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Vennermoor: Bezirksversammlung der Osnabrücker Herdbuch-Genossenschaft Zuchtrinder aus der Region sind im Ausland gefragt

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Geschäftsführer Hans-Willi Warder (links) mit Detlef Ellersiek, Gerd Klöcker und dem Referenten Dr. Hans-Peter Klindworth. Foto: Willi SchmutteGeschäftsführer Hans-Willi Warder (links) mit Detlef Ellersiek, Gerd Klöcker und dem Referenten Dr. Hans-Peter Klindworth. Foto: Willi Schmutte

WS Vennermoor. „Weil sich der Milchpreis im vergangenen Jahr kontinuierlich positiv entwickelt hat, hat sich ein stabiles und gutes Zuchtpreisniveau ergeben“, so die Aussagen der Bezirksversammlung der Osnabrücker Herdbuch-Genossenschaft (OHG) im Saal des Gasthauses Beinker in Vennermoor.

Die Übernahme der Halle Gartlage war ein weiteres Thema im Geschäftsbericht von Hans-Willi Warder. Viele Berufskollegen konnte zuvor Gerd Klöcker, Aufsichtsratsmitglied der OHG, zu dieser Versammlung begrüßen, darunter neben Geschäftsführer Hans-Willi Warder auch Detlef Ellersiek von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Dr. Hans-Peter Klindworth als beratenden Tierarzt und als Referenten sowie auch Dr. Gustav Wilke, den früheren OHG-Geschäftsführer.

Die genomische Selektion als Meilenstein im Zuchtprogramm, der Sturz des Bullen „Ramos“, der lange die Hitliste der Vererber unangefochten anführte – das waren weitere Eckpunkte im Geschäftsbericht Warders. „Chip“ vor „Jose“, „Wizzard“, „Top-Red“ und dann erst „Ramos“, so lautet die aktuelle Reihenfolge der Vererber bei der OHG. Bei den Zukaufsbullen liegt „Cassano“ vor „AltaRoss“ und „Baxter“ vorn.

Der Geschäftsführer betonte, dass besonders durch die starke Auslandsnachfrage auf den Zuchtviehauktionen im Bereich Tiervermarktung mit 8589 Tieren (plus 5,8 Prozent) ein Gesamtumsatz von 7,58 Euro (plus 12,6 Prozent) realisiert wurde. Als Hauptgrund dafür nannte er die sehr stabilen und nahezu kontinuierlich immer leicht über 1500 Euro liegenden Preise für Zuchtrinder auf den Auktionen. „Bedingt durch die hohe Qualität und die große Auswahlmöglichkeit ist der Marktplatz Halle Gartlage nach wie vor der attraktivste und auch der mit den besten Durchschnittspreisen gegenüber allen anderen wichtigen norddeutschen Auktionsplätzen“, sagte Warder.

Er betonte aber auch, dass für die Tiervermarktung auch die Aspekte aus dem Bereich Tiergesundheit wichtig sind. Dazu zähle nach wie vor die fristgerechte Blauzungenimpfung aller zur Vermarktung anstehenden Rinder. Der Geschäftsführer ging auf die Zuchtwertinformationen ein, wobei die Durchschnittspreise nicht zuletzt aufgrund des deutlich ausgeweiteten Angebotes mit genomischen Bullen – das sind die noch junge Bullen ohne Töchter aus der Nachkommenprüfung, die aber über DNA-Analysen bereits Zuchtwertinformationen mit rund 70 Prozent Sicherheit haben – weltweit stark unter Druck stehen.

Andererseits stehe den Züchtern weltweit durch die Einführung der genomischen Selektion derzeit schlagartig ein qualitativ hochwertiges Bullenangebot zur Verfügung.

Für den Part Milchqualität zeigte sich Detlef Ellersiek verantwortlich. In seinem vorläufigen Jahresabschluss der Milchleistungsprüfung 2009/2010 wartete er mit vielen Zahlen auf. Als Anzahl der Betriebe im Milchkontrollring Osnabrück nannte er 608 (minus 33) mit 26551 A- und B-Kühen (minus 165) und einer durchschnittlichen Herdengröße von 43,7 Tieren (plus zwei). „9646 Kilogramm Jahresleistung Milch mit 4,02 Prozent Fett und 3,1 Eiweiß sind der Schnitt“, so Ellersiek. An die Milchviehhalter gewandt, sagte er: „Ich bin erstaunt, wie gut Sie das Leistungsmanagement im Griff haben.“

Er verglich die Zahlen mit denen anderer Regionen, er ging ein auf den Zellgehalt und die Tiergesundheit und das Gesundheitsmonitoring, wobei er Susanne Spittel lobte, die auf diesem Gebiet sehr gute Arbeit geleistet habe.

Dr. Hans-Peter Klindworth schloss hier nahtlos an mit seinen Feststellungen und Lösungsansätzen. Infektiöse Klauenerkrankungen und die entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten, das war sein Thema. Die Bedeutung der Trockenheit der Laufflächen und Liegeboxen, die Sauerstoffzufuhr, die frische Luft im Stall für das Vieh. Er ging ein auf das Krankheitsbild und hielt es für erforderlich, drei- bis viermal jährlich die funktionelle Klauenpflege durchzuführen. „Kühe mit höherer Milchleistung müssen besser gepflegt werden“, so der Referent.

Fragen nach den entsprechenden Medikamenten wurden ebenfalls im Saal Beinker diskutiert, Hitzestau und Hitzestress bei den Kühen und die Auswirkungen wurden zudem besprochen.

Die Internationalen Osnabrücker Schwarzbunttage finden am 29. Januar 2011 statt und die Kreistierschau Wittlage am 4. September 2011 in Vennermoor, diese zwei Termine nannte der Vorstand zum Abschluss der Bezirksversammlung.


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