Hafid Mertins holt Punkte Venner fährt sich den Winterrost aus den Knochen

Mit der Kniescheibe auf Tuchfühlung mit Asphalt: Motorradsportler Hafid Mertins aus Venne in seinem Element. Foto: SmithMit der Kniescheibe auf Tuchfühlung mit Asphalt: Motorradsportler Hafid Mertins aus Venne in seinem Element. Foto: Smith

Venne. Der Asphalt hat ihn wieder. Noch nicht ganz zu seiner Zufriedenheit, denn die Saison für den Venner Hafid Mertins ist ja noch jung, und es musste getestet, geschraubt und verändert werden, nach ersten Tests an drei Tagen auf der Rennstrecke im sonnigen Valencia.

Gemeinsam mit seinem Papa Gernot ab in den Flieger und drei Stunden später schon da. Fast Routine. Motorrad und Equipment wurden separat vom Team hingefahren. Dann galt die Devise: Erst mal den Winterrost aus den Knochen fahren und gucken, ob man es noch nicht verlernt hat.

Reifenmischungen probiert

Und wie ging es? Das schildert Hafid Mertins, Vennes schnellster Motorrad-Sportler, leibhaftig selbst: „Zu meiner Erleichterung ging es noch. Außerdem habe ich einiges an verschiedenen Reifenmischungen durchprobiert. Die gute Rückmeldung des Vorderreifens ist nach so vielen Stürzen in der Vergangenheit enorm wichtig. Mal sehen, ob das auch für die kommenden Strecken gilt.

Wir verbrachten also drei Tage auf der Rennstrecke. Weder Stürze noch technische Defekte machten uns einen Strich durch die Rechnung. Ideal fürs Fahrgefühl und auch fürs Selbstbewusstsein. Am dritten Tag gab es noch ein „Fun Rennen“, bei dem Platz 7 erreichte.

Gewicht einsparen

Wieder daheim, habe ich noch ein paar technische Änderungen vorgenommen. Ein neuer Kühler und neue Gabelbrücken sorgen zum einen dafür, dass der Motor nicht zu sehr überhitzt, und zum anderen werden ein paar Gramm Gewicht eingespart. Ein weiterer Test im kroatischen Rijeka musste leider abgesagt werden denn die neue Asphaltierung ist nicht rechtzeitig fertig geworden.

So ging es dann für die ersten beiden Meisterschaftsläufe auf die Weltmeisterschaftsstrecke ins tschechische Brünn – eine Berg-und-Tal-Bahn nach höchsten Standards. Bei anfangs etwas feucht-kalten Bedingungen konnte ich mich von Training zu Training steigern.

Hohes Leistungsniveau

Ich wusste ich um das hohe Niveau im Hafeneger Race Cup, der stärksten ‚Hobbymeisterschaft‘ in Deutschland. Gerade in meiner Klasse mit den leistungsstärksten Motorrädern ist es sehr hart umkämpft. 52 Starter streiten sich um die Punkteränge 1 bis 15. Die ersten fünf sind auf einem anderen Level und quasi unantastbar. Abgesehen vom absoluten Top-Material sind die Jungs einfach brutal talentiert. Die Leistungsdichte danach ist immer noch wirklich stark und erlaubt kaum Schwächen.

Punkte einfahren

Mein Ziel, regelmäßig Punkte einzufahren, konnte ich im ersten Schritt erreichen. Platz 14 im Qualifikationstraining war sehr zufriedenstellend. Im ersten Lauf konnte ich mich bis auf Platz 12 vorarbeiten. Die ersten vier Punkte waren gesichert. Am Tag danach gab es das zweite Rennen. Hier kämpfte ich mit zwei anderen Fahrern bis zum Schluss erneut um Platz 12. Wobei ich mich durch ein hartes Bremsmanöver in der vorletzten Kurve durchsetzen konnte. Ich hab geschrien unterm Helm.“

Nächstes Rennen im Juli

Damit liegt Mertins in der Meisterschaft auf Gesamtrang 12. Beim nächsten Lauf am Hockenheimring ist er nicht am Start, erst wieder an dem für ihn noch unbekannten Slovakia-Ring im Juli. An Pfingsten gibt es noch einen kleinen Test in der Motorsportarena Oschersleben, wo natürlich jeder Fan und Interessierte wie immer willkommen ist und ein kaltes Erfrischungsgetränk bereitsteht.