Diskussion mit Politik und Verwaltung MdL und „Kommunalo“: Guido Pott besucht Ostercappeln

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Guido Pott hat sich im Beisein von Bürgermeister Rainer Ellermann auch ins Goldene Buch der Gemeinde Ostercappeln eingetragen. Foto: Louisa RiepeGuido Pott hat sich im Beisein von Bürgermeister Rainer Ellermann auch ins Goldene Buch der Gemeinde Ostercappeln eingetragen. Foto: Louisa Riepe

Ostercappeln. Vom Vorsitzenden des Osnabrücker Kreistags zum Landtagsabgeordneten (MdL) – diesen Aufstieg hat Guido Pott in den letzten Monaten vollzogen. Denn am 15. Oktober wurde der SPD-Mann aus dem Wahlkreis Bramsche als Direktkandidat nach Hannover gewählt. Im Herzen, sagte er bei seinem Besuch in Ostercappeln, sei er aber immer noch ein „Kommunalo“.

Und als solcher interessierte sich Pott insbesondere für die Probleme der Gemeinde, in die ihn die drei Ortsbürgermeister Peter Kovermann, Johannes Klecker und Erik Ballmeyer sowie die vier Fachdienstleiter der Gemeindeverwaltung bei Kaffee und Schnittchen gerne einweihten.

Überblick über die Gemeinde

Zuerst eröffnete Bürgermeister Rainer Ellermann die Runde im Gasthaus Wortmann aber offiziell und gab einen „kurzen“, 45-minütigen Überblick über seine Gemeinde. „Wenn man von einer Sache begeister ist, dann redet man auch gerne darüber“, hatte sich das Gemeindeoberhaupt schon vorher entschuldigt. Er informierte Pott unter anderem über die wachsende Anzahl der Einwohner in der Gemeinde, die Fortschritte durch das Dorfentwicklungsprogramm, sowie die Herausforderungen für den Gemeindehaushalt.

Dabei ließ er auch an der ein oder anderen Stelle Kritik am Programm der neuen Landesregierung durchklingen. Besonders die geplante Flexibilisierung des Einschulungsalters, die Eltern von Kindern, die zwischen dem 1. Juli und dem 30. September sechs Jahre alt werden, ermöglichen soll, den Schulstart um ein Jahr hinausschieben, stelle die Kommune vor eine große Herausforderung, so Ellermann. „Das betrifft bei uns etwa 40 Kinder, die gegebenenfalls ein weiteres Jahr im Kindergarten betreut werden müssen“, so der Bürgermeister.

Unsicherheit bis Mai

Wie viele es tatsächlich sind, das werde sich erst im Mai zeigen. Denn bis dahin hätten die Eltern Zeit, ihre Kinder zur Schule anzumelden. Entsprechend kurz sei der Vorlauf für die Gemeinde, zusätzliche Kindergartengruppen einzurichten. „Das ist wirklich sehr sportlich, da hätten wir uns mehr Zeit gewünscht“, sagte Ellermann. Verstärkt würde das Problem noch durch die geplante Befreiung von den Kita-Gebühren, die nach Ansicht der Verwaltung dazu führen könnte, dass noch mehr Betreuungsplätze beansprucht würden.

Die Unterschrift dokumentiert den Besuch des frisch gewählten Landtagsabgeordneten in Ostercappeln. Foto: Louisa Riepe

„Die Beitragsfreiheit ist ein Riesenthema, auch im Landtag“, bestätigte Guido Pott, nachdem er seine ersten Monate in Hannover geschildert hatte. In dieser Zeit sei auch über einen finanziellen Ausgleich für die Kommunen verhandelt worden, der in Form von Personalkostenzuschüssen gezahlt werden soll. Der werde sich „irgendwo zwischen 52 und 66 Prozent einpendeln“ sagte Pott, „es geht nur noch um die konkrete Prozentzahl. Ich erwarte eine Einigung in den nächsten zwei bis drei Wochen.“ Tatsächlich wurde sie nur wenige Stunden später offiziell verkündet.

Im Gespräch bleiben

Auch auf die Flexibilisierung des Einschulungsalters ging Pott ein und verteidigte sie in der Sache. Aber die Vorlaufzeit zwischen der Gesetzgebung und der Umsetzung bezeichnete auch er als „ambitioniert“. „Ich bin da vielleicht auch kritischer als andere Abgeordnete“, sagte Pott mit Verweis auf seine früheren Tätigkeiten als Kreistagsabgeordneter und Gemeinderat. „Nur weil man plötzlich im Landtag ist, vergisst man ja nicht die Sorgen der Kommunen.“

Anschließend stellte sich Pott den Fragen der anwesenden Ortsbürgermeister und Fachdienstleiter. Dabei ging es unter anderem um die personelle Ausstattung der Polizeistation in Bohmte und um die Vergaberichtlinien für öffentliche Ausschreibungen. Pott sicherte den Ostercappelnern zu, ihre Anregungen mit nach Hannover zunehmen und bot ihnen gleichzeitig an, weiter im Gespräch zu bleiben. „Clemens Lammerskitten und ich, wir haben guten Kontakt zu den Ministerien und sind bereit, dort auch gemeinsam für die Interessen des Osnabrücker Landes vorzusprechen“, sagte er.

Rundgang durch den Ort

Nach gut zweistündigem Austausch trug sich Pott noch ins Goldene Buch der Gemeinde Ostercappeln ein. Dann verließ er das Gasthaus Wortmann in Begleitung von Rainer Ellermann, um vor Ort einige Baumaßnahmen zu besichtigen, die in den letzten Jahren durch die Mittel der EU-Förderung realisiert werden konnten. Auf dem Plan standen etwa die Gedenkstätte Ludwig Windthorst in Hitzhausen, der Museumsplatz in Schwagstorf und das Sanitärgebäude am Eisenzeithaus in Venne.


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