Sperrbezirk eingerichtet Weiterer Fall von Rinderseuche im Landkreis Osnabrück

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Die Amtstierärzte des Landkreises Osnabrück haben bei ihren Untersuchungen den Ausbruch der Infektion der Rinder mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) auch auf einem Hof in Ostercappeln-Schwagstorf festgestellt. Symbolbild: dpaDie Amtstierärzte des Landkreises Osnabrück haben bei ihren Untersuchungen den Ausbruch der Infektion der Rinder mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) auch auf einem Hof in Ostercappeln-Schwagstorf festgestellt. Symbolbild: dpa 

Ostercappeln. Zweiter Fall von Rinderseuche im Landkreis Osnabrück: Die Amtstierärzte des Landkreises Osnabrück haben bei ihren Untersuchungen den Ausbruch der Infektion der Rinder mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV1) auch auf einem Hof in Ostercappeln-Schwagstorf festgestellt.

Der Betrieb mit rund 300 Tieren ist sofort gesperrt worden, nun laufen weitere Untersuchungen wegen etwaiger Kontakte zu weiteren Beständen. Dabei wird auch geprüft, ob es einen Zusammenhang mit dem zuvor in Bramsche festgestellten Fall gibt. Dort hatten die Amtstierärzte auf einem Hof im Ortsteil Epe dieselbe Infektion festgestellt. „Die Ermittlungen zu Ursprung und Verbreitungsweg der beiden Infektion laufen auf Hochtouren. Ergebnisse gibt es aber bisher noch nicht“, sagt Dr. Jörg Fritzemeier, leitender Veterinär des Landkreises Osnabrück. Derzeit gilt es nachzuvollziehen, welche Kontakte den Erreger eingetragen haben könnten. Dafür kommen Viehtransporte, Gerätschaften oder auch Menschen in Fragen, die mit den Tieren zu tun hatten.

Desinfizieren gehört zur Berufspraxis

„Die normale Berufspraxis sieht vor, zum Beispiel Gummistiefel und Werkzeuge zu desinfizieren. Diese Maßnahmen müssen jetzt noch verstärkt werden“, so Fritzemeier. Die Möglichkeit, dass sich die Krankheit über ein größeres Gebiet verbreitet, hält der Veterinär allerdings für unwahrscheinlich. Innerhalb der Bestände grassiere eine Infektion meist heftig, die unmittelbar eingerichteten Sperrgebiete mit einem Radius von einem Kilometer, würden eine Ausbreitung auf andere Höfe normalerweise aber frühzeitig verhindern. „Das Risiko einer größeren Verbreitung ist auch davon abhängig, zu welchem Zeitpunkt die Infektion entdeckt wird“, erklärt Fritzemeier. Bisher bestehe sowohl in Bramsche als auch in Ostercappeln der Eindruck, dass die Krankheit erst vor Kurzem ausgebrochen ist und somit noch keine Chance hatte, sich über weit zu verbreiten.

Die betroffenen Tiere müssen dennoch innerhalb der nächsten Wochen geschlachtet werden. Theoretische bestehe, so Fritzemeier, die Möglichkeit, dass die Tiere den Ausbruch der Krankheit überstehen. Die Infektion verhalte sich aber wie beispielsweise der Herpes beim Menschen. Der Erreger verbleibt auch ohne äußerliche Symptome im Körper der Tiere und kann in Stresssituationen wieder zutage kommen. Aus diesem Grund sieht die deutsche Seuchenvorschrift vor, die Tiere zu töten. Da das Virus für den Menschen jedoch völlig ungefährlich ist, kommen die Tiere für die Weiterverwertung nach wie vor in Frage.

Sperrgebiet mit Radius von einem Kilometer

Die Allgemeinverfügung des Landkreises und eine Karte des Sperrbezirks können auf der Homepage des Landkreises Osnabrück unter www.landkreis-osnabrueck.de eingesehen werden. Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Infektion auch schon auf andere Betriebe übergesprungen ist, ruft der Landkreis Osnabrück zu erhöhter Aufmerksamkeit und der strikten Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Biosicherheitsmaßnahmen auf. Dieser Aufruf gilt neben dem Betriebspersonal insbesondere für Bestandsbesucher und für den Viehhandel.

„Die Betriebe sind über die gesetzliche Tierseuchenkasse versichert“, sagt Hermann Wesseler, stellvertretender Vorsitzender im Kreisbauernverband. Die Kosten, die auf die Betriebe zukämen, seien damit allerdings nicht komplett gedeckt. Aber nicht nur finanziell sei so ein Vorfall ein „harter Einschnitt“ für die betroffenen Landwirte. „Für die Familien ist so ein Ereignis vor allem auch eine seelische Belastung“.


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