Narren 2018 im Wilden Westen Ostercappelner Karnevalisten auf dem Weg zum Ossensamstag

Von Karin Kemper


Ostercappeln. Wie bestellt heulten am Samstag in Ostercappeln die Sirenen, kurz nachdem sich der Festwagen des Ostercappelner Karnevalsvereins (OKV) an der Venner Straße in Bewegung gesetzt hatte. Die Aufmerksamkeit aller war den Karnevalisten ohnehin sicher.

Für die einen ist es guter Brauch, sich am Straßenrand an verschiedenen Stationen einzufinden, um einen Blick auf das zu werfen, was sich die Wagenbauer im Jahr 2018 erdacht (und ausgeführt) hatten. Das Thema „Wild – Wild – West“.

Was den einen Spaß machte, irritierte so manchen Autofahrer. Schließlich benötigt der närrische Festwagen Platz auf der Straße. Olaf Dehme, der auf der Venner Straße zusammen mit Ludwig Becker dafür sorgte, dass die Pkw nicht lange stoppen mussten, monierte: „Die könnten auch ein bisschen vorsichtiger fahren.“

Von Jena nach Ostercappeln

Wer als Ostercappelner den Abstecher zur Fahrstrecke wagt, kann sich in jedem Jahr sicher sein, auf Gleichgesinnte zu treffen. Entsprechend war so manche Umarmung (einschließlich Bützchen) fällig. Und wenn dann noch jemand, der inzwischen in Jena lebt, den Besuch bei den Eltern in Ostercappeln nutzt, um mit dem Nachwuchs am Samstagmittag den Miniumzug zu begleiten, dann spricht das für sich und den OKV-Karneval. Und eine Verkleidung gehörte auf jeden Fall mit dazu.

Zahl der Schichten

Das Wetter oder besser gesagt die niedrigen Temperaturen erforderten ganz besondere Maßnahmen. Eine Gruppe Cowgirls war in Shorts unterwegs. Eine verriet: „Beheizbare Strumpfhosen wären schon super.“ So mussten es mehrere übereinander getragene Schichten tun. Immer wieder ergab sich die Frage: „Wieviele Schichten trägst du?“ Die Antworten variierten. Von „mindestens vier“ war die Rede, und das Stichwort lange Unterhosen und ihr Nutzen fiel ebenfalls. Im Zweifelsfall könnten Leggings oder Ski-Unterwäsche helfen. Tatsache blieb: Es war schlichtweg kalt und eher ungemütlich. Dabei hatte am Tag zuvor noch die Sonne geschienen. Aber immerhin blieb es trocken – jedenfalls in Ostercappeln. Welche Rolle dabei die in der Lambertikirche traditionell am Abend zuvor entzündeten Kerzen spielen – man weiß es nicht...

Cappeln Alaaf

Die Aufgabe des Sprechers, der auf dem Podest des Festwagens das Kommentieren übernimmt, hatte wie im Vorjahr Hubertus Harmeyer inne. Seine ersten Worte per Laufsprecher wandten sich an das Fußvolk: „Ihr seid die beste Fußtruppe, die ich in meinem Leben gesehen habe.“ Selbstverständlich folgten die Begrüßung von Prinz Harry II. (Menke) und des Kinderprinzenpaars Jonas I. (Butke) und Emilia I. (Otten) mit dem dreifachen „Cappeln Alaaf“ und das abschließende „Danke“.

Und eine Erklärung, warum Bürgermeister Rainer Ellermann Zeit hatte, am Umzug teilzunehmen, hatte Harmeyer ebenfalls parat: „Er ist ja seit dem Rathaussturm am Freitag, als die Narren die Macht übernahmen, arbeitslos.“ Einer der Wagenbauer meinte in Richtung der Worte des Kommentators: „Wenn es einer kann, dann er...“

Ablösung nach über 20 Jahren

Am Steuer des Zugwagens hat es eine Ablösung gegeben. Ludwig Becker vom Wagenbauteam erklärte: „Günter Christiansen hat das mehr als 20 Jahre gemacht und gesagt, dass es nun genug sei.“ Nachfolger ist Heinfried Hinrichsmeyer.

Dass sich die (vielfach erfahrene) Narrenschar zu helfen weiß, wenn es darum geht, sich warmzuhalten, versteht sich beinahe von selbst. Besonders gut Drank waren ein Trapper mit Fellmütze und der entsprechenden weiteren Ausstaffierung und zwei Narren in Pferdekostümen. Und im Zweifelsfall zieht dann eben die Squaw über ihr Indianerkostüm einen warmen Anorak.

Eine Handvoll Bonbons

Kamellen flogen ebenfalls vom Wagen. Die Nachwuchsnarren am Straßenrand sammelten eifrig. Und wer sich nicht traute, dem wurde auch schon mal eine Handvoll Bonbons direkt übergeben. Und Ludwig Beckers Hände sind ganz schön groß...

Zwischenziel in Ostercappeln war der Parkplatz des Edeka Marktes, um dort den Bus nach Osnabrück zu besteigen und sich als Zugnummer 62 (OKV-Festwagen) und den närrischen Ossensamstagsumzug in Osnabrück einzureihen.