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31.01.2018, 07:45 Uhr HOLOCAUST-GEDENKTAG

Den Zeigefinger gegen rechte Scharfmacher erheben

Kommentar von Andre Partmann

Ostercappeln. Es braucht auch zukünftig Generationen, die sich trotz Einschüchterungen und Anfeindungen rechter Scharfmacher trauen, den Zeigefinger zu heben, meint unser Autor. Ein Kommentar.

Die Holocaust-Überlebende Esther Bejarano hat im TV-Talk bei Anne Will erklärt: „Ich werde so lange singen, bis es keine Nazis mehr auf der Welt gibt.“ Ihr Versprechen ist bemerkenswert, offenbart es doch deutlich, wie abscheulich die Taten der Nationalsozialisten an Juden, Behinderten, Homosexuellen und Andersdenkenden gewesen sein müssen, um sich das stetige Erinnern zur Lebensaufgabe zu machen.

Was passiert aber, wenn Zeitzeugen wie Esther Bejarano nicht mehr unter uns sind? Es muss auch zukünftig Generationen geben, die sich trotz Einschüchterungen und Anfeindungen einiger rechter Scharfmacher trauen, den Zeigefinger zu erheben. Denn solange es Politiker gibt, die Erinnerungskultur als „Schande“ verunglimpfen und mit öffentlichen Hasstiraden dafür plädieren, Minderheiten vom Grundgesetz auszuklammern, braucht es diese starke Stimme. Dass solche Leute in Ostercappeln zu finden sind, das hat die Mahnwache deutlich unterstrichen, ist ein beruhigendes Gefühl. Geschichte darf sich nicht wiederholen.


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