verwandten „nicht zur Last fallen“. Zugleich wird aber eine Erdbestattung gewünscht. Deshalb entstand die Idee, diese neue Feld mit der Stele anzulegen.

Geburts- und Sterbedatum

Auf dieser Stele werden kleine Messingschilder mit Namen, Geburts- und Sterbedatum der bestatteten Menschen aufgebracht. An der Stele befindet sich eine Umrandung auf der Blumen abgelegt werden können. Die Reihengräber selbst werden eingeebnet und mit einer Grasfläche versehen, die im Rahmen der Friedhofsunterhaltung mitgepflegt wird. Nach Ablauf der Ruhefrist – 30 Jahre bei Erdbestattungen und 20 Jahre bei Urnenbestattungen, die ebenfalls möglich sind – werden die Schilder dann entfernt. Das Grab kann dann neu belegt werden.