Lothar Rahenkamp stellt aus Träume in Farben und Formen in Ostercappeln

Von Christa Bechtel

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Ostercappeln. Lothar Rahenkamps Bilder sind spielerisch, illustrativ, assoziativ, filigran, oft auch grafisch – und Träume in Farben und Formen. Und sie laden zu einem Spaziergang mit dem Auge ein. Auf Einladung des Kulturrings Ostercappeln präsentiert der Grafiker und Illustrator einen Querschnitt mit annähernd 60 seiner Arbeiten aus den vergangenen 20 Jahren in der Alten Mädchenschule Ostercappeln. Der Titel: „Wer hätte das damals gedacht?“

„In Ostercappeln auszustellen, ist für mich reizvoll, da ich gebürtig aus Vehrte komme; dort gibt es meines Wissens nach keinen attraktiven Ausstellungsort“, meint Lothar Rahenkamp im Gespräch mit unserer Zeitung. Weiter verrät er: „Das Malen/Zeichnen war eines meiner Talente in der Schule.“ Da seine Mutter auch gerne malte, sei sie es gewesen, „die mich ermutigte, weiterzumachen.“ Als es in der Realschule um die Berufsfindung ging, habe er den Technischen Zeichner bzw. Bauzeichner angepeilt. „Heute weiß ich, dass ich gerne Druckvorlagenhersteller oder Reinzeichner geworden wäre“, sagt er lächelnd. Letztendlich wurde aus ihm ein Bauzeichner. „Ein Beruf, der damals mit Rapidographen, Tuschefüller und Lineal ausgefüllt wurde“, erläutert er.

Fachoberschule für Gestaltung

Nach dieser Ausbildung schloss sich für ihn die Fachoberschule für Gestaltung in Osnabrück an. „Da hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich dort richtig aufgehoben bin. Weil mir dort zeichnerische Sachen abverlangt wurden, die ich gut konnte und auch weiterentwickelt habe. So habe ich gelernt sauber und kleinteilig zu zeichnen, was ich bis heute beibehalten habe.“ Ende der 1990er Jahre war Rahenkamp in Kalkriese bei den Ausgrabungen als archäologischer Zeichner für Fundsachen tätig. „Dort wird in der Erde viel metallischer ‚Römerschrott‘ gefunden; da musste jeder Nagel aus der Römerzeit zeichnerisch dokumentiert werden. Die großen, bekannten Funde wie die Römermaske und andere Artefakte waren natürlich längst gezeichnet – ich war eher für den Rest verantwortlich.“ Aus dieser Zeit gebe es einen Fundus von Hunderten briefmarkengroßer Zeichnungen, die von ihm zu einer Ausstellung konzipiert wurde. Einige davon finden Besucher in der aktuellen Ausstellung.

Alltagsbeobachtungen

„Das sind Alltagsbeobachtungen, aber auch Empfindungen spielen eine Rolle oder der Wille, etwas zu gestalten“, antwortet der Grafiker auf die Frage, woher er seine Inspirationen bekommt. Häufig sei es der Grenzbereich zur Zeichnung, „weil oft Lineares vorausgeht“, stellt der Künstler dar, der in Tusche und Bleistift zeichnet. Die Zeichnungen wiederum werden von ihm mit Farbe aufgefüllt, wie Aquarell, Tempera Acryl, Wachsmalkreide. Ansonsten ist eine Besonderheit an seinen Bildern, dass sie schon mal mit einem Text versehen sind, der die Bilder ergänzt oder umgekehrt.

Bilder einer Ausstellung

Genauso spannungsreich wie Rahenkamps Bilder war auch die Musik, mit der das Ukulelen-Trio – Christian Götz, Ralf Gebauer, Carina Götz – die Vernissage umrahmte. Ob die Promenade aus „Bilder einer Ausstellung“ von Mussorgskij, die sie genial nur mit ihren Stimmen nachahmten, oder Eigenkompositionen, die direkten Bezug zu den Werken des Künstlers hatten: Für die Besucher war es ein besonderes Vergnügen, diesem Trio zuzuhören.

Bis zum 15. April kann die interessante Werkschau von Lothar Rahenkamp täglich von 15 bis 17 Uhr in der Alten Mädchenschule in Ostercappeln besucht werden.


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