Kunst in der Mädchenschule Ein Spiel mit Linie und Form in Ostercappeln

Von Christa Bechtel


Ostercappeln . Zu Ostern weilte Jael Andra Benar noch in Jerusalem. Ab Sonntag, 22. April, 11.30 Uhr, stellt die Bildhauerin auf Einladung des Kulturrings Ostercappeln – Kurios – einige ihrer Werke in der Alten Mädchenschule am Kirchplatz in Ostercappeln aus. Der Titel: „Nicht von Pappe“.

Die Einführung in die Ausstellung übernimmt der Kulturvermittler Dirk Meyer, der auch für die Museen in Oldenburg arbeitet. Den Sinn für das Große hat Jael Andra Benar bislang nur auf kleinen Ebenen ausgelebt, denn lange Zeit hat sie die Dinge gerne größer dargestellt wie sie sind, wie beispielsweise Kaffeebohnen, Streichhölzer oder Dreidel ( Spielzeugwürfel). Heute ist das auch noch so, doch sind ihre Arbeiten abstrakt, irgendwie unsichtbar und gleichzeitig vorhanden, ähnlich wie ein Alef, der erste Buchstabe vom hebräischen Alphabet.

Logistische Feinarbeit

Allerdings hat sie bis 2016 immer noch „harmonisch und tragbar“ gearbeitet wie sie selbst humorvoll sagt. Heute ist ihre bildhauerische Arbeit nicht selten eine logistische Feinarbeit mit Kettenzügen und Rollhölzern geworden. Aber es gibt sie noch, die kleinen abstrakten Skulpturen, wo das Spiel mit Linie und Form zugänglicher ist. Nicht selten würde sie das Gleichgewicht ausreizen „bis kurz vor der Kippe“, so die 1969 Geborene, die an der Hochschule der Künste Bremen Keramik und Bildhauerei studierte.

Verborgene Spuren

Ihre neuen Arbeiten zeigen verborgene Spuren in Quadern und dem hebräischen Alphabet. Ihr künstlerisches Ziel habe sie auf verschiedenen Ebenen gefunden, erklärt die Künstlerin. Derzeit sei ihr das Erforschen eines Themas wichtig, das sich auch durch verschiedene künstlerische Techniken ziehen kann. Dennoch ist sie der Meinung, dass eine gute handwerkliche Ausbildung aller Kunst vorausgehen sollte, meint die gelernte Tischlerin. „Ich schraube auch Bühnenbilder und das muss halten“, erläutert Jael Benar lächelnd, die Gaststudien in Bildhauerei, Kunst und Mediengestaltung sowie Jüdische Studien absolvierte.

Hinzu kam eine zweijährige Fortbildung in Theaterpädagogik. Deshalb arbeitet sie als bildende Künstlerin sowie in verschiedenen Ebenen der Theaterarbeit. Seit zehn Jahren gibt sie Workshops in Holz und Steinbildhauerei.

Bis zum 3 Juni geöffnet

Die neue Kurios-Ausstellung kann bis zum 3 Juni täglich von 15 bis 17 Uhr in der Alten Mädchenschule in Osterappeln besucht werden.