Schulprojekt in Ostercappeln Was Jesus Christus auf Instagram posten würde

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Ostercappeln. Wenn Jesus Christus einen Instagram-Account pflegen würde, wie könnte er seine Anhänger in der heutigen Zeit erreichen? Schüler der Ludwig-Windthorst-Schule Ostercappeln haben sich darüber mit Studierenden der Universität Osnabrück Gedanken gemacht.

Die Zeiten der Marktschreier und Wanderprediger sind vorbei. Wer heute seine Meinung ungefiltert unter das gemeine Volk bringen will, schwört auf das Internet. US-Präsident Donald Trump ist da wohl das populärste Beispiel: Er haut täglich gleich mehrmals in die Tasten, um über das soziale Netzwerk Twitter vom Stapel zu lassen. Seine Berater im Weißen Haus bringt er damit regelmäßig zur Verzweiflung, Trumps Reichweite dabei ist beachtlich: Knapp 50 Millionen Menschen erreicht er auf diesem Wege innerhalb weniger Sekunden.

Bei all der Twitterei, den Fotos und unzähligen Hashtags scheint mittlerweile kaum noch vorstellbar, dass es Zeiten gab, in denen Persönlichkeiten auch ohne digitale Kanäle Millionen Menschen für eine Sache begeistern konnten. Was wäre, wenn die Wortführer damals die Möglichkeit gehabt hätten, sich über Twitter, Facebook und Co zu äußeren? Welche Inhalte sie teilen würden, um ihre Anhänger zu erreichen, lässt sich nur erahnen. Doch genau diesen Fragen sind nun Schüler der neunten Klasse an der Ludwig-Windthorst-Schule in Ostercappeln am Beispiel Jesus Christus auf den Grund gegangen.

Projektabschluss

Die philosophische Forschung war der Abschluss eines interdisziplinären Projektes mit Studierenden der Religionspädagogik an der Universität Osnabrück. Diese entwickelten im Rahmen ihres Seminars „American Gods“ vier Unterrichtseinheiten unter der Leitfrage „Woran glauben Jugendliche heute?“. Der Kontakt zu den Schülern wurde über Magdalena Jankowski geknüpft, die das Seminar am Lehrstuhl von Professorin Martina Blasberg-Kuhnke leitet und gleichzeitig auch als daktische Leiterin an der Ostercappelner Schule beschäftigt ist.

Zentrale Rolle

„Facebook und Instagram spielen für Jugendliche im Alltag eine zentrale Rolle“, sagt Jankwoski. Die sozialen Netzwerke würden zu einem Großteil zur Glaubens- und Meinungsbildung beitragen, wie die einzelnen Unterrichtseinheiten gezeigt hätten. Auf dieser Grundlage entstand die abschließende Idee, sich über das heutige Nutzungsverhalten von Jesus Christus auf der Foto-Plattform Instagram Gedanken zu machen.

Gestaltung von Instragram-Posts

Mit Thomas Jankowski wurde ein Künstler mit ins Boot geholt, der die Schüler bei der optischen Umsetzung ihrer Ideen unterstützen sollte. Die Schüler bastelten auf Grundlage von Bibeltexten wie der Fußwaschung und Hochzeit von Kana verschiedene Instagram-Posts zu den Themen Vertrauen, Gleichberechtigung und Gemeinschaft. Dabei beschäftigte sie folgende Fragen: Welche Inhalte und Hashtags würde Jesus posten, um möglichst viele Anhänger zu erreichen? Und was wäre ihm besonders wichtig?

Kreative Entwürfe

Entstanden sind kreative Entwürfe, die bisweilen mit einem Augenzwinkern zu nehmen sind: So wurde Jesus kurzerhand ein zeitgemäßer Nutzername verpasst. Als „Gsus“ teilt er seine Posts mit den Hashtags Hoffnung, Freiheit und Hilfe, seine Fotomotive sind Collagen und Comics – und inhaltlich orientiert er sich am Geist der Zeit.

Glaube verändert

„Die Art des Glaubens hat sich über die Jahre verändert“, sagt Magdalena Jankowsi. Auch der Religionsunterricht müsse deshalb mit der Zeit gehen. Projekte mit aktuellem Bezug würden die Schüler mehr erreichen als bloße Theorie. „Die Motivation und Bereitschaft, sich aktiv in den Unterricht einzubringen, ist bei modernen Themen, die den Schülern im Alltag häufig begegnen wesentlich höher.“ Das habe sich auch in Ostercappeln gezeigt: Nach anfänglicher Skepsis hätten die Schüler hervorragend mitgearbeitet.


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