Täglich neue Überraschungen Ostercappelner OP-Projekt in Burkina Faso gestartet

Von Daniel Koppitz


balx Ostercappeln. Am 2. Februar startete das OP-Team mit Ärzten und Pflegern aus den Krankenhäusern Melle und Ostercappeln zu seinem nunmehr dritten Aufenthalt in Burkina Faso. Zwei Wochen werden sie dort Kranke operieren und medizinisches Personal weiterbilden. OP-Pfleger Daniel Koppitz ist mit dabei und berichtet uns von der Reise nach Ouagadougou.

„Was sich sicher viele denken können, ist so ein OP-Projekt nicht nur finanziell eine Herausforderung. Zwei Jahre Vorbereitungen mit regelmäßigen Treffen, mit Mails, Telefonaten und Nachrichten über zigtausend Kilometer und sicherlich auch eine große Portion Idealismus und Engagement gehören dazu. Nun ist also unser mittlerweile drittes OP-Projekt in Burkina Faso an den Start gegangen. Unter der ärztlichen Leitung von Dr. Martin Gerdes, Chefarzt am Krankenhaus St. Raphael in Ostercappeln, hat das OP-Team im „Land der aufrechten Menschen “, was der Name Burkina Faso übersetzt bedeutet, inzwischen seine Arbeit aufgenommen.

Pannen schnell behoben

Die ersten Patienten konnten allesamt erfolgreich operiert werden. Doch wie auch bei den vorherigen Projekten, ist es auch in diesem Jahr wieder einmal nichts Neues, täglich neuen Überraschungen ausgesetzt zu sein. Ein Narkosegerät, welches als Sachspende von einem Krankenhaus aus dem Niels-Stensen-Verbund überlassen wurde, konnte nach kurzer Reparatur in Betrieb genommen werden. Auch dank der telefonischen Hilfe aus der fernen Heimat. Ein extra angeforderter Elektriker sorgte dann rasch dafür, dass der OP-Leuchte wieder ein Licht aufging, und auch an das späte Erscheinen des Personals zur Arbeit hat sich das OP-Team aus Deutschland gewöhnt. Das Gute an derlei Herausforderungen ist, dass sie gemeinsam behoben werden. Hand in Hand zu arbeiten, ist selbstverständlich und somit ist eines der Ziele des Projekts wieder einmal spürbar geworden. Da aktuell in zwei OP-Sälen operiert werden kann, mischen sich die Operationsteams immer wieder neu. Sprachbarrieren werden problemlos überwunden, Wertschätzung und Fröhlichkeit prägen den Arbeitsalltag.

Anästhesistin im Team

Aufgrund der bestehenden Arbeitsabläufe gestalteten sich bei unseren vorausgegangenen Einsätzen in Burkina Faso die Arbeitstage oft sehr lang und kräftezehrend. Deshalb war es ein weiteres Ziel bei diesem Einsatz, das OP-Programm effizienter zu strukturieren. So wurde das OP-Team um Narkoseärztin Nicola Hoedemaker erweitert. Durch ihre Mitarbeit zeigt sich schon jetzt eine Verbesserung der sogenannten Wechselzeiten. Besonders bemerkenswert ist, dass viele der einheimischen Kollegen sich extra eine Woche Urlaub genommen haben, um am Projekt teilnehmen zu können. Eine Wertschätzung gegenüber unserem Team, die wir bereits in der Wiedersehensfreude deutlich spüren durften. Es entwickeln sich echte Freundschaften, die über Jahre Bestand haben, sowohl innerhalb der Klinik Wendtoin, als auch außerhalb.

Zelt im Innenhof

Doch nicht nur um die Mitarbeiter im OP-Team kümmert man sich dort fürsorglich, auch um die Patienten und deren Angehörige: Damit sie vor der starken Sonneneinstrahlung geschützt sind, wurde extra ein großes Zelt im Innenhof der Klinik aufgestellt. Und für ein besonderes Augenmerk sorgte der Leiter der Klinik, Prof. Gilbert Bonkoungou: Er präsentierte dem Team aus Deutschland und allen Burkinaben ein großes Banner an der Klinik, welches auf das Hilfsprojekt und seine Unterstützer hinweist. – Weitere Berichte und Bilder zum Einsatz in Burkina Faso auf Facebook unter https://www.facebook.com/burkina.belm/