Opfer eines Tieffliegerangriffs Am Karfreitag Gedenken in Ostercappeln

Von Rainer Westendorf

Die Grabstelle der serbischen Offiziere auf dem Friedhof Ostercappeln. „Diese Grabstelle wird – wie alle Kriegsgräber in Ostercappeln – von der politischen Gemeinde gepflegt. Foto: Verein Starkes DorfDie Grabstelle der serbischen Offiziere auf dem Friedhof Ostercappeln. „Diese Grabstelle wird – wie alle Kriegsgräber in Ostercappeln – von der politischen Gemeinde gepflegt. Foto: Verein Starkes Dorf

Ostercappeln . In diesem Jahr wird am Karfreitag, 30. März, der Opfer eines Tieffliegerangriffs nahe dem Haarener Kreuz vor 73 Jahren gedacht. Die Gedenkstunde findet ab 11.30 Uhr auf dem Friedhof in Ostercappeln statt.

Mitglieder der Serbisch-Orthodoxen Kirchengemeinde zum Hl. Georg aus Osnabrück-Eversburg treffen sich dann mit Gläubigen der Paulus-Gemeinde, Mitgliedern des Vereins „Starkes Dorf“ und Bürgern Ostercappelns vor den Gräbern der gefallenen Soldaten. Die Andacht gilt den zwölf serbischen Offizieren und den deutschen Opfern, aber auch den Toten des Dorfes in den letzten Kriegstagen 1945.

Ein großer Tross

Was geschah damals? Am 30. März 1945 zog nachmittags neben zahlreichen Osnabrücker Ausgebombten mit Traglasten und Handwagen sowie einzelnen zurückweichenden deutschen Truppenteilen auch ein großer Tross serbischer Offiziere mit im langen Zug über die Bremer Straße vor der heranziehenden Westfront nordwärts. Nach Auflösung eines Gefangenenlagers in Eversburg versuchte die Wehrmacht, die unter Schutz der Genfer Konvention stehenden Offiziere aus dem Balkan vor den Alliierten nach Lüneburg zu verlagern.

Bordwaffen und Maschinengewehre

Gerade diese Gefangenen der Deutschen wurden allerdings nahe dem Haarener Kreuz Opfer eines Tieffliegerangriffs der Engländer. Ungeklärt ist, warum die Tiefflieger die Gruppe mit Bordwaffen und Maschinengewehren angriffen. Serbien war am Ende des Zweiten Weltkrieges Verbündeter der Alliierten. Zwei Tage später, am Ostersonntag, nur wenige Stunden vor der Besetzung Ostercappelns durch die Engländer, hat Pastor Heinrich Witte 13 Serben in einem Massengrab noch würdevoll bestatten können. Viele der überlebenden Serben warteten bis zum Einzug der Briten zunächst in Ostercappeln und zogen später wieder nach Osnabrück zurück.