Besuch in St. Raphael Spes Viva Ostercappeln auch Thema in Frankreich

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Arzt Bernard Pradines (Vierter von links) und Krankenschwester Delphine Calicis (Dritte von rechts) aus Südfrankreich besuchten gemeinsam mit Janina Seidenberg (Zweite von links, sitzend) aus Osnabrück die Palliativstation und ließen sich vom Team um Chefarzt Dr. Ulrich Billenkamp (links) informieren. Foto: Daniel Meier/Niels-Stensen-KlinikenArzt Bernard Pradines (Vierter von links) und Krankenschwester Delphine Calicis (Dritte von rechts) aus Südfrankreich besuchten gemeinsam mit Janina Seidenberg (Zweite von links, sitzend) aus Osnabrück die Palliativstation und ließen sich vom Team um Chefarzt Dr. Ulrich Billenkamp (links) informieren. Foto: Daniel Meier/Niels-Stensen-Kliniken

Ostercappeln. Die Spes-Viva-Palliativstation am Krankenhaus St. Raphael Ostercappeln der Niels-Sensen-Kliniken hat auch im Ausland Vorbildcharakter: Ein Arzt und eine Krankenschwester aus Albi in der Nähe von Toulouse besuchten jetzt die Einrichtung, um sich über das Konzept und die Arbeitsweise zu informieren.

Chefarzt Dr. Ulrich Billenkamp freute sich, dass das Interesse an dem erfolgreichen Konzept auch in Südfrankreich gefragt ist. Er berichtete den Gästen, dass die Ostercappelner Palliativstation als erste in Deutschland mit dem Qualitätssiegel Palliativbehandlung im christlichen Krankenhaus ausgezeichnet worden ist.

Die Franzosen lobten die Einrichtung und ihr Konzept. Sie planen in dem ländlichen Ort Cahuzac-sur-Vère ein Haus für Menschen, „die zu gesund für ein Krankenhaus und zu krank für zu Hause sind“. Das Ostercappelner Konzept habe ihnen dafür wichtige Erkenntnisse gegeben, sagte der Geriater Bernard Pradines, der auch für Ärzte ohne Grenzen aktiv war.

Fachlichkeit und Expertise

Die Ostercappelner Station zeichne sich durch eine hohe Fachlichkeit und Expertise aus, stellten die französischen Gäste fest. Hier stehe der Mensch im Mittelpunkt. Das spiegele sich auch in der Ausstattung wider: Die Station sorge mit ihrem Klavier und Aquarium, verschiedenen Sitzecken und einer Spielecke für Kinder und dem Wohnzimmer für eine ganz besondere Atmosphäre. Beeindruckt waren die Gäste auch von dem Wintergarten, der im Licht schwimmt und der überdachten Terrasse zum Verweilen.

Bedürfnisse und Symptome

Barbara Schällig, Oberärztin Palliativstation, erläuterte, dass sich alle Abläufe der Palliativstation an den Bedürfnissen und Symptomen der Patienten und deren Angehörigen orientierten. Die Bedürfnisse von palliativen und sterbenden Patienten sowie deren Angehörigen würden umfassend berücksichtigt. Sie nannte als besonderes Merkmal in der Palliativarbeit die enge Zusammenarbeit vieler Berufsgruppen, darunter Ärzte, Palliative-Care-Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Seelsorger, Sozialarbeiter, Kunst- und Musiktherapeuten sowie Psychologen. Ein unverzichtbarer Teil der gemeinsamen Arbeit werde hierbei durch die vielen Ehrenamtlichen des ambulanten Spes-Viva-Hospizdienstes geleistet, der die hauptamtlichen Mitarbeiter maßgeblich unterstütze.

Ein Benefizkonzert

Ein solches Netzwerk sei auch für Frankreich sehr interessant, sagte Bernard Pradines, der gemeinsam mit Krankenschwester Delphine Calicis durch einen Kontakt der Osnabrückerin Janina Seidenberg auf die Ostercappelner Palliativstation aufmerksam geworden war. Sie hatte bereits im Heimatort des französischen Arztes ein Benefizkonzert gegeben. Zur Eröffnung des geplanten Hauses lud Bernard Pradines die Ostercappelner schon jetzt nach Cahuzac-sur-Vère ein.

Die Spes-Viva-Palliativstation gibt es seit 2004 am Krankenhaus St. Raphael. Behandelt und begleitet werden Schwerstkranke und Sterbende mit dem Ziel, soviel Lebensqualität wie möglich zu erhalten oder zu gewinnen.

Pflegerische Begleitung

Die Palliativstation arbeitet nach dem Konzept des Vereins Spes Viva und wird durch den gleichnamigen Förderverein, mit dem eine intensive Kooperation besteht, unterstützt. Das Konzept der Spes-Viva-Palliativmedizin sieht eine Begleitung der Patienten vor, an der sich verschiedene Berufsgruppen beteiligen. Denn gerade am Lebensende braucht es mehr als eine gute medizinische und pflegerische Begleitung.


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