Krimilesung mit Eva Almstädt In Venne wohnen wahre Mordexperten

Von Christa Bechtel

Die Schriftstellerin Eva Almstädt stellte ihren Krimi „Ostseerache“ in der Darpvenner Diele in Venne vor. Foto: Christa BechtelDie Schriftstellerin Eva Almstädt stellte ihren Krimi „Ostseerache“ in der Darpvenner Diele in Venne vor. Foto: Christa Bechtel

Venne. Wie kann man morden, ohne ertappt zu werden? Eine spannende Frage, der die Autorin Eva Almstädt mit ihrer Zuhörerschaft in der rappelvollen Darpvenner Diele am Schluss ihrer kurzweiligen Lesung nachspürte. Eingeladen dazu hatte Steffi Lau, Leiterin der Bücherei Venne. Und wenn sie so etwas organisiert, kann sie sicher sein, dass sie ein „volles Haus“ verbuchen kann, wo es in der Pause sogar ein leckeres Büfett gibt.

„Wir werden uns auf eine spannende kriminalistische Reise mit der Lübecker Kommissarin Pia Korittki an die Ostsee begeben. Frau Almstädt, extra aus dem hohen Norden angereist, wird uns ihren neuesten 13. Fall vorstellen“, verkündete Steffi Lau verheißungsvoll in ihrer Begrüßung. Durch zwei Krimilesungen pro Jahr sei man in Venne zu wahren Mordexperten geworden, offenbarte launig die Büchereileiterin. Daher werde man auch diesen Fall bravourös gemeinsam lösen.

Gebürtige Hamburgerin

Gerade hat die erfolgreiche Schriftstellerin Eva Almstädt im Rahmen ihrer Ostsee-Krimis ihren neuen mit dem Titel „Ostseerache“ herausgebracht. Dabei hat die gebürtige Hamburgerin bereits als Kind gerne geschrieben. „Ich habe mit Bildergeschichten angefangen“, verrät sie. Später habe sie dann kurze Krimis, Pferdegeschichten zu Papier gebracht. „Auf einer Reiseschreibmaschine; das Ergebnis habe ich in einem Ringbuch gesammelt“, sagt sie lachend.

Gut zuhören können

Woher bekommt sie ihre Inspirationen für ihre Krimis? „Das ist die schwierigste Frage“, erklärt die Schriftstellerin, die in Bargteheide in Schleswig-Holstein lebt. Aber sie ergänzt weiter: „Normalerweise durch das, was die Leute mir erzählen. Ich kann ganz gut zuhören – und das bringt einen auf Ideen. Oder Orte, die ich sehe; ich fahre gerne an der Ostseeküste rum.“ Mittlerweile benötigt sie für ein Buch ein Jahr. „An meinem ersten habe ich aber zwei bis drei Jahre dran gesessen“, sagt sie.

Bevor Eva Almstädt das Schreiben zu ihrem Beruf machte, war sie übrigens in Hannover in der Wohnraum- und Küchenplanung tätig. Sie studierte Innenarchitektur an der Fachhochschule für Kunst und Design in Hannover und erlernte das Raumausstatter-Handwerk, unter anderem in den Film- und Fernsehproduktionsanstalten des Studio Hamburgs.

Mit dem Auto gekommen

„Ich bin mit dem Auto gekommen. Bin ich jetzt in Venne oder in Ostercappeln - oder bin ich irgendwo dazwischen?“ Mit dieser Frage sorgte Eva Almstädt zum Auftakt ihrer Lesung sogleich für ein herzliches Lachen im Publikum und eine lockere Stimmung. Für diejenigen, die ihre Reihe noch nicht kannten, erläuterte sie sogleich: „Man kann die Fälle alle einzeln lesen. Wenn man sich allerdings für die Serienfigur und ihr Privatleben interessiert, lohnt es sich, vorne anzufangen.“ Sodann las sie einige Szenen aus „Ostseerache“ und entführte ihre Zuhörerschaft in das Dort Niensühn. „Es gibt diesen Ort, aber ich musste ihn umbenennen. Wenn ich reale Namen nenne, komme ich in Teufelsküche“, meinte sie lachend.

Mordkommission Lübeck

Zum Inhalt: In einem beschaulichen Dorf an der Ostsee wird eine junge Frau auf grausame Weise ermordet. Die Dorfbewohner verdächtigen Flora, die als Jugendliche eine Mitschuld am Tod eines Nachbarjungen gehabt haben soll und die nun wieder in ihr Elternhaus zurückgekehrt ist, da ihre Mutter im Krankenhaus liegt. Die Mordkommission Lübeck ermittelt. Auch Kommissarin Pia Korittki, die gerade ihre Hochzeit plant, sieht einen Zusammenhang zwischen beiden Ereignissen und rollt den früheren Todesfall wieder auf. Schon bald muss sie fürchten, dass es nicht bei diesen zwei Morden bleiben wird...Von Beginn an bis zum Schluss gelingt es Eva Almstädt den Spannungsbogen aufrecht zu halten. Und sie bietet ein Ende, das man so nicht erwartet!

„Ostseerache“ ist im Bastei Lübbe Verlag unter ISBN: 978-3-404-17666-3 am 29. März 2018 erschienen und kostet zehn Euro.