Sperrbezirk eingerichtet Rinderseuche: Hoffnung in Schwagstorf, dass es bei zwei Betrieben bleibt

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Die Felsener Straße in Schwagstorf gehört teilweise zum Sperrbezirk. Foto: dpaDie Felsener Straße in Schwagstorf gehört teilweise zum Sperrbezirk. Foto: dpa

Schwagstorf. „Die Gefahr eines Flächenbrandes schätzt der leitende Kreisveterinär Jörg Fritzemeier gering ein“, sagte Burkhard Riepenhoff, Pressesprecher des Landkreises Osnabrück am Freitagmittag. Ein zweiter Fall von Rinderseuche war auf einem Hof in Ostercappeln-Schwagstorf festgestellt worden.

Rund um den Hof gilt ein technischer Sperrbezirk. Das heißt, es dürfen keine Tiere transportiert werden, und es kommen beispielsweise keine Besamer oder Tierhändler. Sichtbare Absperrungen gibt es nicht. Riepenhoff weiter: „Derzeit wird Tier für Tier untersucht, um festzustellen, ob die Infektion erst kürzlich oder bereits vor Wochen erfolgt ist.“ Das grenze den Zeitrahmen ein, in dem Kontakte verfolgt werden müssten, um die Infektionswege festzustellen.

Zusammenhänge suchen

Friedrich Steffen, Vorsitzender des Kreislandvolks Wittlage, machte in einem Gespräch deutlich: „Das ist ein herber Schlag für alle Rinderhalter in der Region. Bei allen herrscht jetzt Angst.“ Da die beiden betroffenen Betriebe ( der zweite befindet sich in Bramsche-Epe) weit auseinander lägen, werde nach Zusammenhängen gesucht, um den Übertragungsweg zu finden – und zu kappen. Steffen unterstrich: „Wir sind bei Dr. Fritzemeier und seinem Team in guten Händen.“

Anzeigepflichtig

Problematisch bei der Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1, der nur für Tiere, aber keineswegs für Menschen gefährlich sei, so der Kreislandvolkvorsitzende, dass die Erkrankung den Tieren nicht sofort anzumerken sei. Etwas mehr Husten könne im Winter vorkommen. Die Rinderseuche ist anzeigepflichtig. Das heißt, dass nicht der Tierhalter entscheidet, wie er damit umgeht, sondern dass die notwendigen Maßnahmen gesetzlich geregelt sind. Das wiederum dient dem Schutz anderer Betriebe.

Enorme Belastung

Steffen unterstreicht: „Der Befall ist eine Riesenbelastung für den Rinderhalter, der Kuhfamilien aufgebaut hat und stolz auf seine Tiere ist. Wenn ein solcher Bestand vom Hof geht, ist das ganz bitter.“ Ein weiteres Problem sei, dass die Tierseuchenkasse Durchschnittspreise erstatte und nicht für den Einnahmeausfall aufkomme. Noch schlimmer sei, dass das Erlebte richtig an die Substanz der Menschen auf dem Hof gehe.

Steffen sagte: „Wir können nur hoffen, dass es bei den beiden Betrieben bleibt.“ Er forderte, dass überall Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden müssten, um Viruseinträge zu verhindern: „Schweinehalter haben derzeit eine Riesenangst vor der Afrikanischen Schweinepest.“


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