Starke Sause in Schwagstorf Ostercappelner Jecken feiern facettenreichen Kinderkarneval

Von Johanna Kollorz


Schwagstorf  Feen, Helden, wilde Tiere, Cowboys und Indianer. Im Veranstaltungszentrum Schwagstorf wimmelte es Sonntag nur so von fantasievollen Gestalten. Zirka 200 große und kleine Jecken feierten mit dem Ostercappelner Karnevalsverein (OKV) ein buntes Kinderfest mit starkem Bühnenprogramm.

Gesang, Witze, Büttenreden und rasante Tänze belebten die ganz in Rot gehaltene Bühne, auf der auf ein Kommando von Sitzungspräsident Stephan Mosel und Co-Moderator Ludger Winter der Elferrat Platz nahm. Nach der gelungenen Premiere im Vorjahr war eines von vorneherein klar: Als Zeremonienmeisterin beim Kinderkarneval kam auch diesmal keine andere als Emily Meier in Frage. In Gestalt einer kleinen Meerjungfrau führte sie den Ein- und Abmarsch aller großen und kleinen Akteure an.

„Heute sind hier alle aktiv. Da gibt es keinen, der nur rumsitzt!“, sagte Peter Neumann, der hinter der Lichtanlage stand. Neben Marco bei der Kellen (verantwortlich für die Musik) war auch Michael Borgmeier an vorderster Front der rund dreistündigen Feier involviert.

Kinderprinzenpaar übergibt Insignien

Unter lautem Klatschen betrat auch das amtierende Kinderprinzenpaar Emilia I. (Otten) und Jonas I. (Butke) die Bühne. Etwas wehmütig bereiteten sich die kleinen Regenten auf die Übergabe ihrer Insignien an ihre Amtsnachfolger vor: ihre Lieblichkeit Alicia I. (Mendez Inclan) und seine Tollität Marlon I. (Sandkühler). „Vor 365 Tagen, da war uns noch ganz flau im Magen. Wir sagen danke, tschüss, auf Wiedersehen und werden jetzt von der Bühne gehen“, hieß es in ihrer kleinen, launigen Abschiedsrede.

Neben dem bis dato amtierenden Kinderprinzenpaar aus Venne, (Nanja I. und Luca I., waren beim Kinderkarneval des OKV weitere kleine Ehrengäste nebst Garde zugegen: Zum Marc Forster-Hit „Chöre“ ließ auch das Osnabrücker Stadtprinzenpaar Konfetti regnen und wurde mit einem dreifach donnerndem „Cappeln Alaaf!“ verabschiedet.

Raketen für starke Büttenreden, Garde- und Showtänze

Die Stimmung im Saal hatte inzwischen an Fahrt aufgekommen. Dank exorbitanter Raketen der Stufe drei wackelte in regelmäßigen Abständen das Kaffeegeschirr. So auch nach der starken Büttenrede von Marie Borgmeier und Bendix Steinkuhl. Unter dem Motto „Das Leben als Kind ist doch ´ne Qual“ klagten die beiden ihr Leid über Streber, Diktate, Hundekacke, Hausaufgaben und veganes Futter.

Juniorentanzgruppe und Rote Funken untermalten ihre Garde- und Showtänze mit flotten Medleys. Zu „Rocklegenden“ enterten (krankheitsbedingt nur) sieben „Black Prettys“ die Bühne mit bunten Plastikgitarren. Passend zum diesjährigen Motiv-Wagen des OKV beim Ossensamstag stand der letzte Programmpunkt unter dem Motto „Wild Wild West“.

Traditionelles trifft Spontanes

Traditionell war auch die Paulusgemeinde Ostercappeln mit zwei Tanzgruppen mit von der Partie: Die „Pretty Girls“ ließen zu „Hit The Road Jack“ Röcke und Krawatten fliegen und kehrten später noch einmal in grünen Glitzer-Outfits zu aktuellem Club-Sound zurück auf die Bühne. Auch die kleinsten Stars erhielten für ihre tierische Tanzeinlage aus „König der Löwen“ (Leitung: Fabienne Kloda) einen Sonderapplaus.

Anders als der affenstarke „Sockentanz“, der durch ein Bettlaken erfolgte, stand manches nicht auf dem Programmzettel, sondern passierte unvermittelt. Darunter eine sich lösende Schraube an einem Scheinwerfer, die aus Sicherheitsgründen eines kleinen Umbaus bedurfte. Manche Aktivität wurde mangels ausreichend Platz auf der Showbühne kurzerhand nach vorne in die Halle verlegt – so auch eine kleine Saalwette rund um Seilsprünge unter einem Schwungtuch und ein Flashmop.

Deutsche Meister in der „Juniorklasse“ Jumpstyle zu Gast

Höhepunkt der Tanzdarbietungen (die sich allesamt sehen lassen konnten) war der Auftritt der Gruppe „Spicy“ der Tanzschule Albrecht: Zum brettharten Takt von 196 Beats per Minute wirbelten Neele Lauxtermann, Tuana-Marie Karasatilmis, Carlotta Coch und Sarah Groskurt (amtierende Deutsche Meister in der „Juniorklasse“ Jumpstyle – in der Gruppe sowie im Duo) über die Showbühne.