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Zwei Fälle in zwei Tagen So befreit die Feuerwehr Osnabrück Männer von Intimschmuck

Von Jörg Sanders | 08.12.2015, 11:49 Uhr

Zweimal in zwei Tagen musste die Feuerwehr Osnabrück Männer von ihrem Intimschmuck befreien – und schaffte es damit bundesweit in die Presse. Nach mehreren Anfragen zeigen die Retter in der Not nun, wie sie bei solch heiklen Einsätzen vorgehen. Eines wird klar: Eine ruhige Hand ist jedenfalls gefragt.

Am Montagabend veröffentlichte die Feuerwehr Osnabrück Fotos von einer entsprechenden Ausbildungsveranstaltung. Sie zeigen, wie zu enge Ringe zu entfernen sind – egal, woran sie feststecken. Damit reagierte sie auf einige Anfragen, wie man einen Ring vom „empfindlichsten Körperteil“ entfernt – ohne zugleich eben jenes zu verletzten. Zu sehen sind aber nur Fotos von gefüllten Handschuhen oder anderen Utensilien, denn in der Regel handelt es sich um Ringe an Fingern, die die Retter entfernen müssen. Hierzu nutzt die Feuerwehr einen kleinen Trennschleifer, wie ihn etwa Hobbybastler gebrauchen, hatte Feuerwehrmann Jan Südmersen auf Anfrage unserer Redaktion gesagt. Auf ihrer Facebookseite zeigt die Feuerwehr etwa, wie sie mit einem solchen Gerät vorsichtig einen Ring entfernt. Wie schwierig das ist, veranschaulicht insbesondere ein Bild: Ein Luftballon steckt in einem Plastikbehältnis. Ein Feuerwehrmann schneidet die Dose mit nahezu chirurgischer Präzision vorsichtig auf – dabei darf der Luftballon nicht beschädigt werden. Wahlweise ginge auch „eine Bratwurst“, schreibt die Feuerwehr.

Bundesweit in den Medien

Am Samstag hatte die Feuerwehr einen Mann seinen Schmuck an seinem „empfindlichstem Körperteil“ entfernen müssen. Doch fast genau 24 Stunden später mussten die Einsatzkräfte wieder ran: Erneut bekam ein Mann seinen Ring im Intimbereich nicht mehr ab, erneut bat das Krankenhaus die Feuerwehr um Hilfe. Für die betroffenen Männer dürfte das alles andere als ein Spaß gewesen sein, bundesweit gingen die Fälle durch die Presse. Unter anderem der „Stern“, „NDR“ und „N-TV“ berichteten über den störenden Intimschmuck, nachdem bereits unsere Redaktion von dem Vorfall berichtet hatte. Und in den sozialen Netzwerken hagelt es seither Häme für die ohnehin gebeutelten Männer.

Vor dem Kauf beraten lassen

Die Feuerwehr rät Männern, sich beim Kauf eines solchen Intimschmucks dringend beraten zu lassen, um die passende Größe zu erwerben. Denn ein zu enger Intimschmuck verhindert den Rückfluss des Blutes. Geschieht das zu lange, kann das Glied absterben.