Wolfgang Tullney-Neue Ideen Erfolgsgeschichte-Ostercappelner Kaufhaus

Für das „Ostercappelner Kaufhaus“ entwickelt Wolfgang Tullney immer wieder neue Ideen. Foto: Christa BechtelFür das „Ostercappelner Kaufhaus“ entwickelt Wolfgang Tullney immer wieder neue Ideen. Foto: Christa Bechtel

Ostercappeln/ Als sich 2010 das „Ostercappelner Kaufhaus“ formierte, fragten einige Bürger ganz erstaunt: Was soll Ostercappeln denn mit einem Kaufhaus? Aber es ging um etwas ganz anderes, nämlich einem Zusammenschluss der örtlichen Geschäftsleute und Immobilienbesitzer! Mit Wolfgang Tullney haben die Ostercappener in der Ortsmitte einen Sprecher gefunden, der dies zusammenhält und mit immer neuen Ideen den Geschäften neues Leben einhaucht.

2009 wurden in Ostercappeln Planerwerkstätten initiiert. Das heißt, es trafen sich Immobilienbesitzer, Kaufleute bei der Gemeinde, um zu überlegen: Was können wir tun, um den Ort attraktiver zu machen? „Es wurden viele verrückte Ideen entwickelt wie beispielsweise das rote Sofa auf dem Kirchplatz – und es gab Ideen in Hülle und Fülle. Aber natürlich kein Geld“, blickt Wolfgang Tullney auf die Anfänge. Doch: „Das Kind musste einen Namen haben. Warum nicht ‚Ostercappelner Kaufhaus‘? Wir haben hier, genau wie ein Kaufhaus verschiedene Abteilungen hat, verschiedene Geschäfte mit unterschiedlichen Sortimenten. Und wie man im Kaufhaus von Abteilung zu Abteilung geht, geht man hier von Geschäft zu Geschäft“, erläutert Tullney, der gebürtig aus Rheinhausen bei Duisburg kommt.

Standortinitiative „Ostercappelner Kaufhaus“

Standortinitiative „Ostercappelner Kaufhaus“ gehören derzeit 33 Geschäftsleute, Gastronomen, Dienstleister, Immobilienbesitzer. Die Leitung hat eine Steuerungsgruppe übernommen, der Wolfgang Tullney (Hauptansprechpartner), Cilly van Berkum und Hendrik Jenkner angehören. „Bei Sitzungen ist auch immer jemand von der Gemeinde dabei, mit der wir hervorragend zusammenarbeiten“, betont der frühere Mathelehrer am Gymnasium Bad Essen.

Knapp 200.000 Euro

Das Thema „Geld“ wurde dann durch die Beteiligung am Förderprogramm des Landes (Quartiersinitiative Niedersachsen „Quin“) und des Landkreises Osnabrück (Zukunftsfonds Ortskernentwicklung) zum Selbstläufer. „Für ‚Quin‘ war es erforderlich, dass wir einen Ortskern bilden. Den haben wir mit Venner-, Große-, Bremer Straße und Gartenstraße gebildet“, veranschaulicht Tullney, der seit drei Jahren Pensionär ist. Zunächst habe man eine Bestandskarte erstellt, auf der die verschiedenen Branchen, Gestaltungsmängel an den einzelnen Gebäuden gekennzeichnet sowie Leerstände, auch drohende, sichtbar gemacht wurden. Durch ‚Quin‘ konnte man 2010 mit einem Volumen bis zu 100.000 Euro in den Wettbewerb gehen. „Da sind wir knapp drunter geblieben. Das Land wollte den Preisträgern einen Zuschuss von 40 Prozent geben; die Gemeinde vor Ort gab ebenfalls 30 Prozent. Das heißt, für die Privaten waren es noch 30 Prozent“, erklärt der Vater von zwei erwachsenen Kindern und Opa einer Enkeltochter, der sich bis heute darüber freut, dass letztendlich sogar knapp 200.000 Euro investiert wurden. „Der Impuls hat gereicht, um viel mehr umzusetzen.“

Zukunftsfonds Ortskernentwicklung

Als „Quin“ 2011 auslief, sei der Landkreis Osnabrück mit dem Zukunftsfonds Ortskernentwicklung zu den gleichen Modalitäten eingesprungen. „Auch da haben wir uns erfolgreich beworben. Den Fonds gab es 2012 (hier wurden 48135 Euro investiert), 2014 (17413 Euro) und 2016 (33262 Euro); der vierte ist in Planung“, signalisiert Tullney. So seien viele Häuser schöner geworden. „Oder wir haben Schaufenster-Gestaltungen finanziert, barrierefreie Zugänge, neue Fenster… Ergänzt wurde das durch Maßnahmen im öffentlichen Raum wie die Aufstellung von Spielgeräten, einem Schachbrett Open Air, einer Boulebahn auf dem Kirchplatz… und wir haben die Außengastronomie gefördert. Vor zwei Jahren ging es im Fonds vorwiegend um die Online-Maßnahmen. Dadurch sind viele Homepages neu erstellt, aktualisiert worden – und alle sind untereinander vernetzt.“, listet der 65-Jährige begeistert auf. Weiter habe sich Ostercappeln beim „Land der Ideen“ in Berlin beworben, die jedes Jahr einen bundesweiten Wettbewerb veranstalten. „Da waren wir von über 1000 Bewerbern erfolgreich. Es gab 100 Preisträger – und wir haben in der Kategorie „Wirtschaft“ einen von 20 Preisen bekommen“, so der Pensionär.

Werbegemeinschaft Ostercappelner Kaufleute(WOK)

„Man muss immer wieder neue Ideen entwickeln. Wir werden weiter darauf achten, dass die Geschäfte gut funktionieren, dass sie attraktiv werden. Aber Ostercappeln ist so interessant geworden, dass sogar neue Geschäfte gegründet wurden“, zeigt sich Wolfgang Tullney begeistert. Für die Zukunft wünscht er sich: „Dass die bestehenden Geschäfte weiter bestehen bleiben, vielleicht noch ein paar neue hinzukommen. Und dass noch mehr Geschäftsleute bei uns aktiv im ‚Ostercappelner Kaufhaus‘ mitmachen. Vor allem aber, dass die Kunden die Geschäfte des ‚Ostercappelner Kaufhauses‘ annehmen, Kunden bleiben und dadurch diesen attraktiven Besatz auch festigen.“ Abschließend unterstreicht er: „Die Werbegemeinschaft Ostercappelner Kaufleute (WOK) gibt es bereits viel länger als uns. Wir mussten uns auf den Ortskern beschränken. Aber wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zur WOK, sondern vielleicht als kleiner Teil der Werbegemeinschaft; wir ergänzen uns ganz gut.“