Ausgelassener Gemeindekarneval Schwagstorfer Narren setzen zum Höhenflug an

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Schwagstorf. Wenn Gardetänze den Saal zum Kochen bringen und Künstler das Publikum von den Stühlen reißen, dann ist in Schwagstorf möglicherweise Karneval: Am Samstagabend war das wieder der Fall – und einen Höhenflug erlebte die Sitzung nicht nur dank des Auftritts einiger jung gebliebener Rentner.

Manchmal reichen schon wenige Minuten aus, um erahnen zu können, wohin die Reise geht. Den Beweis haben am Samstag die Narren und Närrinnen in Schwagstorf einmal mehr geliefert. Denn als die zwei Moderatoren des diesjährigen Gemeindekarnevals, Beate Marieschen und Harald Menke, zu Beginn der Sitzung den in Petticoat-Stil gekleideten Elferrat zur Bühne des Veranstaltungszentrums riefen, und das Publikum den Einzug mit einem euphorisch „Schwagstorf helau“ begleitete, zeichnete sich bereits ab, dass der Abend viel Potenzial für eine ausgiebige Feier beinhalten sollte.

Akrobatische Höchstleistungen

Dass die Reise durch den närrischen Abend dann tatsächlich einem Höhenflug gleichen sollte, war schließlich auch dem Auftritt der „Rollos“ zu verdanken, die als letzte von neun Künstlergruppen für große Karnevalsunterhaltung sorgten: Dabei zeigten Michael Ahlert, Markus Ballmann, Martin Köster, Thomas Seeger und Harald Menke als jung gebliebene Rentnertruppe akrobatische Höchstleistungen mit ihren Rollatoren – und diese waren derart dynamisch, dass ihn zwischenzeitlich sogar den Bühnenboden unter den Füßen entglitt.

Humorvolle Auftritte

Zuvor wurde das närrische Publikum im Veranstaltungszentrum bereits mit etlichen Auftritten verwöhnt, die nicht nur viel Witz und Klamauk zu bieten hatten, sondern auch einiges für das Auge: Den Auftakt etwa machten die „Roten Funken“ vom Ostercappelner Karnevalsverein, die unter der Leitung von Lydia Bick einen schwungvollen Gardentanz aufs Parkett zauberten – und im Laufe des Abends mit ihrem Westerntanz ein weiteres Mal auf die Bühne zurückkehren sollten. Mit Judith und Kathrin vor dem Berg standen zwei als russische Hebammen verkleidete Künstlerinnen bereit, die den ersten Sketch des Abends zeigen durften. Die zwei Frauen nahmen ihre Zuhörer mit auf eine Exkursion durch die deutsche Fachärztelandschaft und strapazierten beim Philosophieren über die Fähigkeiten und den Nutzen von „Genickologen“, „Ohrologen“, „Arschelogen“ und „Darmatolgen“ die Bauchmuskeln des Publikums.

Jury umdekoriert

Nicht minder lustig wurde es, als die „Ladykracher“, 14 Grazien in Schornsteinfegermanier, ihren Showtanz zeigten. Die Gruppe ist seit mittlerweile 25 Jahren zusammen und wird geleitet von Maria Gödecker, die zum Gemeindekarneval Jahr für Jahr neuen Ideen einbringt. Kreativ waren auch die Auftritte der „Taktlosen“, die mit der Lokomotive Emma durch die Narhalla zogen und dabei gesanglich von der „Old Man Group unterstützt wurden, sowie die „Luftnummer“ von Thomas Wesner, der mit seiner Gitarre das Schwagstorfer Gesellschaftsleben interpretierte und die Stimmung im Saal zum Kochen brachte. Eine Parodie zur Fernsehsendung „Let’s Dance zeigte die „Flirty Bauern Gülle GmbH“, die den Elferrat kurzerhand zur Jury umdekorierte. Bei den spannenden Tänzen hielt es keinen Gast mehr auf dem Sitzplatz.

Applaus für Akteure

Weitere Tanzformationen inklusive einer Zugabe zeigten die „Likörellies“, und die Jungs der „Old Man Group“ luden die Schwagstorfer Narren zum Schunkeln ein. Alle Akteure wurden zum Finale erneut auf die Bühne gebeten, um sich von dem Publikum feiern zu lassen. Applaus gebührte auch dem souveränen Moderatorduo Beate Marieschen und Harald Menke. Letzterer hatte den närrischen Höhenflug erst möglich gemacht, sprang er, nachdem er im letzten Jahr bereits seinen Abschied als „Steuermann des Schwagstorfer Karnevals“ verkündet hatte, kurzfristig als Conférencier ein, um einen Ausfall zu kompensieren. Es war eine weitere nette Geschichte eines unterhaltsamen Abends.


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